Zum ersten Mal in der Geschichte

Ölpreis fällt ins Minus – Wird das Tanken bald kostenlos?

Coronavirus - Zum ersten Mal in der Geschichte ist der Ölpreis ins Negative gerutscht. Auch an den Zapfsäulen der Region gibt es Tiefstpreise. Ist das Tanken bald kostenlos?

  • Die Coronavirus-Pandemie sorgt vielerorts für wirtschaftlichen Stillstand.
  • Autos, Flugzeuge und Fabriken stehen seit Wochen still.
  • Die Nachfrage nach Rohöl ist dramatisch gesunken, was zu historisch niedrigen Ölpreisen führt.
  • Diesel, Benzin und Heizöl sind so günstig wie vor 11 Jahren.
Wer in den vergangenen Tagen an der Zapfsäule stand, musste ausnahmsweise nicht so tief in die Taschen greifen. Wegen der Coronavirus-Pandemie ist der weltweite Ölpreis dramatisch gesunken, was sich auch an den Tankstellen in der Metropolregion Rhein-Neckar bemerkbar macht. Nicht mal 1,00 Euro kostet der Diesel mittlerweile vielerorts und auch das Super Benzin bekommt man für schlappe 1,05 Euro. Wie der Automobilverband ADAC bekannt gibt, ist der Benzinpreis so günstig wie vor elf Jahren in 2009. Dass man zurzeit nirgendwo hinfahren darf, um die günstigen Spritpreise auszunutzen, ist dabei ein Wermutstropfen.

Coronavirus: Preis-Schock an den Zapfsäulen

Im Bundesmittel zahlen Autofahrer, laut ADAC, derzeit für einen Liter Super E10 1,160 Euro, was 2,1 Cent weniger sind als in der vergangenen Woche. Diesel hingegen wurde um knapp 1,8 Cent günstiger und kostet im Durchschnitt 1,078 Euro in Deutschland. Selbst die hohe Heizölnachfrage kann den Dieselpreis nicht stabilisieren, auch wenn sie den freien Fall etwas dämpft.

Auch in Wiesloch bei Heidelberg ist der Dieselpreis auf unter 1,00 Euro gesunken.

Am günstigsten haben Autofahrer heute in Ludwigshafen getankt. Dort hat der Liter Diesel bloß 0,949 Euro gekostet. Doch auch in Heidelberg und Mannheim konnten Autofahrer für weniger als 1,00 Euro Diesel tanken.

Ölpreise im freien Fall: Coronavirus dämpft Nachfrage

Der Grund für die günstigen Spritpreise an der Tankstelle sind die massiven Einbrüche der Rohölpreise. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist die Nachfrage nach Rohöl dramatisch gesunken. Klar: Es wird weniger geflogen, gefahren und gearbeitet. Die zahllosen Autos, Flugzeuge und Fabriken, die jetzt still stehen, haben kurz vor der Corona-Krise über 100 Millionen Barrel Rohöl am Tag gebraucht. Diese gewaltige Menge ist über Nacht auf ein Minimum geschrumpft, aber die Öl-Firmen haben weiterhin Öl produziert. Da der Bedarf viel höher ist, als die Nachfrage hat das eine gewaltige Auswirkung auf den Ölpreis: Seit Jahresbeginn ist dieser um mehr als 65 Prozent gesunken.

Coronavirus wirkt sich auf Rohöl-Preis aus: Wird Tanken bald billiger?

Am Dienstag (21. April) ist es dann zu einem historischen Ereignis gekommen: Zum ersten Mal in der Geschichte ist der Ölpreis ins Negative gerutscht. Somit mussten Ölhändler in den USA Geld dafür bezahlen, dass ihnen jemand ihr Öl abkauft. Hierbei spielte aber auch ein technischer Effekt eine entscheidende Rolle. Das Rohöl-Geschäft läuft zum Großteil via Termingeschäften. Das bedeutet, dass ein Verkäufer sich zu einem bestimmten Termin verpflichtet eine bestimmte Menge an Rohöl zu einem bestimmten Preis zu liefern. Und der Käufer verpflichtet sich diese Menge Öl auch abzunehmen. Diese Vereinbarung wird in einem sogenannten Kontrakt festgehalten. Spekulanten handeln dann mit diesen Kontrakten und spekulieren auf steigende oder fallende Kurse. Am Anfang der Woche konnten die Inhaber solcher Kontrakte ihre Lieferverträge nicht mehr loswerden, weil niemand Öl brauchte. Der Markt ist gesättigt und die Lager voll. Den Spekulanten blieb nichts anderes übrig, als die Papiere zu Schleuderpreisen zu verhökern, was den Preissturz noch verstärkte.

Sinkender Rohöl-Preis auch in Deutschland spürbar

In Deutschland sind sich Experten einig: Autofahrer sollten nicht damit rechnen, bald an der Tankstelle Geld für's Tanken zu bekommen. In Deutschland setzt sich der Preis für Benzin und Diesel aus mehreren Faktoren zusammen. So sind Transport, Verarbeitung und Besteuerung wesentlich bei der Zusammensetzung des Spritpreises für den Verbraucher.

mw

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Michael Watson

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