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Männliche DB-Mitarbeiter dürfen Frauenkleidung tragen – Bahn-Kunden sehen „drängendere Probleme“

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Von: Teresa Knoll

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Große Neuerung bei der Deutschen Bahn: Mitarbeitende dürfen jetzt die gesamte Uniform-Kollektion tragen – egal ob Mann oder Frau. Welches Problem Bahn-Kunden sehen:

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Entgenderfizierung ist getan: Ab sofort dürfen sämtliche Mitarbeitende der Deutschen Bahn (DB) auch in Baden-Württemberg ihre Unternehmensbekleidung unabhängig von ihrem Geschlecht wählen, sodass auch Männer Frauenkleider tragen können. Auf LinkedIn informiert Richard Lutz, der Vorstandsvorsitzende der DB, über die neue Uniform-Ordnung, die am Dienstag (1. November) in Kraft trat. Einige Bahnkunden reagieren wenig begeistert auf diese Nachricht.

DB-Vorstand Lutz auf LinkedIn: DB-Mitarbeiter dürfen jetzt auch Frauenkleider tragen

„Come as you are: Mitarbeitende der Deutschen Bahn können seit gestern unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer geschlechtlichen Identität ihre Unternehmensbekleidung selbst wählen“, so Lutz. Jeder Mitarbeitende aller Berufsgruppen der DB, seien es Zugbegleiter, Lokführer oder Servicekräfte, dürfen ab sofort aus der kompletten Kollektion der schicken dunkelblauen und weinroten Bahn-Uniformen wählen – egal ob Anzug und Krawatte oder figurbetontes Kleid.

„DB-Mitarbeitende können damit also genau die Kleidung tragen, in der sie sich am wohlsten fühlen“, preist Lutz das neue Konzept an. „Das freut mich persönlich sehr, denn eine vielfältige und bunte DB liegt mir als Schirmherr von #Railbow, unserem #LGBTIQ* Mitarbeitenden-Netzwerk, besonders am Herzen“, schreibt der Vorstandsvorsitzende weiter.

Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der DB, verkündet auf LinkedIn die neue Kleiderordnung der Angestellten (Fotomontage)
Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der DB, verkündet auf LinkedIn die neue Kleiderordnung der Angestellten (Fotomontage) © dpa/Rolf Vennenbernd; Screenshot LinkedIn Richard Lutz; Montage Headline24

DB-Mitarbeiter dürfen Frauenkleider tragen – Zugreisende finden, es gibt „drängendere Probleme“

Es ist zwar ein schöner Gedanke, den Mitarbeitenden ihre Freiheiten in der Kleiderwahl zu lassen, passt man sich damit als jahrzehntelang existierendes Unternehmen doch ein Stück weit an moderne Verhältnisse an. Die Kommentare unter Lutz‘ Nachricht auf LinkedIn haben allerdings trotzdem ein Problem mit dieser Maßnahme. Interessieren dürfte viele Kunden sicher auch die Einführung des 49-Euro-Ticket im deutschen ÖPNV.

Generell begrüßen es die meisten, dass die Bahn durch die Änderung offenbar „das etwas eingestaubte Image“ aufpolieren will. Doch nicht nur ein Nutzer weist darauf hin, „dass die Bahn nun doch weiß Gott drängendere Probleme hat“. Genannt werden immer wieder die mangelnde Sauberkeit an Bahnhöfen und in Zügen, die nicht funktionierende Technik und die Unpünktlichkeit der Bahnen.

Männliche DB-Angestellte dürfen Frauenkleider tragen – „da sind etliche überhaupt nicht tolerant“

Noch ein anderer Gedanke taucht in den Kommentaren auf, der über die Situation der DB hinausgeht und das persönliche Wohl der Bahn-Angestellten im Blick hat: „Ob sich die Mitarbeiter dabei aber selber einen Gefallen tun? Gerade im Zugbegleitdienst hat man es doch schon immer mit den unterschiedlichsten Gruppen der Bevölkerung zu tun gehabt und da sind etliche überhaupt nicht tolerant.“

Mal sehen, wie viele Männer in den Bahnen der DB bald die schicken weinroten Kleider aus der Kollektion von 2020 tragen werden, die damals Star-Designer Guido Maria Kretschmer entworfenen hatte. (resa)

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