Auch Sohn eines Opfers bedroht 

Nach Tod von Ismail Torun: weitere Tat der Mörder vereitelt?

+
Der leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber am Landgericht Frankenthal. (Archivfoto)

Bad-Dürkheim/Ludwigshafen – Haben pfälzische Ermittler mit der Festnahme der drei mutmaßlichen Mörder des Unternehmers Ismail Torun einen weiteren Mord verhindert? Was jetzt bekannt wird: 

Mit der Festnahme von drei mutmaßlichen Doppelmördern am 6. und 7. Januar haben Pfälzer Fahnder womöglich eine weitere Tat vereitelt. 

Die Ermittler gehen davon aus, dass die zwei Männer (49/37) sowie eine 42-jährige Frau den 49 Jahre alten Bauunternehmer Ismail Torun getötet haben, weil sie an sein Geld kommen wollten.  Das Trio soll nach derzeitigen Erkenntnisstand auch für den gewaltsamen Tod eines zweiten Geschäftsmannes (†64) verantwortlich sein. Er war am 26. November 2016 tot auf einem Feldweg am Ludwigshafener Willersinn-Freibad entdeckt worden.

Leichenfund am Willersinn: Ermittler suchen nach Spuren 

Unfassbar: Wie jetzt bekannt, hatten es die Festgenommenen auf noch jemanden abgesehen – den Sohn des 64-jährigen Geschäftsmannes! Sie sollen ihm gedroht haben, dass er sterben werden, wenn er nicht viel Geld zahle, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber, am Montag.

Zur Geldübergabe kam es nicht, weil der Mann die Polizei einschaltete.

Rückblick

Der Mutterstadter Geschäftsmann mit 200 Mitarbeitern („Torun Group“) war am Freitagvormittag, 6. Januar, um 9:55 Uhr am Rande eines Weinberges bei Bad Dürkheim tot aufgefunden worden (WIR BERICHTETEN).

Zunächst Unbekannte haben den erfolgreichen und sozial sehr engagierten Familienvater am Dienstag, 3. Januar, entführt – wohl ein perfide geplantes Verbrechen.

Jedoch mit dem Unterschied, dass nicht die Entführer das Lösegeld einforderten, sondern Torun selbst mehrfach bis Donnerstag telefonisch Kontakt zu seinem Sohn und Freunden hatte, um einen hohen Geldbetrag zu organisieren. Von bis zu einer halben Million Euro ist die Rede. Am Donnerstag dann wird Torun von seiner Familie bei der Polizei als vermisst gemeldet. 

Dass Ismail Torun am Telefon behauptete, er bräuchte das Geld für ein Grundstücksgeschäft in Berlin, erklärt sein Sohn Eyüp gegenüber dem Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF) so: „Das ist wahrscheinlich eine erfundene Geschichte gewesen, damit wir nicht zur Polizei gehen oder dass wir uns keine Sorgen machen. Es könnte sein, dass die Täter oder auch mein Vater diese Geschichte erfunden haben, um uns ruhig zu halten, bis die Sache durch ist.

Und Eyüp Torun dementiert im RNF die Gerüchte, sein Vater sei völlig entstellt aufgefunden worden: „Das ist gelogen. Ich habe ihn gesehen und nach den Traditionen auch gewaschen. Er hat keine Schrammen oder extreme Wunden an seinem Körper oder in seinem Gesicht.

Am Sonntagmittag um 12 Uhr erwiesen rund 2.500 Trauernde Torun die letzte Ehre, nahmen an einem einstündigen Totengebet auf dem Hof der Mevlana Moschee des Dachverbandes DITIB in der Industriestraße teil – darunter auch der Mainzer Generalkonsul Arif Eser Torun.

Danach brachte seine Familie seinen Sarg zum Frankfurter Flughafen und flog in seine türkische Heimatstadt Samsun, wo der Leichnam, der noch am Freitag obduziert wurde, beigesetzt wird.

------

Mögliche Zeugenhinweise unter Telefon 0621/963-2773 oder per E-Mail unter zkiludwigshafen@polizei.rlp.de an die Kripo Ludwigshafen. Das vertrauliche Telefon der Polizei ist ebenfalls geschaltet: 0621/564400.

>>> Ludwigshafener Unternehmer Ismail Torun ermordet?

>>> Leiche (†64) am Strandweg: Mordkommission sucht Zeugen!

>>> Leiche (†64) neben Feldweg gefunden

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare