Eberbach im Ausnahmezustand

„Kinder waren unter Schock!“ Augenzeugen berichten vom Schulbus-Unglück

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Ein voll besetzer Schulbus krachte am Dienstag in ein Schaufenster.

Eberbach - Am Tag nach dem schrecklichen Schulbus-Unfall sitzt der Schock noch tief. Drei Augenzeugen berichten über die ersten Minuten nach dem Unglück: 

In der gesamten Region herrscht Entsetzen und die Bilder schocken noch einen Tag später – ein Schulbus krachte am Dienstag (16. Januar) frontal in ein Gebäude. 37 Kinder und sieben Erwachsene werden zum Teil schwerst verletzt.  

Schwerer Unfall mit Schulbus in Eberbach

Bild des Grauens 

Für Rettungskräfte, Eltern und Anwohner bot sich nach dem Unfall ein grausiger Anblick. Die verletzten Kinder im Alter zwischen 9 und 15 Jahren, die zunächst im Bus eingeklemmt waren, schrien und weinten. Es herrschte Chaos, Ersthelfer versorgten die Verletzten. 

Drei Augenzeugen schildern ihre Eindrücke vom furchtbaren Unfall

Markus Lenk ist Einsatzleiter der Feuerwehr Eberbach und einer der ersten am Unfallort. Um 7:09 Uhr ging bei ihm der Alarm ein und sofort eilten er und seine Einsatztruppe in die Einmündung Odenwaldstraße/Wiesenstraße. Dort traf er bereits auf ein Notarzteinsatzfahrzeug der GRN Klinik Eberbach, das schon die ersten Schwerverletzten versorgte.

Bei dem Anblick, der sich Lenk bot, erhöhte er sofort die Alarmstufe und weitere Feuerwehrkräfte aus Neckargemünd und Eberbach rückten an. „Wir haben eingeklemmte Personen im Bus gehabt. Schüler, die mit hydraulischen Rettungsmitteln befreit wurden“, erzählt der Einsatzleiter in sachlichem Ton, doch sichtlich mitgenommen von dem Vorfall. 

Passanten halfen den Rettungskräften, die Schüler in sichere Bereiche zu bringen - vor allem umliegende Werkstätten von Handwerksbetrieben boten den Kindern Obhut und Schutz. 

Feuerwehr brachte Lage unter Kontrolle

Einsatzkräfte der Feuerwehr räumten die Straße auf und hielten die Kreuzung frei, die zur GRN Klinik führt, um die Schwerverletzten möglichst schnell dort hin transportieren zu können. Außerdem bauten sie Schnelleinsatz-Zelte auf und richteten einen Landeplatz für die drei ankommenden Rettungshubschrauber ein. 

Rettungsdienst war in 5 Minuten da

Bernd Eiermann arbeitet in einer Werkstatt, die sich direkt am Unfallort befindet. Er sah, wie der voll besetzte Schulbus in den Elektro-Laden raste. „Wir sind sofort rüber gerannt“, erzählt Eiermann aufgewühlt. Auch sein Kollege wurde bei dem Vorfall verletzt

Der Augenzeuge berichtet, wie er die Kinder im Bus vorgefunden hat. Alle im Bus waren verletzt, haben „rumgelegen“ und „geblutet. Er habe „sofort die Polizei angerufen und den Notarzt“, sagt er mit schneller Stimme. „Innerhalb von 5 Minuten war auch schon der Rettungsdienst da.

Eiermann stellte sofort seinen Lagerraum zur Verfügung, in dem sich die Kinder, die unter Schock standen, aufwärmen konnten und erstversorgt wurden. 

„Ganz dramatische Situation“

Dem leitenden Notarzt Patrick Schottmüller steht der Schock noch ins Gesicht geschrieben. Er spricht kurz nach dem Unfall von einer „ganz dramatischen Situation“. Schottmüller musste die verletzten Kinder versorgen - darunter auch die, denen es besonders schlecht erging.

Der Notarzt behandelte vier bis fünf Schüler, die sehr schwere Verletzungen erlitten hatten. Nach der Erstversorgung brachten Rettungskräfte die meisten Kinder in die GRN Klinik, wo Ärzte die Eltern über den Gesundheitszustand ihrer Kinder informierten.

Wie konnte es zu dem schrecklichen Unfall kommen?

Diese Frage beschäftigt die Sachverständigen brennend: Die Ursache ist immer noch unklar. Am Mittwoch (17. Januar) setzen die Behörden ihre Untersuchungen weiter fort und wollen unter anderem herausfinden, wie und warum der voll besetzte Schulbus in der leichten Linkskurve von der regennassen Fahrbahn abkam. 

Dazu nahm das Verkehrskommissariat bereits am Tag des Unglücks, am Dienstag (16. Januar), die Ermittlungen am Unfallort auf. Außerdem führen die Beamten am Mittwoch erste Zeugenvernehmungen durch.

Was den Gesundheitszustand der teilweise schwer Verletzten anbelangt, gibt es leider noch keine Neuigkeiten. 

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dpa/pol/jol/hew

Quelle: Mannheim24

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