Umfrage zeigt klares Ergebnis

Corona-Warn-App: Update bringt wichtige Neuerung – doch es bestehen große Zweifel

Die Corona-Warn-App erhält ein neues Update, mit dem man ein Kontakttagebuch führen kann. Doch wie eine Umfrage zeigt, halten viele die App für nutzlos im Kampf gegen das Virus.

Als die Corona-Warn-App von SAP und Telekom im April angekündigt wurde, löste sie in vielen Menschen Hoffnung aus, in der Coronavirus Pandemie besser geschützt zu sein. Die App sollte anzeigen, ob man eine infizierte Person getroffen hat und dann Alarm schlagen. Das tat sie auch – aber nicht so gut wie erhofft. Der Hauptkritikpunkt ist seitdem, dass die Warn-App einem zwar sagt, DASS man eine Risikobegegnung hatte, aber nicht WANN und WO. Schließlich könnte es eine Person auf der Arbeit, in der Schule oder im Freundschaftskreis sein. Dann wäre diese Information schon sehr wichtig. Mit einem Update soll sich das bald ändern.

Corona-Warn-App: Neues Update mit Kontakttagebuch

Mit einem Update auf die Version 1.10 erhält die Corona-Warn-App ab sofort ein Kontakttagebuch. In dieses können Nutzer alle besuchten Orte und Begegnungen der letzten 14 Tage eintragen. Damit kann man leichter nachvollziehen, wen man wann und wo getroffen hat. Die betroffenen Personen können dann schnell gewarnt werden – auch ohne die App selbst zu nutzen.

Für die Corona-Warn-App gibt es ein neues Update.

Mit dem Drücken der „+Person“ Taste kann man Kontakte aus dem eigenen Telefonbuch auf die App übertragen, was das Eintragen einfache macht. In die Eingabefelder können auch Spitznamen für Personen und Orte eingetragen werden, davon raten die Entwickler allerdings ab. Dadurch könnte eine nachvollziehbare Verfolgung der Infektionskette erschwert sein. Die Einträge können im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus nämlich auch ganz einfach an das Gesundheitsamt geschickt werden – aber natürlich nur freiwillig. Die Daten werden zudem nur in der App gespeichert und nach 16 Tagen automatisch gelöscht.

Corona-Warn-App: Neues Update im iPhone-Store und im Google Play Store

Besitzer eines iPhones können jetzt schon das neue Kontakttagebuch nutzen. Dafür müssen sie nur die Version 1.10 manuell aus dem App-Store herunterladen. Dazu reicht das Suchen nach der Corona-Warn-App und dann der Klick auf den „Update“-Button. Das ist im Google Play Store nicht möglich. Die Funktion soll für Android-Nutzer aber 48 Stunden nach der Veröffentlichung zur Verfügung stehen. Ob das Update so gut ankommt, wie der Impfstoff von BioNTech, der seit dem 27. Dezember in Baden-Württemberg verabreicht wird, darf allerdings bezweifelt werden.

Corona-Warn-App: Umfrage liefert klares Bild

Eine bundesweite Umfrage im Auftrag des Staatsministeriums Baden-Württemberg hat nämlich ein klares Bild gezeigt. So sagen 33 Prozent der Personen, die die Corona-Warn-App nicht nutzen, dass sie diese für nutzlos halten. 19 Prozent der Befragten geben an, dass sie aus Sorge um den Datenschutz oder ein Überwachungsgefühl die App nicht herunterladen. Und 16 Prozent geben an, dass sie auf ihrem Smartphone das Programm nicht nutzen können. Selbst aus der Politik gibt es Kritik.

Die App ist eine gute Ausgangsbasis, aber sie schöpft ihr Potenzial nach meinem Eindruck bislang bei weitem nicht aus“, meint der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. In der Umfrage geben zudem 36 Prozent der 1018 Befragten an, die App zu nutzen – und 58 Prozent haben sie nicht einmal installiert. Weitere sechs Prozent erklären überhaupt kein Smartphone zu besitzen. Der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, fordert im August sogar eine Pflicht zur Nutzung der App. (dpa/dh)

Rubriklistenbild: © Zacharie Scheurer/dpa

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