Zulassung im Juni

CureVac-Impfstoff: Ausfuhr-Stopp in den USA – wie massiv ist die Verzögerung?

Tübingen - CureVac wollte demnächst mit der Massenproduktion seines Corona-Impfstoffes beginnen, doch nun behindert die USA offenbar die Lieferung notwendiger Rohstoffe:

CureVac ist der Nachzügler unter den Impfstoff-Herstellern. Nachdem das Tübinger Unternehmen zunächst ziemlich früh mit den Forschungen um ein Corona-Vakzin begonnen hat, galt es als Hoffnungsträger in der Pandemie. Allerdings wurde es immer stiller um CureVac bis der Biotechnologische Betrieb schließlich von anderen Firmen wie BioNTech und Pfizer sowie Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson überholt wurde. Während deren Corona-Impfstoffe zum Teil seit mehreren Monaten verimpft werden, hängt CureVac irgendwo zwischen Tests, Produktion und Zulassung fest. Nun kommt es zu einer weiteren Verzögerung – dieses Mal liegt es an fehlenden Materialien.

CureVac: USA stoppt Ausfuhr von Materialien – Impfstoff-Produktion kann sich verzögern

CureVac versprach in den vergangenen Wochen, dass es nun weiter vorangehe. In Heidelberg entsteht eine Produktionsstätte des Coronavirus-Impfstoffes und bald soll die Zulassung folgen. Nun wird dem Unternehmen aus Tübingen erneut Wind aus den Segeln genommen. Denn Medienberichten zufolge, stoppt die USA die Ausfuhr wichtiger Materialien. Die geplante Massenproduktion ist nun wegen fehlender Rohstoffe akut in Gefahr. „Durch den Defense Production Act bekommen wir bestimmte Waren nicht aus den USA heraus“, zitiert der „Spiegel“ Curevac-Vorstandschef Franz-Werner Haas. Es sei unklar, ob die Materiealien überhaupt in den Sommermonaten lieferbar sein werden. Es handele sich wohl um Nukleotiden oder medizinische Plastikbehälter, die nicht exportiert werden. Insgesamt bestehe der mRNA-Impfstoff aus 90 Elementen. Wenn eins fehlt, könne er nicht produziert werden. Die Bundesregierung spricht derweil von einem „subtilen“ Exportstopp der Amerikaner. Man stehe nun mit der US-Botschaft im Austausch. Den USA steht es zu Materialien einzubehalten, wenn sie diese für die eigenen Produktion benötigen.

CureVac: Corona-Impfstoff – Zulassung noch Anfang Sommer?

CureVac hat der EU zugesichert 300 Millionen Impfdosen bis Ende des Jahres zu produzieren. Im Mai oder Juni soll der Corona-Wirkstoff von der EU-Arzneimittelbehörde zugelassen werden. Wie das Unternehmen Mitte April im Rahmen der Vorlage der Jahreszahlen bekannt gibt, befindet sich die klinische Entwicklung in der finalen Phase, die Daten für das rollierende Zulassungsverfahren durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) würden rechtzeitig erwartet. Der Corona-Impfstoff CureVac soll übrigens auch gegen die Mutation aus Südafrika schützen. (jol)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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