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Eventim: Konzert-Besuch nur für Geimpfte – Tickethändler macht überraschende Ankündigung

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Von: Robin Eichelsheimer

Eventim-Boss Klaus-Peter Schulenberg will den Besuch von Konzerten und Veranstaltungen an eine Corona-Impfung binden. Offenbar wurde dafür schon die Grundlage geschaffen.

Rocken nur mit gültigem Impfnachweis? Durchaus möglich, wenn es nach Klaus-Peter Schulenberg geht. In einem Interview für die „Wirtschaftswoche“ erklärte der Eventim-Chef: „Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen.

Heißt: Es ist durchaus denkbar, dass Konzerte und sonstige Veranstaltungen von Eventim künftig nur noch von all jenen Menschen besucht werden können, die eine Impfung gegen das Coronavirus in ihrem Impfpass nachweisen können.

UnternehmenCTS Eventim
Gründung1989
SitzMünchen
LeitungKlaus-Peter Schulenberg (CEO), Andreas Grandinger (CFO), Alexander Ruoff (COO)

Eventim: Konzert-Besuche nur noch mit Impfung gegen Coronavirus? Veranstalter hat bereits Grundlage geschaffen

Die Debatte um Sonderrechte für Geimpfte wurde schon früh losgetreten. So hatte die australische Airline Qantas Airways bereits im November 2020 angekündigt, nur noch geimpfte Menschen transportieren zu wollen – und auch in Deutschland wurde und wird heftig über das Thema gestritten.

Zwar besteht in Deutschland weiter keine Impfplficht gegen das Coronavirus, doch viel Impf-Skeptiker und Kritiker befürchten, dass es eine Impfpflicht durch die Hintertür geben könnte – schließlich haben schon zahlreiche weitere Veranstalter deutlich gemacht, dass sie eine Impfung gegen das Coronavirus als „Eintrittskarte“ durchaus befürworten: „Aus unserer Sicht ist es denkbar, dass in einer Übergangsphase auch Impfausweise eine Rolle beim Einlass spielen können“, so Dirk Bamberg, Vizepräsident des Bundesverbands der Diskotheken und Tanzbetriebe, im Dezember 2020.

Ist das aber überhaupt rechtlich möglich? Restaurantbetreiber, Friseure, Fitnessstudios und auch Konzertveranstalter können rein theoretisch einen Impfnachweis verlangen, schließlich haben sie das Hausrecht.

Eventim-Chef Schulenberg macht im Interview klar, dass es ihm nicht um die Diskriminierung von Impfgegner geht: „Je schneller die Bevölkerung geimpft ist, desto schneller können auch Veranstaltungen wieder stattfinden. Für uns steht aber im Vordergrund, einen Beitrag zu leisten, damit wir alle diese Pandemie baldmöglichst überwinden“, so Schulenberg.

Besucher auf einem Konzert, Fotomontage: Hand hält Impfausweis.
Wenn es nach Eventim-Boss Klaus-Peter Schulenberg geht, sind Konzertbesuche künftig nur noch für Geimpfte möglich. (Fotomontage) © Rainer Jensen/Sophia Kembowski/dpa (Fotomontage)

Schulenberg erklärt gegenüber der Wirtschaftswoche, dass Eventim bereits die technischen Voraussetzungen für ein solches Vorgehen geschaffen wurden: „Wir haben unsere Systeme so eingerichtet, dass sie auch Impfausweise lesen können.“ Weiter heißt es, dass Eventim in diesem Zuge auch aktuell selbst bei der Vergabe von Impfterminen helfe wie beispielsweise in Schleswig-Holstein – mit anderen Bundesländern sei man bereits in Gesprächen.

Eventim fordert Impflicht für Konzertbesucher: Veranstalter geht auf die Barrikaden

Kurz nach der Veröffentlichung des Interviews mit Eventim-Chef Schulenberg meldet sich mit S-Promotion ein bekannter Tourveranstalter zu Wort – und zeigt sich empört über die geforderte Impfpflicht für Konzertbesucher: „Diese lehnen wir als Tourneeveranstalter und Ticketvertreiber entschieden ab. Der Vorstoß verstößt klar gegen das im Grundgesetz verankerte Diskriminierungsverbot“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zudem sei die Forderung unrealistisch, da sich aktuell zeige, dass die Einlösung des Impfversprechens der Bundesregierung nicht zu erfüllen sei. Der Veranstalter appelliert an die Verantwortlichen, Lösungen zur Wiederherstellung des Spielbetriebs zu finden, „die allen Ticketkäufern die Möglichkeit geben, eine Veranstaltung zu besuchen, z.B. durch freiwillige Impfungen, Corona-Schnelltests, Maskenpflicht und die Einhaltung von Hygienevorschriften bei Veranstaltungen“, heißt es weiter.

Stefan Schornstein, Geschäftsführer von S-Promotion, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Der Vorstoß von Eventim geht in die völlig falsche Richtung. Wir distanzieren uns ganz klar von dieser absurden Idee und stellen ernsthaft die weitere Zusammenarbeit mit Ticketbetreibern, die solche Maßnahmen in Erwägung ziehen, in Frage.

Sonderrechte für Corona-Geimpfte? Merkel mit klarer Aussage

Erst am Dienstagabend äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel im ARD-Interview zu möglichen Sonderrechten für Corona-Geimpfte. Sie verwies darauf, dass es bislang noch nicht klar sei, ob Geimpfte andere anstecken könnten – und so lange dies nicht eindeutig sei, wäre es auch nicht möglich, Geimpften mehr Rechte einzuräumen als Nicht-Geimpften. (rob)

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