„CV2CoV“

CureVac: Bietet neue Impfstoff-Variante den besten Schutz vor Mutationen?

Tübingen - Während CureVac auf die Zulassung seines Impfstoffes wartet, entwickelt das Unternehmen eine neue Variante, die sehr wirksam gegen Mutationen sein soll:

CureVac war der Hoffnungsträger zu Beginn der Corona-Pandemie. Ziemlich früh berichtete die Firma aus Tübingen von einem Impfstoff gegen Covid-19. Schnell war CureVac in aller Munde und sogar der ehemalige US-Präsident Donald Trump wollte das Unternehmen aufkaufen. Doch die Biotech Firma und der Mehrheitseigentümer Dietmar Hopp stellten klar: Der Impfstoff wird für alle entwickelt – nicht nur für Amerika. Doch so schön das alles klang, am Ende trommelte jemand anderes die Werbetrommel für seinen fertigen Impfstoff: BioNTech.

Trotz des Monatelangen Rückstands hält CureVac an seinem Plan fest und will sogar recht bald zum Ziel kommen und den Coronavirus-Impfstoff zulassen. Die Firma arbeitet außerdem an einer neuen Variante ihres Vakzins – und die könnte einen deutlichen Vorteil bringen.

CureVac-Impfstoff: Neue Generation – Hohe Wirksamkeit gegen Mutationen

„CVnCoV“, so der Name des ersten Corona-Vakzins von CureVac, ist wie BioNTech/Pfizer und Moderna ein mRNA-Impfstoff. Anders als der Konkurrent aus Mainz soll die Tübinger Variante aber einen wirksamen Schutz vor Mutationen bieten, das geht aus mehreren Medienberichten hervor. CureVac hat seinen Impfstoff weiterentwickelt, „CV2CoV“ habe demnach „eine starke Antigenproduktion sowie starke und dosisabhängige Immunantworten induziert.“ Das berichtet die Ärztezeitung. Man habe den Impfstoff aus Tübingen bereits erfolgreich an Tieren testen können.

Die zweite Generation des Corona-Impfstoffes unterscheidet sich „maßgeblich“ von der ersten, die aktuell noch in Phase III geprüft wird. Der Wirkstoff „CV2CoV“ soll gegen die dänische (B.1.1.298), die britische (B.1.1.7) und die südafrikanische (B.1.351) Mutation Wirkung zeigen. Zum Vergleich: BioNTech schützt Medienberichten zufolge nur gering gegen die südafrikanische Corona-Mutation.

Die beiden CureVac-Impfstoffkandidaten basieren auf unterschiedliche mRNA-Rückgraten. Die zweite Generation des Vakzins unterscheidet sich dabei deutlich von der ersten Generation. „Angetrieben durch das Auftreten von Virusvarianten, die das Potenzial haben, die Wirksamkeit der derzeit zugelassenen mRNA-Covid-19-Impfstoffe der ersten Generation zu beeinträchtigen, entwickeln Curevac und GSK gemeinsam Impfstoffkandidaten der zweiten Generation, um aufkommenden Virusvarianten zu begegnen. Diese Impfstoffkandidaten der zweiten Generation sollen verbesserte Immunantworten erzeugen und zielen auf neue Varianten ab“, erklärt Igor Splawski, Chief Scientific Officer bei Curevac.

Roger Connor, Vorsitzender von GSK Vaccines, ergänzt: „Wir sind zufrieden mit diesen präklinischen Ergebnissen, da sie das Potenzial der mRNA-Technologie der nächsten Generation zeigen, die wir gemeinsam mit Curevac entwickeln.“ Bereits im dritten Quartal 2021 sollen die ersten klinischen Studien starten.

CureVac: Mischimpfung der beiden Generationen möglich

Auf Nachfrage vom Ärzteblatt erklärt eine Sprecherin von CureVac: Im Falle einer erfolgreichen Entwicklung wäre ein Einsatz des Impfstoffkandidaten der zweiten Generation „sowohl als Erstimpfung, wie auch als Booster-Impfung vorstellbar.“ Die Weiterentwicklung des ersten Corona-Impfstoffes soll einen „besseren und schnelleren Zugang zu multivalenten Impfstoffen zu ermöglichen – insbesondere im Hinblick auf die sich weiterhin rasant ausbreitenden Virus-Varianten“. Rund 40.000 Probanden aus Lateinamerika und Europa haben bereits das Vakzin getestet, bislang sei man mit dem Ergebnis zufrieden.

CureVac-Impfstoff: Zulassung Ende Juni?

CureVac hat bereits eine Zulassung für den ersten Corona-Impfstoff beantragt. Man geht davon aus, dass er noch im zweiten Quartal genehmigt wird. Viele Politiker in Deutschland wollen eine Notfallzulassung beantragen, damit die ganze Sache schneller ins Rollen kommt. Deutschland will rund 24,5 Millionen Dosen des CureVac-Impfstoffes noch in diesem Jahr sichern. Das Vakzin kann rund drei Monate bei Kühlschranktemperatur gelagert werden. Der Impfstoff von BioNTech darf maximal einen Monat unbenutzt bleiben. (jol)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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