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Energiepreise auf Rekordniveau – Brennholz im Rhein-Neckar-Kreis wird knapp

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Von: Teresa Knoll

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Rhein-Neckar-Kreis – Bei den hohen Energiepreisen möchten viele Menschen auf das Heizen mit Brennholz umsteigen. Das steht aber auch nicht unbegrenzt zur Verfügung:

Viele Leute in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz heizen derzeit mit Gas oder Öl. Die Preise dafür sind wegen des Ukraine-Kriegs auf einem Rekordniveau und für den kommenden Winter wird sogar ein Mangel befürchtet. Im Rhein-Neckar-Kreis ist daher das Interesse an Brennholz „sprunghaft“ gestiegen, wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung vom 8. August erklärt. Holz könnte aber auch bald knapp werden.

Energiepreise auf Rekordniveau – Interesse an Brennholz im Rhein-Neckar-Kreis „sprunghaft angestiegen“

Im Winter kuschelig warm am Kaminfeuer sitzen – so romantisch ist die Vorstellung vor dem momentanen Hintergrund nicht. Viele Menschen steigen notgedrungen auf Brennholz um. Das bestätigt Michael Herwig, Leiter der Holzverkaufsstelle des Rhein-Neckar-Kreises: „Die Zahl der Anfragen ist seit Beginn der Energiekrise sprunghaft angestiegen. Wir hatten noch nie so ein großes Interesse an Brennholz wie zurzeit.“ Ein Grund ist sicher, dass es im Moment so aussieht, als sei die Gas- und Ölversorgung im Winter nicht gesichert.

Der erhöhten Nachfrage steht jedoch ein begrenztes Angebot gegenüber. Der Wald ist von Trockenheit, Hitze und Borkenkäfer geschädigt. Im Rhein-Neckar-Kreis konzentrierte sich der Einschlag von Bäumen in den letzten Jahren auf geschädigte Waldbereiche. Das Fällen kranker Bäume nennt sich Zwangsnutzung.

Das Brennholz im Rhein-Neckar-Kreis wird knapp
Das Brennholz im Rhein-Neckar-Kreis wird knapp. (Symbolfoto) © Bernd Wüstneck/dpa

Rhein-Neckar-Kreis: Es darf nur so viel Holz geerntet werden, wie nachwächst

Allerdings ist solches Holz nur bedingt zum Heizen nutzbar, da es sehr brüchig sein kann oder schnell von Pilzen befallen wird. Ein Problem ist die Trockenheit: Wegen der erhöhten Waldbrandgefahr gibt es ein Grillverbot im Rhein-Neckar-Kreis.

Einfach zusätzlich gesunde Bäume abschlagen geht nicht – denn das oberste Gebot bei der Waldbewirtschaftung lautet: Es darf immer nur so viel Holz geerntet werden wie auch nachwächst. Um den Wald bei all den Schädigungen nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, wurde der Einschlag von gesunden Bäumen in vielen Wäldern im Rhein-Neckar-Kreis verringert. So steht die riesige Brennholz-Nachfrage einem reduzierten Angebot gegenüber. Das Problem besteht deutschlandweit: Über ausverkauftes Brennholz berichtet auch agrarheute.

Brennholz im Rhein-Neckar-Kreis – beschränkte Abgabe und gestiegene Preise

Damit dennoch alle Bürger*innen eine Chance haben, ihren Bedarf an Brennholz zu decken, wird die Abgabemenge auf 15 Festmeter (Kubikmeter) pro Haushalt begrenzt. „Wir möchten mit diesem Schritt einer ungerechten Verteilung vorbeugen“, erklärt Michael Herwig die neue Regelung. Auch Mannheim und Heidelberg bereiten sich auf die Gaskrise in Deutschland vor.

Außerdem werden die Preise erhöht: Die neuen Preise für Brennholz im Rhein-Neckar-Kreis belaufen sich im Sortiment Buche mit Anteilen an Ahorn, Hainbuche und Esche auf 80 Euro pro Festmeter inklusive Mehrwertsteuer. Eichenholz wird etwas günstiger abgegeben. Weichlaubholz und Nadelholz werden jeweils für 50 und 55 Euro pro Festmeter (inkl. MwSt.) vermarktet. Die Zuständigkeiten und weitere Infos gibt es auf der Website des Rhein-Neckar-Kreises unter www.rhein-neckar-kreis.de/kreisforstamt.

Energiepreise auf Rekordniveau – auch am Brennholz muss gespart werden

Wegen der Knappheit muss auch zu Hause am Brennholz gespart werden. Zum Beispiel sollte das Material nur komplett trocken verbrannt werden, damit es möglichst effizient genutzt werden kann. Je nach Holzart dauert die Lagerung ein bis drei Jahre, wobei Nadelholz deutlich schneller trocken ist als Laubholz.

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Kaminöfen, welche die Hitze des Feuers speichern können und diese auch abgeben, wenn das Feuer erloschen ist, sind besonders gut zum Heizen geeignet. (PM/resa)

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