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Baden-Württemberg vor „Gasgipfel“ – Land bastelt an Einspar-Katalog

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Von: Daniel Hagen

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Baden-Württemberg – Aufgrund der drohenden Gaskrise will Winfried Kretschmann einen „Gasgipfel“ einberufen. Dafür ist bereits ein Einspar-Katalog in Arbeit.

Müssen wir diesen Winter alle ordentlich frieren, weil wir kein Gas mehr aus Russland bekommen? Diese Frage stellen sich seit Wochen nicht nur Experten, sondern auch Millionen Menschen im ganzen Land. Weil in den kalten Monaten das Gas fehlen könnte, hat Wirtschaftsminister Robert Habeck bereits die zweite von insgesamt drei Krisenstufen im Notfallplan Gas ausgerufen. Auch Baden-Württemberg bereitet sich vor.

BundeslandBaden-Württemberg
Fläche35.751 km²
Bevölkerung11.103.043 (31. Dezember 2020)
HauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen)

Baden-Württemberg: Vor „Gasgipfel“ – Land arbeitet an Einspar-Katalog

Um gut auf die drohende Gaskrise vorbereitet zu sein, planen Kommunen im ganzen Land bereits, wie sie Gas einsparen können. Mannheim und Heidelberg gehen derzeit mehrere „Einsparszenarien“ durch. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat unterdessen einen „Gasgipfel“ einberufen, der am 25. Juli tagen soll.

Beim „Gasgipfel“ sollen Vertreter aus Kommunen, der Wirtschaft und von Versorgern Vorkehrungen für eine drohende Gaskrise treffen. Dafür hat die grün-schwarze Landesregierung bereits einen Einspar-Katalog erstellt, den eine Arbeitsgruppe aus unterschiedlichen Ministerien erarbeitet hat. Die Liste, die mittlerweile der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, soll den Verbrauch von Gas und Strom so stark wie möglich senken.

Einspar-Katalog für „Gasgipfel“ in Baden-Württemberg: Um diese Themen geht es

„Der Bedarf muss abgesenkt werden, um sicher durch Herbst und Winter zu kommen“, heißt es im Einspar-Katalog für den „Gasgipfel“. Die darin enthaltenen Vorschläge sind an sich simpel: Die Heizung nicht zu sehr hochdrehen, Home-Office und statt zu fliegen, lieber mal mit der Bahn fahren. Was einfach klingt, muss aber erstmal überall umgesetzt werden. Über den „Gasgipfel“ in Baden-Württemberg berichtet auch echo24.

Denn die Vorschläge sollen nicht nur in Haushalten eingesetzt werden, sondern auch in Firmen und Behörden. Die Arbeitsgruppe mahnt in ihrem Einspar-Katalog an, dass nicht überall 20 Grad in einem Raum benötigt werden, etwa in Büros, Teeküchen, Kopierräumen, Werkstätten, Lagerräumen, Besprechungsräumen, Fahrzeughallen, Sporthallen oder Hallenbädern.

„Gasgipfel“ in Baden-Württemberg: Einspar-Tipps für Firmen, Behörden und Haushalte

Doch die Einspar-Hilfen gehen noch weiter. So sollen Behörden oder Firmen überlegen, nicht regelmäßig gebrauchte Räume gar nicht mehr zu belegen und warmes Wasser nur dort zu nutzen, wo es erforderlich ist. Um den Verbrauch von Strom – der in 10 bis 15 Prozent unter Einsatz von Gas produziert wird – zu senken, sollen Beamte darüber nachdenken, keine Fahrstühle mehr zu nutzen.

Behörden sollen wegen der drohenden Gaskrise zudem prüfen, ob mehr Beamte auch von zu Hause aus arbeiten können. So sollen im Sommer weniger Klimaanlagen und im Winter weniger Heizungen eingesetzt werden. Bei Dienstreisen fordert der Arbeitskreis des „Gasgipfels“, mehr den ÖPNV zu nutzen als das Flugzeug – und bei Autos eher Fahrgemeinschaften zu gründen. (dh mit dpa)

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