Schweizerin sucht Tante ‚Puppi‘

Jahrzehntelang Tochter verheimlicht

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Dieses Foto von Eugen B. entstand in seiner Kurzeit in Eberbach-Rockenau.

Eberbach – Erst vor Kurzem erfährt die Schweizerin Anikó (40), dass sie noch Familie in Deutschland hat. Ihr Opa hat jahrzehntelang eine außereheliche Tochter verheimlicht. Die ganze Geschichte: 

Anikós Großvater Eugen B. ist von Januar bis März in Jahr 1960 im Sanatorium in Eberbach-Rockenau untergebracht. Dort wird er wegen „ungebührlichen Verhaltens“ verfrüht entlassen. Der vermutliche Grund: In dieser Zeit zeugt er wohl ein außereheliches Kind mit einer Sanatoriums-Mitarbeiterin oder einer Patientin. Die Tochter kommt wahrscheinlich Ende 1960 zur Welt. 

Die erste Spur

Doch jahrzehntelang weiß niemand aus der Familie etwas von ihrer Existenz.

Erst nach dem Tod des Großvaters im Jahr 1983 findet die Großmutter eine mysteriöse Postkarte. Sie ist aus Heidelberg und an ihren Mann Eugen B. adressiert. In dieser Postkarte wird er als „Vati“ angesprochen. Unterschrieben ist diese Postkarte jedoch nicht mit einem Namen, sondern nur mit ‚Puppi‘. Sie ist so wütend, dass die Postkarte zerreißt und in den Müll wirft. Doch als sie sich beruhigt hat, holt sie sie wieder hervor und klebt sie zusammen. Leider bleibt nur noch eine Hälfte der Karte übrig. Der Poststempel fehlt, sodass man nicht mehr rekonstruieren kann, wann die Postkarte abgeschickt wurde. 

Diese Postkarte von ‚Puppi‘ findet die Familie  erst Jahrzehnte später. 

Jahrelang trägt die Witwe das Geheimnis mit sich herum. Erst um 2005 erzählt sie es ihrer Tochter. Diese erzählt es erst nach dem Tod der Großmutter im Jahr 2014 wiederum ihrer Tochter Anikó, die jetzt auf der Suche nach der unbekannten Tante ist.

Die mysteriöse Reise

Mit dieser Postkarte erklärt sich auch das merkwürdige Verhalten Eugen B.'s im Jahre 1966. Denn da ‚verschwindet‘ er plötzlich für fünf bis sechs Wochen nach Baden-Württemberg. Seiner Frau erzählt er, dass er dort eine bessere Arbeitsstelle in Aussicht hat.

Er will aber erst alleine dort hin – angeblich um zu schauen, ob sich ein Umzug dorthin lohnt. Die Vermutung ist, dass er ein paar Jahre nach dem Verhältnis die Mutter seines Kindes aufgesucht hat. Eventuell wollte er zu ihr und der Tochter ziehen. Dies hat er dann aber nicht gemacht, bleibt stattdessen bei seiner Familie in Nordrhein-Westfalen, wo er am 25. Oktober 1920 zur Welt gekommen ist. 

Doch wo ist ‚Puppi‘ jetzt?

Eugen B.'s Enkelin Anikó sucht jetzt ihre Tante oder deren Kinder, die wahrscheinlich ihre letzten Verwandten in Deutschland sind. Sie selbst wohnt seit 1981 mit ihrer Familie in der Schweiz. Auch deswegen gestaltet sich die Suche schwierig:  „Ich habe selbst schon versucht mit der Stadt Eberbach Kontakt aufzunehmen, aber es ist leider UNGLAUBLICH schwierig als Schweizerin in die Archive einer deutschen Stadt zu gelangen ohne konkreten Namen. Wir haben ja nur den Namen von meinem Opi und nicht den meiner Tante.“

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Wer kennt die gesuchte Frau? Infos per Mail bitte an redaktion24@headline24.de.

kp

Quelle: Mannheim24

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