Hohes Risiko für Deutschland

Coronavirus: Was steckt hinter der Lungenerkrankung? Alles, was Du darüber wissen solltest

Eine neue Lungenerkrankung wird zur Bedrohung für die ganze Welt. Doch woher kommt das Coronavirus und wie kann die Krise gestoppt werden?

  • Die Coronavirus-Krise hat die Welt fest im Griff
  • Im Dezember 2019 brach die Lungenkrankheit erstmals in China aus. 
  • Trotz drastischer Maßnahmen verbreitete sich das neue Virus rasant und gilt seit März 2020 als länderübergreifende Pandemie.
  • Auch in Deutschland gibt es bereits tausende Fälle von Covid-19.
  • Alle Informationen zum Coronavirus im Überblick:

Die neuartige Atemwegserkrankung Covid-19 brach erstmals Ende Dezember 2019 in China aus, entwickelte sich dort im Januar 2020 zur Epidemie und breitete sich kurz darauf weltweit aus. Der Ausbruch wurde durch das – bis dahin völlig unbekannte – Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst. Seit März 2020 spricht WHO im Zusammenhang mit dem Coronavirus von einer Pandemie – also einer Krankheit, die sich über Länder und Kontinente hinweg verbreitet. In Europa sind vor allem Italien, Frankreich und Spanien schwer von der Coronavirus-Krise massiv betroffen. Aber auch in Deutschland breitet sich die Krankheit immer weiter aus. Um die Ausbreitung des Coronavirus in der Bundesrepublik zu verlangsamen, wurden bereits Maßnahmen wie das Kontaktverbot eingeführt. Wer Regeln wie Ausgangsbeschränkungen nicht einhält, muss mit hohen Strafen rechnen. Alle Informationen zum Coronavirus im Überblick: 

Coronavirus: Wie alles begann

Im Dezember 2019 registrierten die chinesischen Behörden erstmals Infektionen mit einer neuen, unbekannten Lungenerkrankung. Schnell war klar, dass der Ursprung dieser neuen Krankheit ein großer Markt in der Stadt Wuhan war, wo auch lebende Tiere und Fische verkauft werden. Bis Ende Dezember gab es in Wuhan bereits fast 30 Infizierte. Im Januar 2020 beschäftigte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals mit der neuen Krankheit, wenige Tage später identifizierten chinesische Experten den Erreger als neuartiges Coronavirus. Am 11. Januar 2020 meldete China den ersten Todesfall in Wuhan. Als erster Fall im Ausland wurde im Januar eine Infektion in Thailand nachgewiesen. Am 24. Januar 2020 erreichte das Coronavirus auch Europa, als zwei Fälle in Frankreich bestätigt wurden. In Deutschland wurde der erste Coronavirus-Fall am 28. Januar gemeldet. 

Gefahr durch Coronavirus: Risiko für Deutschland als hoch eingestuft

Am 17. März hat das Robert-Koch-Institut (RKI) seine Risikoberwertung für das Coronavirus in Deutschland aktualisiert. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits in allen Bundesländern Infektionsfälle bestätigt. „Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine ernstzunehmende Situation“, so das Institut. Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung würde in Deutschland derzeit als insgesamt hoch eingeschätzt, für die Risikogruppe als sehr hoch. „Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu“, heißt weiter. Die Belastung des Gesundheitswesens von Deutschland hinge laut RKI maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung) ab und könne örtlich sehr hoch sein. In Deutschland gibt es (Stand 30. März) bereits über 500 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19.

Coronavirus, Covid-19 und SARS-CoV-2 – was ist der Unterschied und woher kommt der Name?

Coronaviren sind nach Angaben vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung bereits seit den 1960er Jahren bekannt. Sie stammen aus der Familie der RNA-Viren, die sowohl Tiere als auch Menschen infizieren können. Der Name ist auf das charakteristische, kranzförmige Aussehen der Viren zurückzuführen. Lateinisch „Corona“ bedeutet Kranz oder Krone. 

Diese von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) im Januar 2020 zur Verfügung gestellte Illustration zeigt das neuartige Coronavirus.

Bei Menschen können Coronaviren zu unterschiedlichen Atemwegserkrankungen führen, von einer leichten Erkältung bis hin zu schweren Krankheiten wie zum Beispiel SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) oder MERS (Middle East Respiratory Syndrome). Das neuartige Coronavirus, das 2019 erstmals in China auftrat, wurde – wegen seiner nahen Verwandtschaft zu dem SARS-Virus – SARS-CoV-2 genannt. Die Krankheit, die das Coronavirus SARS-CoV-2 auslöst, nennt man Covid-19

Coronavirus: Das sind die Symptome von Covid-19

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) variiert der Krankheitsverlauf von Covid-19 stark von Mensch zu Mensch. Manche Personen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, zeigen keine Symptome. Die Krankheit kann aber auch tödlich enden, wenn sich eine schwere Lungenentzündung mit Lungenversagen entwickelt. Nach Angaben des RKI seien bisher rund 80 Prozent der Erkrankungen „milde bis moderat“ verlaufen, also ohne Lungenentzündung und Atemnot. Vor allem bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen – der sogenannten Risikogruppe – ist die Warscheinlichkeit für einen schweren Verlauf der Krankheit höher. 

Als die häufigsten Symptome von Covid-19 werden Fieber und Husten angegeben. Bei den Patienten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, können aber auch Kurzatmigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, eine verstopfte Nase oder Durchfall auftreten. Je mehr Infizierte es gibt, desto mehr Symptome bringen die Mediziner mit dem Coronavirus in Zusammenhang. Amerikanischen Medienberichten zufolge könnten auch rote, juckende und tränende Augen ein frühes Symptom einer Infektion sein – allerdings nur gepaart mit Fieber oder Husten. Bei der Untersuchung von infizierten Menschen insbesondere im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen gaben viele Betroffene außerdem den Verlust des Geruchs- und Geschmacksinns an. 

Coronavirus: Ab wann zählt man zur Risikogruppe?

Das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 steigt nach Angaben des RKI ab 50 bis 60 Jahren immer weiter an. Besonders Senioren können wegen ihres langsamer reagierenden Immunsystems schwer krank werden. Aber auch Menschen, die bereits vorher krank sind, zum Beispiel unter Diabetes, Erkrankungen der Atemwege oder Herzkreislaufproblemen leiden, gehören zur Risikogruppe für das Coronavirus

Coronavirus: Ansteckung und Übertragung – Tipps zum Schutz vor Covid-19

Das Coronavirus wird hauptsächlich über Tröpfcheninfektion übertragen. Das bedeutet: Eine Ansteckung kann passieren, wenn Virus-haltige Tröpfchen von Mensch zu Mensch gelangen – zum Beispiel durch Niesen oder Husten. Man kann sich aber auch indirekt über die Hände anstecken, wenn man zum Beispiel einen kontaminierten Gegenstand berührt hat und sich anschließend an Mund, Augen oder Nase fasst. 

Doch wie kann man sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen? Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt:

  • beim Husten und Niesen größtmöglichen Abstand halten
  • Nur in die Armbeuge oder in ein Papiertuch niesen und dieses danach sofort entsorgen
  • Berührungen vermeiden, wenn man ander Menschen begrüßt
  • Regelmäßig Hände waschen – mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife

Inkubationszeit und Dauer des Coronavirus: Wie lange ist man ansteckend? 

Die Inkubationszeit gibt die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn einer Krankheit an. Die Inkubationszeit des Coronavirus hat eine Spannweite von 1 bis 14 Tagen. Laut Robert-Koch-Institut dauert es im Durchschnitt 5 bis 6 Tage, bis Covid-19 nach einer Ansteckung ausbricht. In einer Studie des RKI mit neun Patienten, bei denen mehrfach Abstriche genommen wurden, zeigten sich die Coronaviren 4 bis 8 Tage nachdem sich die ersten Symptome gezeigt hatten. So lange waren die Patienten für ihre Mitmenschen noch ansteckend

Coronavirus gefährlicher als Grippe? Was ist der Unterschied?

Oft verwechseln Infizierte die Symptome von Covid-19 mit denen einer Grippe. Doch was ist gefährlicher? Influenza oder Coronavirus? Covid-19 weist viele Ähnlichkeiten zur Grippe auf. Bei beiden Krankheiten gehören Atemwegserkrankungen zu den Symptomen und sowohl Covid-19 als auch Grippe können ganz ohne Symptome verlaufen oder aber auch tödlich enden. Sowohl das Coronavirus als auch Influenza-Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. 

Einen wesentlichen Unterschied zwischen Coronavirus und Influenza sieht die WHO in der Geschwindigkeit der Übertragung. Die Grippe hat eine kürzere Inkubationszeit als Covid-19 und kann bereits vor dem Auftreten der ersten Symptome extrem ansteckend sein. Beim Coronavirus hingegen gab es bisher nur wenige Patienten, die in den ersten 24 bis 48 Stunden nach ihrer Ansteckung weitere Menschen angesteckt haben. Die Grippe kann sich also viel schneller verbreiten, als Covid-19. 

Coronavirus: Wie läuft der Test ab und ab wann kann man ihn machen?

In Deutschland werden Personen erst auf Coronavirus getestet, wenn eine bestimmte Ausgangslage gegeben ist:

  • Jemand hat grippeähnliche Symptome
  • UND hat sich in den letzten 14 Tagen in einer Region/Risikogebiet mit Coronavirus-Fällen aufgehalten
  • ODER hatte in den letzten 2 Wochen Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall

In diesem Fall sollte man sich zunächst telefonisch beim Hausarzt melden – und auf keinen Fall ohne vorherige Anmeldung in die Praxis gehen. In dringenden Fällen kann an auch die Hotline vom Infektionsschutz unter ☎ 116 117 anrufen. Die Entscheidung, ob ein Test auf das Coronavirus Sinn macht, entscheidet der Arzt.

Beim Test auf eine Infektion mit Covid-19 entnimmt der Arzt eine Probe aus den oberen und/oder tiefen Atemwegen – zum Beispiel einen Abstrich aus dem Nasen-, Mund-, oder Rachenbereich. Die Proben werden anschließend an ein Labor geschickt, das mit einem speziellen Verfahren prüft, ob das Coronavirus in der Probe enthalten ist. Sobald das Ergebnis vorliegt, wird man vom Arzt informiert. Wie lange das dauert, hängt vom jeweiligen Labor ab. In manchen Fällen gibt es nur zweimal am Tag Testergebnisse, in einigen bereits schon innerhalb von 4 bis 5 Stunden. 

Coronavirus: Wann gibt es einen Impfstoff gegen Covid-19?

Weltweit arbeiten Forscher mit Hochdruck daran, einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln. Doch wann wird er fertiggestellt sein? Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht im Kampf gegen das Coronavirus frühestens Ende des Jahres 2020 einen Impfstoff. „Wir müssen davon ausgehen, dass ein Impfstoff, mit dem breitere Teile der Bevölkerung geschützt werden können, erst gegen Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres zur Verfügung steht", sagte die CDU-Politikerin Ende März dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Für die Impfstoff-Forschung gelte: „Wir wollen so schnell wie möglich laufen - aber wir dürfen dabei nicht hinfallen. Wir müssen sicher sein, dass die Impfung wirkt und dem Patienten nicht schadet.“ Karliczek sagte weiter: „Wir reizen die Forschungsmöglichkeiten bis aufs Letzte aus. Wir sind bereit, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen, wenn es erfolgversprechende Projekte gibt. Am Geld wird die Corona-Forschung nicht scheitern.“

Corona-Bußgelder: Bei Verstoß gegen die Maßnahmen drohen hohe Strafen

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus legen die Bundesländer seit Ende März nochmal einen Zahn zu. Mit neuen Corona-Bußgeldkatalogen drohen nun empfindliche Strafen für die Menschen, die sich nicht an das Kontaktverbot halten. So haben zum Beispiel bereits Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg festgelegt, welche Bußgelder bei Verstoß gegen die Maßnahmen verfügt werden können. Das bietet den Kommunen eine einheitliche Handhabe – und den Bürgern eine gewisse Transparenz. Auch Hessen will einen Bußgeld-Katalog für einheitliche Strafen einführen. (kab)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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