Helfen Masken dagegen?

Corona haftet an Aerosolen: Wie gefährlich ist die Luft für uns?

Das Coronavirus schwebt in unserer Luft und haftet an Aerosolen. Wie gefährlich ist das und wie kann man sich schützen?

  • Forscher der TU Berlin untersuchen, ob sich das Coronavirus durch Aerosole ausbreitet.
  • Covid-19 kann an den Luftpartikel haften bleiben und sich in geschlossenen Räumen leicht verbreiten.
  • Masken schütze nur bedingt gegen Aerosole.

Maskenpflicht, Kontaktverbot, Abstandsregeln, Hygieneplan – im Kampf gegen das Coronavirus gibt es viele Maßnahmen, die wir seit Wochen beachten müssen. All diese Vorschriften sollen die Ausbreitung von Covid-19 verhindern. Doch ist das alles ausreichend? Forscher der Technischen Universität (TU) Berlin haben Bedenken. Denn das Coronavirus kann an Aerosolen haften und sich so unsichtbar in geschlossenen Räumen verteilen. 

Verteilen Aerosole das Coronavirus? Forschung an TU Berlin gestartet

Zunächst einmal muss geklärt werden, was genau Aerosole sind. Unter Aerosole versteht man sehr kleine Schwebeteilchen, die aus festen oder flüssigen Stoffen bestehen. Die kleinsten Partikel sind nur wenige Nanometer groß. Aerosole kommen überall vor, beispielsweise sind sie im Staub in der Raumluft, in Autoabgasen oder im Zigarettenrauch zu finden. Kurz und knapp: Aerosole fliegen ständig in der Luft umher und sind so winzig, dass wir sie mit dem Auge nicht erkennen.

Besteht also nun eine unsichtbare Gefahr durch Aerosole, die mit dem Coronavirus behaftet sind? Genau diese Frage stellen sich die Forscher der TU in Berlin. Die Experten wollen herausfinden, wie sich die Kleinstpartikel im Raum verteilen und was vor einer Infektion schützt.

Coronavirus: Areosole verteilen sich in geschlossenen Räumen

Nachdem sich Experten zu Beginn der Corona-Krise auf die Tröpfcheninfektion konzentriert haben, starten jetzt die Forscher der TU Berlin mit der Analyse der Aerosole. In geschlossenen Räumen könnte sich Covid-19 ganz unbemerkt ausbreiten und so eine mögliche Ansteckungsgefahr darstellen. Laut der TU Berlin sind Aerosole in geschlossenen Räumen ohne Lüftung nach 20 Minuten immer noch vollständig vorhanden. In einem Raum mit maschineller Lüftung sind weitaus weniger Partikel vorhanden. Besteht jetzt aber Grund zur Sorge? 

Laut einer Spiegel-Reportage sei es bislang unklar, wie groß die Coronaviren sein müssen, damit sie noch infektiös sind. Dies soll nun aber herausgefunden werden. Was Martin Kriegel, Leiter des Herman-Reitschel-Instituts an der TU Berlin, zusammen mit seinem Forschungsteam schon jetzt weiß: Beim Singen werden deutlich mehr Aerosole freigesetzt als beim normalen Reden. Es gab bereits mehrere Corona-Ausbrüche nach Chor-Treffen - ein möglicher Zusammenhang mit den Aerosolen kann also durchaus bestehen.

Schutz vor Corona: Halten Masken Aerosole zurück?

Seit dem 27. April gilt in Deutschland die Maskenpflicht. Ein Mundschutz soll die Tröpfchen, die beim Reden, Husten oder Niesen entstehen, zurückhalten. Doch wie sieht es bei den winzigen Aerosol-Partikeln aus? 

Eine Maske kann nur bedingt gegen Coronaviren an Aerosolen helfen.

Die Masken reduzieren eigentlich nicht groß diese Partikelanzahl. Ungefähr 80 bis 90 Prozent der Aerosole geht durch die Undichtigkeit der Maske trotzdem in die Raumluft“, so Martin Kriegel. Die Maske verhindere zwar, dass die Aerosole wie ein Strahl in die Luft verbreitet werden, allerdings drängen die Partikel an den Seiten der Masken hinaus. Kriegel weist darauf hin, dass durch einen Mundschutz eine andere Person nicht direkt von der ausgeatmeten Luft troffen wird. Die Atemluft verdünnt sich stattdessen mit der Raumluft „und trifft mich dann indirekt über einen Umweg, aber eben einer sehr geringen Konzentration. Deswegen bringt das Maskentragen natürlich schon was, gerade wenn man den Abstand nicht wahren kann“, erklärt er weiter.

Corona haften an Areosolen – wie kann man sich schützen?

In Corona-Verordnungen steht, dass in Gebäuden regelmäßig gelüftet werden muss. Kriegel erläutert allerdings, dass das Öffnen der Fenster nicht immer helfe. „Fensterlüftung funktioniert nicht immer. Das stellt man sich so vor: Fenster auf und der Luftstrom kommt rein – das ist nicht wirklich so. Denn wenn Sie keinen Wind draußen haben, wenn Sie die gleiche Temperatur draußen und drinnen haben, dann passiert gar nichts.“ Der Experte erklärt, dass die beste Lösung sei eine Lüftungsanlage.

Geht man also nach den bisherigen Ergebnissen der TU Berlin können Maskenpflicht, Kontaktverbot, Abstandsregeln und ein Hygieneplan nur bedingt gegen das Coronavirus helfen. Aber noch ist unklar, ob überhaupt Corona mit Aerosolen infektiös ist. Und: Wenn man sich im Freien befindet, muss man sich darüber auch überhaupt keine Gedanken machen.

jol

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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