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Delta-Variante: Neuer RKI-Bericht – Anteil der Fälle hat sich mehr als verdoppelt

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Wie stark hat sich die Delta-Variante des Coronavirus hierzulande bereits ausgebreitet? Ein neuer Bericht des RKI zeigt, wie schnell die Zahl der Fälle in Deutschland ansteigt:

Update vom 24. Juni: Der Anteil der als besorgniserregend eingestuften Delta-Variante des Coronavirus steigt nach neuen RKI-Zahlen in Deutschland rasch an – trotz insgesamt weiter rückläufiger Sieben-Tages-Inzidenz. Er verdoppelte sich in einer Stichprobe im Vergleich zur Vorwoche fast auf nun 15,1 Prozent, wie aus einem Bericht des Robert-Koch-Instituts vom Mittwochabend (23. Juni) hervorgeht. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 7. bis 13. Juni.

Delta-Variante breitet sich aus: Neuer RKI-Bericht zeigt Verdopplung der Fälle

In den Daten ist damit nun in der dritten Woche in Folge eine ungefähre Verdopplung des Delta-Anteils abzulesen: von 4 auf 8 auf 15 Prozent. Dieses Tempo, das auch schon in anderen Ländern beobachtet wurde, hatten Fachleute befürchtet. Noch vor einigen Wochen hatten sich die Anteile von Delta in Deutschland laut RKI auf eher konstant niedrigem Niveau bewegt.

Dem RKI-Bericht zufolge ist damit zu rechnen, dass Delta sich gegenüber den anderen Varianten durchsetzen werde. Noch dominiert die in Großbritannien entdeckte Variante Alpha (B.1.1.7) das Infektionsgeschehen, der Anteil an den positiven Fällen in der Stichprobe ist nun jedoch nach Wochen mit Werten von um 90 Prozent auf 74 Prozent geschrumpft. Wie bisher sind die Anteile der ebenfalls besorgniserregenden Varianten Beta (entdeckt in Südafrika) und Gamma (entdeckt in Brasilien) sehr niedrig. 

Delta ist nach RKI-Angaben in den vergangenen vier Wochen in allen Bundesländern nachgewiesen worden. Zu rund 1440 Fällen lägen in diesem Zeitraum Informationen aus dem Meldesystem vor. In Großbritannien macht Delta fast 90 Prozent aller Neuinfektionen aus, die Kurve steigt wieder an. 

Delta-Variante in BW und RLP auf Vormarsch: Werden Lockerungen wieder gestrichen?

Erstmeldung vom 23. Juni: Die zunächst in Indien nachgewiesene Delta-Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich inzwischen in vielen Ländern außerordentlich schnell aus. Als gesichert gilt, dass sie deutlich ansteckender ist als alle anderen bisher bekannten Varianten. Wie sehr sie auch Ansteckungen zwischen Kindern wahrscheinlicher macht, ist bisher nicht eindeutig geklärt. In Deutschland lag der Anteil von Delta an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen nach Daten des Robert Koch-Instituts zuletzt bei gut sechs Prozent. In Großbritannien ist sie bereits die dominierende Variante. Dort waren im April erste Fälle dieser Mutante nachgewiesen worden. Anfang Mai machte Delta bereits rund ein Viertel der Fälle aus, Anfang Juni gab es fast nur noch Delta-Fälle. Vorläufigen Erkenntnissen der englischen Gesundheitsbehörde zufolge könnte Delta nicht nur ansteckender sein, sondern auch häufiger zu schwereren Covid-19 Erkrankungen führen als die davor dominierende Alpha-Variante.

Daten aus England und Schottland legten ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinlieferungen nahe, ließ Public Health England Anfang des Monats wissen. Vollständig geimpfte Menschen sind nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei Delta gut gegen einen schweren Covid-19-Verlauf geschützt.

Delta-Variante in Baden-Württemberg: Kretschmann zeigt sich besorgt

Während die Belastung durch Corona-Ansteckungen in Baden-Württemberg zurückgeht, breitet sich die sogenannte Delta-Variante des Virus im Südwesten weiter aus. Der Anstieg bleibt allerdings auf niedrigem Niveau, wie aus den jüngsten Zahlen des Landesgesundheitsamtes (LGA) vom Dienstag hervorgeht. Demnach liegt die Zahl der Infektionen mit dieser Variante (Stand 22. Juni, 16 Uhr) bei bislang 408 von insgesamt 135.172 bestätigten Fällen, die laut LGA auf die sogenannten besorgniserregenden Varianten zurückgehen. Sie waren zunächst unter anderem in Großbritannien, Südafrika und Indien sowie Brasilien aufgetaucht.

Der Anteil der Delta-Fälle an den Ansteckungen mit Varianten hat mit Blick auf die vergangenen beiden Wochen von 6,73 auf 8,99 Prozent zugelegt.

Sollte die Inzidenz in Baden-Württemberg wieder steigen, werde die Landesregierung nicht warten, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag (22. Juni) in einer Pressekonferenz. Besonders die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus müsse beobachtet werden. Am Donnerstag (24. Juni) bekomme man die validesten Corona-Zahlen. Dann müsse man sehen, ob ein neuer Trend des Anstiegs erkennbar sei. „Was wir machen nächste Woche hängt davon ab, wie sich das jetzt entwickelt.“ Nur wenn die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stabil bleibe oder sinke, könne man an den Lockerungen festhalten, sagt er.

Delta-Variante in Hessen bereits bei 20 Prozent

Auch in Hessen steigt der Anteil der Delta-Mutante: „Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert“, sagte der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Daran sehe man, „dass das sehr schnell geht“. Die Variante sei noch infektiöser als die Alpha-Variante, sagte Klose. „Aber wir haben keine Hinweise darauf, bisher jedenfalls, dass diese Variante noch mehr schwere Erkrankungen auslöst.“ Er gehe davon aus, „dass Delta sich relativ schnell durchsetzen wird und die vorherrschende Variante sein wird“.

Delta-Variante in Rheinland-Pfalz: Mutante tritt vor allem in Landeshauptstadt auf

Das rheinland-pfälzische Landesuntersuchungsamt veröffentlichte am 22. Juni, dass in den vergangenen 14 Tagen insgesamt 30 nachgewiesene Corona-Infektionen mit der sogenannten Delta-Variante gemeldet worden sind. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 327 Infektionen mit Mutanten nachgewiesen. Neun Prozent aller nachgewiesenen Mutanten sei demnach der delta-Variante zuzuordnen. In einigen Kreisen in Rheinland-Pfalz macht die Delta-Variante schon 25 Prozent der nachgewiesenen Infektionen mit Mutanten aus. Unter anderem sind Altenkirchen und die Landeshauptstadt Mainz betroffen.

Delta-Variante: Tatsächliche Verbreitung der Mutante unklar

Die Dunkelziffer könnte jedoch viel höher liegen, denn nicht jede Infektion wird auf die Mutante analysiert. Das LUA gibt an, dass es bisher kein landesweit standardisiertes Vorgehen bei der Probenuntersuchung gibt. In vielen Fällen dürfte eine Infektion mit der Delta-Variante auch unerkannt bleiben, denn die Symptome unterscheiden sich sehr stark von denen der bisher bekannten Corona-Typen. (kp mit dpa)

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