Sogar auf Google Maps

„Bibersee“: Fleißige Nager sorgen mit Bauprojekt für nationale Schlagzeilen

Eppingen - Eine Biberfamilie sorgt mit einem Bauprojekt für nationale Schlagzeilen: Durch ihren Biberdamm ist ein See entstanden, der für viel Wirbel sorgt. Der See hat sogar ein Ortsschild. 

  • In Eppingen entsteht ein neuer See: Der „Bibersee“
  • Biber stauen das Wasser eines Bachs mit Biberdamm.
  • Der Bibersee ist auch auf Google Maps zu sehen.

Ohne Baugenehmigung und ohne Rücksicht auf Verluste entsteht in Eppingen bei Sinsheim ein neuer See. Zahllose Bäume werden dafür abgeholzt, ein Bauer verliert durch das Bauvorhaben wertvolle Ackerfläche –und trotzdem stehen die Bewohner Eppingens hinter dem Mega-Bauprojekt. Das könnte eventuell am Charme der Bauherren liegen: Vier bis sechs Biber haben in Eppingen nämlich einen Biberdamm gebaut, was zum Rückstau des kleinen Hilsbachs führt. Der Biberdamm sorgt dafür, dass sich das Wasser auf einem Zuckerrübenfeld in Höhe der Alten Mühle zwischen Eppingen und Elsenz staut.

Eppingen: Biber-Fieber am „Bibersee“ – doch was passiert mit dem Ortsschild?

Mittlerweile erstreckt sich der See auf über 3.000 Quadratmeter und sorgt sogar über die Stadtgrenzen Eppingens hinaus für Schlagzeilen. Nicht nur regionale Nachrichtenseiten berichten über die fleißigen Nager, sondern auch der Spiegel und das ZDF. Seitdem ein anonymer Biber-Fan den See „Bibersee“ taufte und mit einem Ortsschild versah, ist Eppingen im Biber-Fieber. Selbst beim Online-Kartendienst Google Maps ist der „Bibersee“ eingetragen – und wird mit 4,9 von 5 Sternen bewertet. Scheint als würden die Biber eine Fangemeinde aufbauen! 

Der „Bibersee“ bei Eppingen.

Allerdings gibt es vonseiten der Stadt Eppingen noch keine langfristigen Pläne für den Bibersee. Im Interview mit HEIDELBERG24 erklärt Frank Edlinger, Abteilungsleiter Tiefbau und Grünplanung der Stadt Eppingen, dass das Bibersee-Ortsschild zwar stehen bleiben kann. Allerdings macht Edlinger gleichzeitig klar: „Ein Naherholungsgebiet planen wir aber nicht.“

Eppingen: Biberdamm lässt neuen See entstehen

Wie die Stadt Eppingen mit ihrem neuen Bibersee umgehen wird, ist noch ungeklärt. Biber sind nach dem Naturschutzrecht „eine besonders und streng geschützte Art“, deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten nicht gestört werden dürfen. Der Landwirt, dessen Zuckerrübenfeld überschwemmt wurde, muss sich jedoch nicht mit dem Bibersee anfreunden. Denn „Maßnahmen zur Wasserstandsregulierung an Biberdämmen, die die Lebensstätte des Bibers (Biberbau) nicht beeinträchtigen, fallen nicht unter die Verbote und können in Abstimmung mit den ehrenamtlichen Biberberatern bzw. der unteren Naturschutzbehörde vorgenommen werden.

Eppingen: Mehr Biber in Deutschland

Der Biber hatte es in der Vergangenheit nicht immer einfach in Deutschland. So wurde er im 19. Jahrhundert fast gänzlich ausgerottet. Durch Schutzmaßnahmen und Auswilderungen in den letzten Jahrzehnten konnte sich die Biber Bevölkerung wieder erholen. Wie die Deutsche Wildtierstiftung schreibt, leben Biberin langsam fließenden und stehenden Gewässern mit Gehölzen nahe dem Ufer. Wie kein anderes Tier gestaltet der Biber die Landschaft nach seinen Ansprüchen: er fällt Bäume, baut Burgen und Dämme und staut Bäche auf. Dadurch schafft er nicht nur sich, sondern auch vielen Pflanzen und Tieren einen geeigneten Lebensraum.“ Genau das erlebt Eppingen momentan: Wie die Heilbronner Stimme berichtet, sollen sich auf dem Bibersee schon Enten angesiedelt haben.

Die Nager sind nicht unbedingt die zutraulichsten und wer sie live erleben will, sollte etwas Geduld mitnehmen. Vor allem zur Dämmerung und in der Nacht ist der Biber aktiv und fällt Bäume, um seinen Damm zu stabilisieren.

In Heidelberg ist der Biber los. Auf der Liebesinsel im Neckar kann sich der fleißige Nager nahezu ungestört ausbreiten. Die Biber fressen hier mehrere Bäume an, die jetzt drohen in den Neckar zu stürzen. Jetzt muss eine Spezialfirma mehrere Bäume fällen.

mw

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © HEIDELBERG24/Priebe/pr-video

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