37-Jähriger kämpfte in Afghanistan

Haftstrafe! Deutscher Taliban-Terrorist aus Worms verurteilt

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Düsseldorf - Von Worms zog es Thomas K. nach Afghanistan zu den Taliban, denen er sich mit der Kalaschnikow in der Hand anschloss. US-Spezialkräfte nahmen der 37-Jährigen im Februar 2018 fest. Nun wurde er verurteilt.

Der in Polen geborene und in Worms aufgewachsene Deutsche Thomas K. hatte nur mit Mühe den Hauptschulabschluss geschafft. Bei diversen Hilfsarbeiterjobs erwies er sich als wenig belastbar und unzuverlässig. Bei Intelligenztestes schnitt er weit unterdurchschnittlich ab. Nach Aufenthalten in Psychiatrien 2004 und 2006 war er schließlich im Alter von nur 25 Jahren frühverrentet worden.

Auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben hatte sich K. schließlich dem Islam zugewandt, radikalisierte sich allmählich. 2012 reiste er nach Pakistan und hatte dann fünf Jahre lang in den Reihen der Taliban gekämpft. Im Februar 2018 wurde der 37-Jährige im Süden Afghanistans von US-Spezialkräften gefangen genommen. 

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Bei der Verhandlung am Oberlandesgericht Düsseldorf hat K. ein umfassendes Geständnis abgelegt – er hatte unter anderem zugegeben, eine Mörsergranate auf ein Camp des afghanischen Militärs abgefeuert zu haben. Deswegen hatte die Bundesanwaltschaft acht Jahre wegen versuchten Mordes gefordert. Weil es sich aber um ein Schauschießen für ein Propaganda-Video handelte, bei dem die Granaten weitab vom Ziel landeten, wertete das Gericht die Tat nicht als Mordversuch.

Der 37-Jährige leide laut einem psychiatrischen Gutachter zwar an einer Persönlichkeitsstörung mit schizoiden Zügen, sei aber dennoch voll schuldfähig. Das Gericht folgte dieser Einschätzung und verurteilte Thomas K. am Montag (10. Dezember) wegen terroristischer Aktivitäten zu sechs Jahren Haft.

Insgesamt sei er eher „von geringem Nutzen“ für die Taliban gewesen, so das Gericht. Er habe sich zeitweise auf einer Liste mit Selbstmordattentätern befunden, die sprengstoffbeladene Wagen ins Ziel steuern sollten. Wegen seiner schlechten Fahrkünste sei er darauf aber weit nach unten gerutscht.

dpa/rob

Quelle: Mannheim24

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