Findet sollen sich dringend melden

Familie nimmt Wildkatzen-Baby auf – jetzt schwebt es in Lebensgefahr!

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Finder gesucht:Wildkatzen-Baby schwebt in Lebensgefahr

Donnersbergkreis - Weil Passanten das süße Katzenbaby von der Straße retten wollen, schwebt es jetzt in Lebensgefahr. Die Tierhilfe Kaiserslautern sucht deshalb dringend nach den Katzenfreunden:

Sie sind meist gar nicht ausgesetzt, sondern wohl einfach von der Mama mal kurz aus den Augen gelassen worden Dennoch: Wildkatzenbabys kommen normalerweise auch recht gut eine Weile alleine klar.

Als die niedlichen getigerten Katzenbabys am Samstagabend (1. Juni) an der L379 bei Waldgrehweiler (Raum Kaiserslautern) herumtigern, werden Passanten auf die kleinen Kitten aufmerksam und nehmen sofort sie mit. Leider schwebt deshalb wahrscheinlich eines der beiden Kätzchen in großer Gefahr.

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Denn was nicht auf den ersten Blick zu sehen ist: Die Fundtiere gehören nämlich zu den Europäischen Wildkatzen oder auch Waldkatzen. Es handelt sich also nicht – wie offenbar fälschlich angenommen – um grau-getigerte Hauskatzen! Normales Katzenfutter wie Milch und Dosenfutter kann lebensbedrohlich für sie sein! 

Karsten Tiede von der Wildtierhilfe Kaiserslautern bittet deshalb dringend um Mithilfe bei der Suche nach der Familie, die mindestens eines der Katzenbabys bei sich aufgenommen hat.

Ein Katzenbaby als Wildkatze erkannt und in der Obhut der Katzenstation „Tierart“ in Maßweiler

Eines der beiden etwa sechs Wochen alten und 500 Gramm schweren Wildkatzenbabys wird glücklicherweise schon seit zwei Tagen von der Tierart GGmbH, einer spezialisierten Auffangstation für Großkatzen und  beschlagnahmte Exoten (Artenschutzstation von Vier Pfoten), in Maßweiler aufgepäppelt.

Das ist der Grund, warum die Wildkatzen kein normales Katzenfutter bekommen dürfen:

Ihr Darm ist nicht wie bei unseren Hauskatzen auch für Nebenprodukte geeignet. Sie dürfen nur Rind-, Reh- oder Mäusefleisch fressen. Besonders die Kitten bekommen sonst Durchfall und dehydrieren schnell. Für ein Jungtier hat das ganz schnell fatale Folgen. Für das zweite Kätzchen könnte es eventuell schon zu spät sein.

Glücklicherweise hat eine der Finderinnen gleich richtig geschaltet: Sie postet im Internet ein Foto von einem der Katzenbabys, woraufhin die Wildtierhilfe Kontakt mit ihr sucht. Nach der Übergabe wird vom Verein sofort die Erstversorgung mit Bluttest für die Genetik übernommen. 

Gesucht wird laut Angaben eine Familie mit Tochter und Hund 

Den Angaben der Finderin zufolge kommt sie am Samstagabend gegen 20 Uhr zum Fundort der Katzenbabys dazu, direkt neben der Straße. Zuerst vermutet sie einen Unfall und hält an, weil sie ihre Hilfe anbieten möchte. Dort steht bereits eine Familie mit Tochter und Hund. Dann bekommt sie eines der beiden Katzenjungen mit einer gelben Decke in die Arme gereicht. Erst später bemerkt sie, dass es sich um eine Wildkatze handeln muss.

Christopher Nunheim, Revierleiter der Großkatzen bei Tierart dazu: „Wildkätzchen benehmen sich ihrer Art entsprechend einfach sehr aggressiv. Sie werden auch niemals handzahm. Das ist ein ganz Wildtier-typisches Verhalten.“ Das kleine Kätzchen befindet sich nun in seiner Obhut. Es frisst und trinkt im Moment gut. Die ersten Tage sind noch kritisch.

Hier kannst Du Dich bei Tierart melden, wenn Du eine Wild- oder Großkatze melden möchtest: ☎ 0176/84305545 (Tierart gGmbH)

So erkennst Du eine Wildkatze an ihren Merkmalen:

So sieht eine Europäische Wildkatze aus
  • Im Erscheinungsbild ist die Wildkatze massiger und kraftvoller als die Hauskatze. 
  • Ausgewachsene männliche Wildkater weisen eine Gesamtlänge von 83 bis 97 Zentimetern und ein Gewicht von 3 bis 6,5 Kilo auf. Weibchen werden 73 bis 94 Zentimeter lang und von 2,3 bis 4,9 Kilo schwer.
  • Der Schwanz ist dick und relativ kurz, weist eine typische Dreier-Ringelung auf und endet stumpf. 
  • Die Augen liegen weit auseinander. 
  • An der Sohle befindet sich ein kleiner, schwarzer Fleck. 
  • Das Fell an der Innenseite der Schenkel ist rötlich. Die Fellzeichnung der Wildkatze wirkt sehr verwaschen und ist nicht kontrastreich. Auf dem Rücken befindet sich ein typischer, durchgehender schwarzer Strich
  • Weiteres Erscheinungsmerkmal ist der helle, rosa Nasenspiegel.

Zur Info: Wildkatzen stehen zwar auf der Roten Liste, gelten aber als nicht mehr stark gefährdet!

Christopher Nunheim vom Notruf der Wildtierhilfe Kaiserslautern bekommt seit ungefähr zwei Jahren auch öfter Anrufe wegen jungen Wildkatzen auf seiner Notfall-Nummer. Der Bestand verzeichnet nämlich erfreulicherweise steigende Zahlen. Leider werden gerade die Jungtiere immer wieder mit Hauskatzen verwechselt. Bei ausgewachsenen Waldkatzen ist dies weniger der Fall: Die scheuen Tiere bekommt man normalerweise erst gar nicht zu Gesicht.

Allen Tierschutz-Organisationen liegt nur das Wohl der Wildkatzen am Herzen, eine Anzeige wegen Wilderei steht nicht im Raum.

Finder sollen sich daher dringend bei der Tierhilfe Kaiserslautern melden unter ☎ 0177/4256478. 

Zu spät kommt jede Hilfe bei einem Fuchs-Baby: Weil es vermutlich von der Mutter verlassen wurde, ist ein kleiner Fuchs am Montag, dem 3. Juni gestorben. Starker Parasitenbefall und die Hitze haben ihm zu stark zugesetzt.

Dreimal Glück im Unglück haben dafür drei Reh-Kitze. Nach einer hochdramatischen Geburt, geht es den Drillingen inzwischen top!

kpo

Quelle: Mannheim24

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