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Mannheim: Demo auf dem Paradeplatz – Solidarität mit Antikriegsaktivisten in Russland

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Von: Josefine Lenz

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Am Samstag demonstrieren mehrere Menschen in Mannheim gegen den Ukraine-Krieg und die Geschehnisse innerhalb Russlands. Die Teilnehmer berichten über schockierende Ereignisse:

Unter den Mottos „Dein Protest ist kein Einzelprotest“ und „Russland, steh auf. Steckt Putin ins Gefängnis“ fand am Samstag (30. April) eine Demo auf dem Paradeplatz in Mannheim statt. Hierbei sollte Solidarität mit den zurzeit mehr als 15.000 Gefangenen Antikriegsaktivisten gezeigt werden.

StadtMannheim
Einwohner309.370 (Stand: 2019)
Fläche145 km²

Demo in Mannheim: „Die meisten Russen sind nicht für den Krieg“

Am Samstag demonstrierten sieben russische Aktivisten auf dem Paradeplatz gegen den Ukraine-Krieg und zeigten Solidarität gegenüber den Antikriegsaktivisten in Russland. Mit Plakaten, welche Antikriegsaktivisten in Russland zeigen, die aufgrund ihrer kritischen Meinungsäußerung gegenüber dem Ukraine-Krieg festgenommen wurden, möchten sie auf deren Arbeit aufmerksam machen.

„Uns ist es wichtig zu zeigen, dass die meisten Russen nicht für den Krieg in der Ukraine sind“, so eine Teilnehmerin der Demo. „Die Schwierigkeit jedoch ist, dass diese ihre Meinung innerhalb Russland nicht frei äußern dürfen“. Laut einem Demonstranten werden selbst stille Demos niedergeschlagen. Alleine das Zeigen der Farben der ukrainischen Flagge auf einem Papier kann zu einer Festnahme und mehrjährigen Haftstrafen führen.

Demo in Mannheim: Solidarität mit den Antikriegsaktivisten
Demo in Mannheim: Solidarität mit den Antikriegsaktivisten © MANNHEIM/Kerie Lanham

Antikriegs-Demo in Mannheim: Bei falscher Meinungsäußerung droht Gefängnis

Die Demonstranten setzen sich für die in Russland inhaftierten Antikriegsaktivisten ein und haben auch persönlich Erfahrungen mit der starken Zensur in Russland innerhalb ihrer Familien gemacht.

Eine Teilnehmerin sagt hierzu: „Die 18-jährige Freundin meiner Schwester wurde etwa zwei bis drei Wochen vor dem Ausbruch des Krieges in der U-Bahn in Moskau aufgrund eines re-tweets einer Demo vom 6. April verhaftet und sitzt seitdem in U-Haft.“ Die 18-Jährige und auch ihre Eltern werden als Extremisten angesehen, mit einer drohenden Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. 

Weiterhin wird unter den Teilnehmern von Antikriegsaktivisten aus Moskau und St. Petersburg berichtet, die in den letzten zwei Wochen aus der Haft nach Berlin geflohen sind. In Russland wurden bereits Verfahren gegen sie eingeleitet. Zurzeit sitzen rund 15.000 Russen aufgrund ihrer Meinung in russischen Gefängnissen. 

Mannheim-Demo: Unterstützung der russischen Antikriegsaktivisten durch die Demobewegung

„Durch die Demo möchten wir den Antikriegsaktivisten in Russland zeigen, dass wir sehen, was sie machen und ihre Arbeit fortführen und würdigen. Wir möchten zeigen, dass wir verstehen, welchen Mut es braucht“, so die Message einer Protestlerin.

Die Aktion auf dem Paradeplatz in Mannheim wurde gemeinsam mit der Demokratiebewegung „Demokratie-Ja“ mit Hauptsitz in Berlin organisiert. „Wir sind noch recht am Anfang. Aber wir haben schon Vernetzungen weltweit“, äußert sich eine Teilnehmerin. „Es gibt zum Beispiel Russian resistance London, Anti Krieg Toronto, Russian resistance Sydney. Es gibt sehr viele Resistance Gruppen in vielen Städten der Welt – und die Vernetzung wird immer größer.“ (KJL)

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