Dreiste Masche

Vorsicht, falsche Microsoft-Mitarbeiter! So gehst Du den Betrügern nicht ins Netz

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Beim so genannten Tech-Support-Scam versuchen Betrüger, Internet-User nach vermeintlichem Virenbefall ihres Computers abzuzocken.

In letzter Zeit häufen sich Fälle einer neuen Betrugsmasche im Netz: Angebliche Mitarbeiter von Microsoft versuchen Kunden dabei weis zu machen, dass ihr Computer von Viren befallen sei – und wollen abkassieren!

Am Donnerstagmorgen (18. Oktober) meldet sich ein Mann aus Weisenheim am Sand bei der Polizei, weil ihm ein Vorgang beim Surfen im Netz am Vortag seltsam vorgekommen war. Wie sich später herausstellt, wäre er dabei fast einer dreisten Betrugsmasche auf den Leim gegangen.

Was ist passiert?

Der Mann ist im Internet, als plötzlich die aktuelle Seite blockiert – in einem neuen Fenster wird eine „0800“-Hotline-Nummer angezeigt, über die das Problem angeblich gelöst werden könne. Als der Mann die Nummer wählt, nimmt ein angeblicher Mitarbeiter des technischen Supports von Microsoft ab, behauptet, dass er den PC von Viren reinigen möchte. Der Internet-User erteilt dafür die Freigabe – und erhält direkt im Anschluss an die angebliche „PC-Reinigung“ eine Rechnung über 595 Euro.

Da der Mann kein Online-Banking nutzt, teilt ihm der vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter eine englische Kontoverbindung mit, auf die das Geld überwiesen werden soll. Jetzt wird der Mann stutzig und handelt schließlich richtig, als er im Anschluss Anzeige bei der Polizei erstattet.

So neu ist die Betrugsmasche aber gar nicht: Wie die Verbraucherschutzzentrale berichtet, erhalten Verbraucher schon seit 2014 immer wieder Anrufe von falschen Microsoft-Mitarbeitern mit der Warnung, dass ihr Computer von Schadsoftware befallen sei. Zunächst war es einige Zeit ruhig geworden um die Abzock-Anrufe, doch nun häufen sich wieder die Fälle von falschen Microsoft-Mitarbeitern – diesmal aber eben nicht über den direkten Kontakt per Telefon, sondern über den Warnhinweis im Internet.

Auch Microsoft selbst warnt seit Bekanntwerden der ersten Betrugsfälle unter Missbrauch des Firmennamens auf seiner Homepage und bietet sowohl Tipps für Betroffene als auch ein Formular an, um Betrugsversuche zu melden. Nach eigenen Angaben gaben in einer Microsoft-Umfrage 2017 weltweit zwei Drittel aller Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten Erfahrungen mit der Betrugsmasche gemacht zu haben. 

Problem: Da die Anrufe häufig von ausländischen oder anderen nicht zurückverfolgbaren Nummern kommen, sind die Anrufer kaum zu ermitteln. Heißt aber nicht, dass man sich nicht vor dem so genannten Tech-Support-Scam schützen kann.

Falsche Microsoft-Mitarbeiter – So kannst Du Dich vor der Betrugsmasche schützen:

  •  Microsoft verschickt nach eigenen Angaben unaufgefordert keine E-Mails, noch fordern Mitarbeiter per Telefonanruf oder Sicherheitshinweis am PC persönliche oder finanzielle Daten an. Erhältst Du einen Anruf von einem vermeintlichen Support-Mitarbeiter, beende schnellstmöglich das Gespräch. Reagiere nicht auf vermeintliche Warnhinweise, die auf dem Browser-Bildschirm erscheinen oder auf E-Mails und lade keine Anhänge herunter.
  • Gib in keinem Fall Deine privaten Daten heraus.
  • Erwirb oder installiere keine Fremdsoftware auf Deinem Computer, Tablet oder Smartphone.
  • Wenn Du bereits mit einem angeblichen Support-Mitarbeiter gesprochen hast, kann es sein, dass eine Schadsoftware auf Deinem Computer installiert wurde. Trenne dann Deinen PC vom Netz und lass ihn von einem Experten prüfen. Anschließend alle Passwörter und Zugangsdaten ändern – vor allem Deine Zugänge zu E-Mail-Konten, Online-Banking und Online-Shops.
  • Lass Dich nicht von Drohungen irritieren, wonach die Anrufer Deine Windows-Version löschen, wenn Du das Programm nicht installierst.
  • Bist Du betroffen, melde den Betrugsfall der Polizei. Zusätzlich bietet Microsoft ein Formular an, um Betrugsversuche zu melden.
  • Deine Beschwerde kannst Du zudem an das Beschwerdepostfach der Marktwächter senden.

pol/rob

Quelle: Mannheim24

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