Tipps zur Haarpflege in Quarantäne 

Coronavirus: Friseure geschlossen – diesen Fehler sollte man jetzt nicht machen! 

Nach langem Zögern müssen auch Friseur-Salons ihre Türen dicht machen. Doch aufgepasst: Diesen Fehler solltest Du jetzt auf keinen Fall machen! So pflegst du Deine Haare in Coronavirus-Zeiten: 

  • Das Coronavirus legt öffentliches Leben in Deutschland weitgehend lahm.
  • Um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen, sollen soziale Kontakte weitestgehend vermieden werden.
  • Neue Verordnung wegen Coronavirus: Ab 21. März müssen Friseure auch geschlossen bleiben.
  • Friseure warnen: Auf keinen Fall Haare daheim schneiden!
  • Tipps zur Haarpflege in Zeiten der Corona-Krise: 

Update vom 27. März: Es ist Mitternacht am Samstag den 21. März 2020. „Stunde Null“ für alle Beauty&Style-Enthusiasten in der Baden-Württemberg: Friseure müssen auf unbestimmte Zeit dicht machen. Und nun? Erleben wir den Beginn einer Retrowelle? Frei nach dem Motto: „Back to the 70ths“ – lasst die Mähne wachsen? Oder doch lieber Schnipp-Schnapp selbstgemacht und bitte nicht zu knapp gedacht? Letzteres sorgt bei erfahrenen Haarstylisten für Entsetzen. Was wiederum selbsternannte Influencer-Experten nicht davon abhält, Anleitungen für den selbstgemachten Haarschnitt ins Netz zu stellen. Do-it-Yourself-Videos haben in Zeiten der Corona-Krise erwartungsgemäß Hochkonjunktur. Ist ja auch alles ganz einfach – oder etwa nicht?   

Corona-Krise: Alle Friseure geschlossen – Do-it-yourself Haarschnitt?

Die US-amerikanische Pop-Rock-Sängerin P!nk macht es vor. Folgt man ihrer Anleitung, bedarf es lediglich ein bisschen Alkohol – natürlich um sich Mut anzutrinken. Davon kann man nur abraten. Berauscht solltest Du nicht mit scharfen Gegenständen hantieren! 

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Sogar Profis würden in den seltensten Fällen bei sich selbst Hand anlegen. Der Grund: Man sieht den eigenen Kopf nicht gut genug. Die Folge: Das kann einfach nur schief gehen ! 

Corona-Krise: Alle Friseure geschlossen – Experten-Tipps zur Haarpflege

Vielmehr kannst du die Zeit nutzen und Deinen Haaren eine Verschnaufpause gönnen. Ausgangsbeschränkung und Homeoffice eignen sich ideal, um auf die regelmäßige Haarwäsche zu verzichten. Genau das soll laut dem Mannheimer Star-Hairstylisten Joel Platzer wahre Wunder bewirken. 

Für lange und feine Haare ist das regelmäßige Waschen „richtig stressig“, so der Friseur auf seinem Youtube-Kanal und warnt zudem eindringlich: „Zu häufiges Haarewaschen mit Shampoo ist Grundsätzlich tödlich für die Haare!“ 

Willst Du Deinen Haaren etwas Gutes tun, solltest Du das Waschen je nach Haartyp einschränken: Zweimal die Woche ist entsprechend der Meinung des Experten, optimal für langes Haar.  

Corona-Krise: Alle Friseure geschlossen – aber warum erst jetzt?

Update vom 21. März: Jetzt also doch (endlich) die Schließung aller Friseur-Salons in Baden-Württemberg! Am Freitag (20. März) hat die Landesregierung die bis dahin geltende Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nochmals verschärft – die Regelungen gelten seit Samstag (21. März) um 0 Uhr. Neben der Schließung aller Restaurants und Gaststätten (mit Ausnahme von Take-Away-Angeboten), dem Verbot von Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen von über drei Personen (mit Ausnahme von Familien oder Menschen, die zusammenleben), dem Verbot von Einreisen und Durchreisen von Personen aus internationalen Corona-Risikogebieten (mit der Ausnahme von Fahrten zum Arbeitsplatz, zum Wohnort, zum Transport von wichtigen Gütern und einem Todesfall in der Familie), müssenab sofort laut Verordnung auch alle Friseure geschlossen bleiben. Aber warum erst jetzt?

Friseure in der Corona-Krise: „So lange wir noch offen haben, nimmt keiner die Lage ernst“

Erstmeldung vom 19. März: Das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff. Die Zahl der an Covid-19 infizierten Menschen steigt stündlich. „Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst“, warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch (18. März) in einer Fernsehansprache an die Nation. Schulen und Kitas, Kneipen, Discos, Kinos, Theater, Geschäfte, Fitnessstudios - alles, was nicht „systemrelevant“ ist, wurde geschlossen. Um die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit zu verlangsamen, sollen die Menschen ihre Sozialkontakte auf ein notwendiges Minimum reduzieren. Lediglich für den Alltag der Bürger wichtige Einrichtungen bleiben geöffnet: Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg umfasst das neben Supermärkten, Apotheken, Ärzten, Drogerien oder Banken auch Baumärkte – und Friseure

Coronavirus: Warum sind Friseure weiter geöffnet?

Warum bleiben Friseure - ein Berufsfeld, in dem direkter Körperkontakt unabdingbar ist - geöffnet? Und das in Zeiten, in denen Kinderspielplätze geschlossen werden und „Social Distancing“ sich für den engeren Kandidaten-Kreis für das „Wort des Jahres“ bewirbt? In Zeiten, in denen eine Ausgangssperre für viele Menschen in Deutschland nicht mehr undenkbar ist?

Trotz aller Einschränkungen soll das tägliche Leben weitestgehend aufrechterhalten werden, sagt das Sozialministerium Baden-Württemberg: „Der Besuch eines Friseurs gehört zur persönlichen Hygiene jedes Einzelnen. Die Hygiene-Standards in Friseur-Salons sind ohnehin sehr hoch, die Mitarbeiter entsprechend sensibilisiert.“ Insbesondere den Kunden aus der Risikogruppe stehe es ja frei, alle nicht unbedingt notwendigen Termine abzusagen, erklärt ein Ministeriumssprecher. „Hier appellieren wir auch an die Vernunft und Eigenverantwortung der Bürger.“ 

Viele Friseure kommen leicht auf mehrere Dutzend Kundenkontakte am Tag. Wie soll da eine Verbreitung des Coronavirus verhindert werden? Die Friseure sind lediglich gehalten, einen Mindestabstand zwischen den Kunden von 1,50 Metern zu gewährleisten. Effektiver Infektionsschutz ist das nicht, wenn man bedenkt, dass Friseure direkten Kontakt mit dem Kopf des Kunden haben. 

Selbstverständlich ist es für uns Friseure nicht nachvollziehbar, warum wir dieser Gefahr ausgesetzt werden“, ärgert sich Jörg Fahn von der Kreishandwerkerschaft Rhein-Neckar. Wie bei Ärzten könnten auch Frisöre keinen Sicherheitsabstand einhalten. „Eine neue Frisur, ein neuer Style, können sicherlich auch der Psyche eines Menschen helfen, aber als lebensnotwendig erachten wir dies nicht“, so Fahn. Die Friseur-Verbände seien an dem Thema dran, bis dato gebe es aber nichts Neues. Weitere Betriebsöffnungen seien für viele Menschen nicht nachvollziehbar, weiß Fahn: „Nach dem Motto: ‚Na, wenn der Friseur noch offen hat, kann es ja nicht so schlimm sein.

Coronavirus: Salons weiter offen - das sagen Friseure

Solange wir noch geöffnet haben, nimmt keiner die Lage ernst“, meint auch Ben* aus Worms. Sein Friseursalon sei voll ausgebucht. Nur Augenbrauenzupfen dürfe man wegen Corona jetzt nicht mehr. „Es ist sehr ironisch, dass ich mit meinen Kunden darüber rede, dass wir uns gegenseitig schützen müssen, während ich direkten Körperkontakt mit ihnen habe.“ 

Wir haben so nah Kontakt mit den Kunden, da hilft Händewaschen oder Desinfizieren auch nichts mehr“, findet Sandra aus Worms, die bei einer Friseurkette arbeitet, die auch ohne vorherige Terminvergabe Kunden annimmt. „Aber wir sind gezwungen zu arbeiten. Bei unserem Gehalt können wir uns Kurzarbeit nicht leisten, geschweige denn unbezahlten Urlaub nehmen. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Gesundheit und die der Kunden aufs Spiel zu setzen.

Coronavirus: Friseure geöffnet - eine Frage der Finanzen

Tara Amin betriebt seit viereinhalb Jahren ihren Salon „Hairdesign Tara“ in Mannheim-Lindenhof. Sie sieht sich von der Politik im Stich gelassen. Das Geschäft sei wegen des Coronavirus in Mannheim stark rückläufig. Viele Kunden haben Termine abgesagt, ihre beiden Azubis hat sie schon nach Hause geschickt. „Ich überlege mir, das Geschäft zu schließen - auch, um mich und meine Kunden nicht zu gefährden“, erzählt Amin. „Ohne Rücklagen muss ich aber weiter arbeiten, solange es geht.“ Die Friseur-Innung habe ihr lediglich auf die KfW verwiesen, wo sie notfalls einen Kredit beantragen könne. Offen ist derzeit aber noch, zu welchen Konditionen. Die Friseur-Innung Mannheim lässt uns wissen, dass sie „derzeit vollständig im Dienste unserer Mitgliedsbetriebe ausgelastet“ sei und deshalb keine Statements abgeben könne. 

Keine Bedenken und keine Angst“ hat indes Florin Treja, dessen Friseursalon unweit in der Heidelberger Altstadt liegt. Obwohl die Hauptstraße in Heidelberg wegen Corona inzwischen gespenstisch ruhig wirkt, habe sein Kundenstrom in den vergangenen Tagen nur unmerklich nachgelassen, so Treja. Am Montag sei es noch „rappelvoll“ gewesen, am Dienstag merklich weniger, am Mittwoch hingegen seien wieder viele Kunden zu ihm gekommen. Von der Corona-Krise lasse er sich „nicht verrückt“ machen. Den Laden zu schließen kommt auch für Treja aus finanziellen Gründen nicht in Frage. Ein Umstand treibt Treja dennoch um: Seine acht und zwölf Jahre alten Kinder seien jetzt allein zuhause, da seine Frau von ihrem Arbeitgeber aufgefordert wurde, ins Büro zu kommen. 

rmx

*Name von der Redaktion geändert

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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