So reagiert der Inhaber

Wegen Corona: Gartencenter-Angestellte trotzen Bombendrohung

Mannheim - Ein Unbekannter droht am Dienstagabend mit einem Bombenanschlag auf den Gartenmarkt „Beier“. Grund: Der Markt hat während der Corona-Krise geöffnet. So reagiert der Inhaber:

  • Ein unbekannter Täter droht mit einem Anschlag auf den Gartenmarkt Beier in Mannheim.
  • Grund: Der Markt hat trotz Coronavirus geöffnet.
  • Kripo Mannheim nimmt sofort die Ermittlungen auf.

Update vom 26. März: „Durch die Corona-Krise sind die Sorgen der Menschen ohnehin schon sehr groß - da muss man nicht noch zusätzlich Ängste schüren“, findet Andreas Beier, Inhaber und Geschäftsführer, als wir ihn auf die Drohung gegen sein des Gartencenter in Mannheim-Sandhofen ansprechen. 

Als er am Mittwochmorgen (25. März) von der Anschlagsdrohung erfuhr, habe er zunächst gedacht, er sei „im falschen Film“. Kurz darauf informierten ihn Beamte der Polizeidienststelle Sandhofen über die Mail. 

Wegen Coronavirus: Das passierte nach der Drohmail gegen das Gartencenter

Ein Kriminalbeamter analysierte die Drohmail, und sprach am Mittwochnachmittag mit einem Teil der Belegschaft über die Erkenntnisse: Bislang gehe man davon aus, dass es sich bei der Drohung tendenziell um ein „Fake“ handle. Dennoch müsse man sie ernst nehmen - „die menschlichen Abgründe sind tief“, sagt Beier. Die Kripo kümmere sich gut, sein Geschäft werde jetzt vermehrt bestreift. 

Ein unbekannter Täter droht mit einem Anschlag auf den Gartenmarkt Beier in Mannheim.

Gestern Abend hatte ich kurz ein mulmiges Gefühl, aber eigentlich fühle ich mich sicher“, erzählt eine Mitarbeiterin gegenüber MANNHEIM24. Prinzipiell gebe es ein großes Vertrauen in die Schutzmaßnahmen der Polizei: Die rund 50 festangestellten Mitarbeiter seien ausnahmslos zur Arbeit erschienen, berichtet Beier. Als vertrauensbildende Maßnahme wertet er die Tatsache, dass die Kripo am Donnerstagmorgen auch den Teil der Belegschaft persönlich informierte, der am Mittwoch nicht gearbeitet hat. Mitarbeiter sind angehalten, potentiell verdächtige Personen zu melden.

Wegen Coronavirus: Müsste das Gartencenter nicht geschlossen haben?

Weil sich „hunderte Kunden gegenseitig anstecken“ könnten, hatte der unbekannte Bombendroher das Gartencenter in seiner Mail als „nicht essentiellen Blumenladen“ bezeichnet und gedroht ihn anzustecken, sollte er nicht geschlossen werden. Dabei sehen sowohl die Corona-Verordnung des Landes und die Allgemeinverfügung der Stadt Mannheim vor, dass neben Baumärkten auch Geschäfte für den Gartenbaubedarf weiter geöffnet bleiben. Und das macht aus Beiers Sicht auch Sinn. Schon jetzt kämen 20 Prozent des Gemüses aus dem eigenen Anbau, rechnet Beier vor. Hinzu kämen viele Erwerbsgartenbauern, die ihren Bedarf an Setzlingen oder Dünger teilweise auch in Gartencentern wie seinem deckten. Wegen der Corona-Krise rechnen Landwirte mit Engpässen bei der Versorgung mit Obst und Gemüse

Mit Blick auf die Corona-Pandemie seien Gartenbedarfs-Geschäfte ohnehin wichtig: Wenn die Entwicklung so weiter gehe und die Landwirte kaum Saisonkräfte bekämen, um ihre Böden zu bestellen, könnte es sein, dass im Sommer im Supermarkt das Gemüse knapp werde. „Dann werden Kartoffeln das, was jetzt das Klopapier ist“, mutmaßt Beier. Zudem bräuchten die Menschen ja etwas, mit dem sie sich beschäftigen können. Und das finden viele eben im Garten.

Das Gesundheitsamt Mannheim meldet inzwischen weitere Coronavirus-Fälle aus Mannheim. Auch die Mitarbeiterin einer Kita-Notbetreuung wird positiv auf das Coronavirus getestet.

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Wegen Coronavirus: Unbekannter droht mit Bombenanschlag auf Mannheimer Gartenmarkt!

Erstmeldung vom 25. März: Am Dienstagabend (24. März) verfasst ein bislang unbekannter Täter eine Drohmail, die er unter anderem an die Polizei Mannheim verschickt. Der Betreff lautet: „Wenn Sie den Gartenmarkt nicht schließen, wird er brennen.“ Die E-Mail, die auch der MANNHEIM24-Redaktion vorliegt, richtet sich an den Gartenmarkt „Beier“ in Mannheim-Sandhofen. Der Verfasser wirft den Betreibern vor, Menschenleben aufs Spiel zu setzen, da der Markt trotz der Ausbreitung des Coronavirus geöffnet hat. „In Zeiten der Corona-Krise halten Sie ihren nicht essenziellen Blumenladen weiterhin offen und hunderte Kunden können sich gegenseitig anstecken. Damit ist jetzt Schluss.

Coronavirus in Mannheim: Unbekannter droht Gartenmarkt Beier mit Bombe

Der Unbekannte kündigt an, dass er einen Brandanschlag auf den Gartenmarkt Beier verübe, falls dieser nicht spätestens am Donnerstagvormittag (26. März) bis auf Weiteres zu mache. Der Täter schreibt, dass er auch auf das Wohnhaus eines Mitarbeiters oder des Geschäftsführers einen Anschlag ausführe, falls der Gartenmarkt polizeilich überwacht werde. Er habe bereits eine Bombe dafür hergestellt. Abschließend bezeichnet sich der Unbekannte selbst als „der feurige Tod“.

Wegen Coronavirus: Täter droht mit Anschlag auf Gartenmarkt – Polizei schreitet ein

Nachdem der Polizei Mannheim am Dienstagabend der Fall gemeldet wurde, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. „Derzeit werden Schutzmaßnahmen sowohl Gartencenter als auch für den Geschäftsführer und Mitarbeitern abgestimmt“, heißt es am Mittwochnachmittag in einer Pressemitteilung der Polizei Mannheim

Ein unbekannter Täter droht mit einem Anschlag auf den Gartenmarkt Beier in Mannheim

Ermittelt werde wegen des Verdachts der „Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten". Wie ein Sprecher der Polizei Mannheim auf Nachfrage bestätigt, ist der Gartenmarkt Beier über die Drohmail informiert worden. Der Gartenbaumarkt bleibt trotz Coronakrise weiter geöffnet, da er spezielle Anforderungen erfülle, so ein Sprecher der Polizei auf MANNHEIM24-Anfrage

Wie die Polizei Mannheim außerdem mitteilt, scheinen sich die Fälle zu häufen, in denen Jugendliche Senioren anhusten und „Corona“ rufen. Auch zwei Frauen müssen solch eine Attacke über sich ergehen lassen. Allerdings geht der Täter hier noch einen Schritt weiter und verletzt einer der beiden Frauen – weil sie ein asiatisches Aussehen hat.

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pol/jol

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Robin Eichelsheimer

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