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Curevac-Impfstoff gescheitert: Vom Hoffnungsträger zum Fehlschlag

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Von: Tobias Becker

Tübingen - Der erste Corona-Impfstoff der Firma Curevac ist gescheitert. Das Unternehmen hat sich aus dem laufenden Zulassungsverfahren zurückgezogen. So geht es jetzt weiter:

Der Impfstoff der Tübinger Biotechfirma Curevac galt als erste große Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus, entpuppte sich am Ende aber als eine Art Fehlschlag! So war die Zulassung des einstigen „Vorreiters“ für Sommer 2021 geplant, aber es gab einige Komplikationen. Nun scheint der erste Impfstoffkandidat endgültig gescheitert: Curevac gibt den Corona-Impfstoff auf - zumindest zum Teil. Denn das Tübinger Unternehmen will nun an einem Impfstoff der zweiten Generation arbeiten. Dazu gibt es die Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK). Bereits in den kommenden Monaten soll es klinische Studien geben.

Curevac-Impfstoff gescheitert: Aus Pandemie wird Endemie - andere Anforderungen

Wie das Unternehmen mitteilt, wurde die Zulassung des ersten Curevac-Impfstoffs gegen das Coronavirus für das zweite Quartal 2022 erwartet. Zu spät, denn: Bis dahin soll aus der Pandemie eine Endemie geworden sein. Das bedeutet, dass der Erreger dauerhaft im Umlauf ist und es nur lokal zu Ausbrüchen kommt. Also ähnlich wie bei der Grippe.

UnternehmenCurevac
HauptsitzTübingen
Gründung2000

Dadurch verändern sich auch die Bedürfnisse, wie der Bedarf an einer größeren Menge an unterschiedlichen Impfstoffen. Nun soll im zweiten Quartal 2022 die klinische Entwicklung der zweiten Generation einen fortgeschrittenen Status erreicht haben, so das Ziel des Unternehmens, das sich auch dem laufenden Zulassungsverfahren für den Impfstoff der ersten Generation zurückgezogen hat.

Curevac-Impfstoff gescheitert: Das sind die Folgen des Rückzugs aus dem Zulassungsverfahren

Mit dem Rückzug aus dem Zulassungsverfahren würden wohl auch die Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Kommission enden - oder nicht? Curevac überprüft nun, inwieweit die eingegangenen Verpflichtungen auch auf den zweiten Impfstoffkandidaten übertragen werden können.

Es ist nicht der erste Rückschlag für Curevac, sondern eher der Versuch das Ruder rumzureißen. Erst schnitt der Curevac-Impfstoff in Studien enttäuschend ab, daraufhin sollte das Produktionsnetz verkleinert werden. Gerademal 48 Prozent Wirksamkeit gegen das Coronavirus soll der Impfstoff über die Altersgruppen hinweg gezeigt haben. Trotzdem hielt man am Impfstoff fest - bis jetzt.

Der Rückzug aus dem Zulassungsverfahren kam auch an weiteren Stelle wohl nicht gut an. So gaben die Aktien um 15 Prozent nach an der Börse. Auch der Bund dürfte über die Entwicklung nicht ganz zufrieden sein, denn schließlich er über die KfW indirekt zu 16 Prozent beteiligt, um eine ausländische Übernahme des Konzerns im vergangenen Jahr zu verhindern. SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp hält den größten Anteil am Unternehmen. (tobi)

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