Polizei sucht Zeugen

Dossenheim: Verletzte Stute – hat irrer Pferdeschänder wieder zugeschlagen? 

Dossenheim - Seit Monaten ermittelt die Polizei in mehreren Fällen von Tierquälerei in der Rhein-Neckar-Region. Immer wieder werden Pferde brutal verletzt - nun ist ein weiterer Fall hinzugekommen.

  • In Heidelberg und Umgebung werden wiederholt Pferde von einem unbekannten Tierquäler brutal verletzt.
  • Die Polizei sucht nach dem Pferdeschänder – aber erfolglos.
  • Die Beamten geben Tipps an besorgte Stall- und Pferdebesitzer.
  • Zuletzt hat der Pferdeschänder in Dossenheim zugeschlagen.

Es ist eine Bilanz des Grauens: Seit Juli vergangenen Jahres sind in der Rhein-Neckar-Region insgesamt vier Stuten und drei Fohlen schwer verletzt worden. Der Täter geht dabei mit äußerster Brutalität vor: Ein geschundenes Tier überlebt den abscheulichen Übergriff nicht – aufgrund der Schwere seiner Verletzungen muss das Pferd eingeschläfert werden. Vergleichbare Fälle häufen sich auf der anderen Seite der Grenze, bei den französischen Nachbarn. Treibt derselbe „Pferde-Ripper“ auch in Frankreich sein Unwesen? Um diese Frage zu klären haben die französischen Polizisten Kontakt mit den Ermittlern vom Polizeipräsidium Mannheim aufgenommen – leider bisher ohne nennenswerte Ergebnisse.

Nichtsdestotrotz hat die Polizei die schockierten Pferdebesitzer über mögliche Schutzvorkehrungen beraten, um auf diesem Weg den Betroffenen Beistand zu leisten. Doch trotz aller bisheriger Maßnahmen ist wieder ein Pferd brutal misshandelt worden; diesmal auf einer Koppel im Dossenheimer Ortsteil Schwabenheimer Hof.

Heidelberg/Dossenheim: Pferd im Genitalbereich verletzt

Am Donnerstagnachmittag verständigen Zeugen die Polizei, nachdem sie bei einer Stute Verletzungen im Genitalbereich bemerkt haben. Das Pferd soll sich zu diesem Zeitpunkt zusammen mit zwei weiteren Stuten auf der Koppel eines sogenannten Offenstalls in der Ortsstraße befunden haben.

Brutaler Fall von Tierquälerei in Dossenheim?

Nach Angaben der Zeugin sind alle drei Pferde gegen 11:15 Uhr noch unverletzt. Als sie jedoch kurz nach 15 Uhr die Koppel erneut aufsucht, bemerkt sie die Verletzungen an einer der Stuten. Das Pferd wird anschließend von einer Tierärztin medizinisch versorgt.

Heidelberg/Dossenheim: Pferd verletzt – Serientäter oder Unfall?

Laut Angaben der Polizei hat der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt die Ermittlungen umgehend aufgenommen. Auch die Amtsvetererinäre des Rhein-Neckar-Kreises sind zur Beurteilung der Verletzungen in die Untersuchungen involviert.

Wie bereits in den Fällen zuvor, muss zunächst geklärt werden, ob die Verletzungen durch einen perversen Menschen oder möglicherweise durch Selbstverletzung an einem spitzen oder scharfen Gegenstand entstanden sind.

Gegen die Annahme, die Stute könne sich selbst verletzt haben, sprechen Informationen, die der Rhein-Neckar-Zeitung vorliegen. Demnach sollen das verletzte und ein weiteres Pferd von einem Unbekannten betäubt worden sein.

Heidelberg/Dossenheim: Pferd verletzt – Indizien sprechen für perversen Serientäter

Vor diesem Hintergrund und der Häufigkeit der Vorfälle in jüngerer Vergangenheit ist mit allem zu rechnen. Allein in den letzten sechs Monaten haben sich ähnliche Fälle auf Höfen und Stallanlagen in Plankstadt, Wiesloch, Neckargemünd-Dilsberg, Heddesheim-Muckensturm, im Heidelberger Stadtteil Pfaffengrund und in Walldürn ereignet.

Oft sollen dabei die Pferde mit einem scharfen Gegenstand an der Schulter, den Beinen, den Genitalien oder in der Nähe davon verletzt worden sein. Wenige Tage vor dem Vorfall in Dossenheim hat sich vergleichbares auch im hessischen Gorxheimertal ereignet.

Die Polizei bittet mögliche Zeugen sich beim Polizeirevier Heidelberg-Nord unter der Telefonnummer 0621/4569-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. (pol/esk)

Rubriklistenbild: © dpa/Uwe Anspach

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