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Baden-Württemberg: Corona-Impfungen bald in 11.000 Arztpraxen möglich

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Von: Robin Eichelsheimer

Baden-Württemberg: Im Südwesten sind am Dienstag (9. März) die ersten Menschen von einem Hausarzt gegen das Coronavirus geimpft worden. Wie viele Praxen im April folgen:

Update vom 11. März: Rund 11.000 der 16.000 Arztpraxen im Südwesten können laut Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg ab April gegen das Coronavirus impfen, wie eine KV-Sprecherin der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“ bestätigt hat. Dies entspricht etwa zwei Drittel aller Haus- und Facharztpraxen im drittgrößten deutschen Bundesland.

Die KV im Südwesten begrüße, dass die Priorisierung der Impfungen den Ärzten vor Ort überlassen werden soll. „Das ist eine klassische ärztliche Aufgabe. Natürlich werden zunächst vulnerable Gruppen einen Impftermin in den Praxen bekommen“, wird die Sprecherin zitiert. Mit den Impfungen werde sich jedoch der Verwaltungsaufwand erhöhen. So würden Impfzahlen in den Praxen normalerweise quartalsweise weitergegeben. „Bei den Covid-19-Impfungen müssen wir die Zahlen täglich dem Robert Koch-Institut melden“, erklärt die KV-Sprecherin.

Baden-Württemberg: Erste Hausärzte starten mit Corona-Impfungen

Erstmeldung vom 9. März: Wer sich aktuell in Deutschland gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, muss sich weiter in Geduld üben. Doch es gibt einen Lichtblick, denn noch in diesem Monat sollen die Impfungen mit den Vakzinen von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca deutlich an Fahrt aufnehmen. Denn wie bereits im Anschluss an den Corona-Gipfel am 3. März verkündet, sollen künftig auch Hausärzte in Arztpraxen impfen dürfen.

Bei der Gesundheitsministerkonferenz am Montag (8. März) wurden nun Nägel mit Köpfen gemacht, die Fachminister von Bund und Ländern einigten sich auf den Impfstart durch Hausärzte für Anfang April. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung stehen 75.000 Haus- und Facharztpraxen bereit. Doch in Baden-Württemberg wurden bereits am Dienstag zahlreiche Menschen von Hausärzten oder bei Hausbesuchen geimpft – aber wie ist das jetzt schon möglich?

NameBaden-Württemberg
Bewohner11,07 Millionen (2019)
HauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Die Grünen)

Corona-Impfung Baden-Württemberg: Pilotprojekt gestartet – erste Impfungen von Hausärzten

Bislang wurden laut Robert Koch-Institut seit Impfstart im Dezember 2020 in Baden-Württemberg 708.117 Erstimpfungen und 331.370 Zweitimpfungen in den hiesigen Impfzentren oder durch die mobilen Impfteams durchgeführt. Am Dienstag (9. März) werden die Vakzine im Rahmen eines Pilotprojekts jedoch auch in Arztpraxen und bei Hausbesuchen verimpft. Wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) in Stuttgart mitteilte, sind dabei Hausärzte von rund 40 Praxen beteiligt.

Das Pilotprojekt ist auf sechs Wochen angelegt – dabei sollen Fragen zur Logistik und dem Ablauf der Impfungen gegen das Coronavirus in den Praxen geklärt werden. Geimpft werden dabei zunächst nur Menschen über 80 Jahre. Durch den Testlauf in Baden-Württemberg soll der Übergang der Impfungen in die Regelversorgung bei den Hausärzten ermöglicht werden. Fast alle der insgesamt 44 Stadt-und Landkreise im Südwesten sind an dem Pilotprojekt beteiligt.

Corona-Impfung: Gesundheitsminister einigen sich auf Impfungen durch Hausärzte ab April

Ab Anfang April dürfen in Deutschland auch niedergelassene Ärzte flächendeckend mit Impfungen gegen das Coronavirus starten. Sobald genug Impfstoff zur Verfügung stehe und die Logistik geklärt sei, werde man natürlich auch umfassend bei den Hausärzten mit dem Impfen beginnen - unabhängig vom ausgegebenen Zeitplan des Pilotprojekts, erklärt der Sprecher der KVBW im Anschluss an die Einigung durch die Gesundheitsminister von Bund und Ländern.

Für die Impfungen bei den Hausärzten ab Anfang April soll das Vakzin auf normalem Wege über Großhandel und Apotheken in die Praxen kommen. Die Impfzentren sollen vorerst weiter bestehen bleiben – dort werden in Baden-Württemberg die Impfstoffe bislang durch das Land zur Verfügung gestellt. Von dort muss es schließlich in die Praxen verteilt werden. Da der Impfstoff von AstraZeneca im Gegensatz zu den Vakzinen von Moderna und BioNTech bei Kühlschranktemperatur gelagert werden kann, soll dieser in Arztpraxen verimpft werden. Seit dem 5. März darf er auch Menschen über 65 verabreicht werden.

Bis Dienstag (9. März) wurden laut Bundesgesundheitsministerium über 2,5 Millionen Menschen in Deutschland vollständig gegen das Coronavirus geimpft, was rund drei Prozent der Bevölkerung entspricht. 5,3 Millionen Menschen haben mindestens eine
Impfdosis erhalten. (rob/dpa)

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