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„Rock am Ring“ und Co.: Wegen Corona – diese 7 großen Open-Air-Festivals sind abgesagt

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Von: Katja Becher

Festival-Sommer 2021: Auch in diesem Jahr wurden wegen Corona erste Festivals abgesagt – darunter große Open-Air-Veranstaltungen wie „Rock am Ring“ oder „Hurricane“!

Update vom 10. März: Sieben große Open-Air-Festivals in Deutschland und der Schweiz fallen auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte das Veranstalter-Netzwerk Eventim Live am Mittwoch mit. Abgesagt seien unter anderem das „Southside“-Festival in Neuhausen ob Eck (Landkreis Tuttlingen), „Rock am Ring“ am Nürburgring, „Rock im Park“ in Nürnberg und das „Hurricane Festival“ in Niedersachsen. Auch das „Deichbrand“ bei Cuxhaven, „SonneMondSterne“ in Thüringen bei Saalburg Ebersdorf und das Schweizer „Greenfield Festival“ fallen somit aus.

„Die Veranstalter mussten sich aufgrund der weiterhin bestehenden unsicheren Infektionslage zu einer Absage entscheiden“, teilte Eventim Live mit. Für die Mitarbeiter und Hunderttausende Fans fallen die Konzert-Events somit zum zweiten Mal aus. Bereits im Sommer 2020 waren alle Großveranstaltungen gestrichen worden. In der Eifel und in Nürnberg zum Beispiel waren bislang die gleichzeitigen Traditionsfestivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ am zweiten Juni-Wochenende 2021 mit Headlinern wie Green Day, System Of A Down und Volbeat geplant. Sie sollen nun laut dem zuständigen Veranstalter am ersten Juni-Wochenende 2022 wieder über die Bühne gehen. Welche Headliner dann auf der Bühne stehen, war noch unklar. Schon bald könnten Fans, die bereits in diesem oder sogar vergangenem Jahr Tickets erworben hätten, sie online für 2022 umbuchen.

Festival-Sommer 2021: Gibt es noch Hoffnung für „Rock am Ring“ und Co.?

Meldung vom 28. Januar: Eigentlich hatten die Traditionsfestivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ im Jahr 2020 ihre Jubiläumsausgaben geplant. Doch dann kam das Coronavirus nach Deutschland – und alle Großveranstaltungen wurden gestrichen. Die großen Festivals wie „Rock am Ring“, „Hurricane“ oder „Wacken Open Air“ wurden allesamt auf 2021 verschoben. Doch kann der Festival-Sommer 2021 wirklich stattfinden? Denn seit den Festival-Absagen in 2020 hat sich die Lage kaum gebessert – eher im Gegenteil.

Festival-Sommer 2021: Kann das „Southside“ in Baden-Württemberg stattfinden?

Aktuell scheinen Festivals mit Zehntausenden feiernden Menschen eher absurd. Die Sehnsucht nach einem Festival-Sommer 2021 ist jedoch trotzdem riesig und die Fans von „Rock am Ring“, „Wacken“ und Co. fragen sich, ob es vielleicht doch noch Hoffnung gibt. „Es gibt noch viele Fragezeichen“, sagt Stephan Thanscheidt vom Veranstalter FKP Scorpio zur Deutschen Presse-Agentur. „Wir müssen auch abwarten, wie sich die Infektionszahlen und die Verfügbarkeit der Impfstoffe entwickeln.“ Der Veranstalter organisiert das „Hurricane“ in Niedersachsen und das „Southside“ in Baden-Württemberg. Dieses Jahr soll das Zwillingsfestival eigentlich vom 18. bis 20. Juni stattfinden. „Für konkrete Ansagen ist es noch zu früh. In vier bis sechs Wochen können wir sicher mehr sagen“, meint Thanscheidt.

Festival-Sommer 2021: Konzerte trotz Corona? Das sagt der Veranstalter von „Rock am Ring“

Bereits eine Woche früher, am zweiten Juniwochenende, ist die 35. Ausgabe von „Rock am Ring“ am Nürburgring und das 25. „Rock im Park“ in Nürnberg geplant. Auftritte der Headliner wie Green Day, System Of A Down und Volbeat wurden vom vergangenen Jahr auf 2021 verlegt. Und auch mehr als 130.000 Besucher haben ihre Tickets von 2020 bereits auf dieses Jahr umgetauscht. Auch hier heißt es, man wolle „die konkreten Entwicklungen“ abwarten. „Deshalb ist eine Aussage über das Stattfinden erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich“, teilten die Veranstalter eventimpresents und Live Nation mit. 

Festival-Sommer 2021: Auf „Wacken“-Seite läuft bereits Countdown

Unklar ist auch die Lage im schleswig-holsteinischen Wacken. Normalerweise strömen alljährlich im Hochsommer Zehntausende Metal-Fans aus aller Welt in die norddeutsche Provinz, um beim „Wacken Open Air“ (W:O:A) zu feiern. Letztes Jahr blieb es ungewohnt still in dem beschaulichen Dorf. Doch werden in diesem Jahr wieder Bässe auf den Wiesen und Kuhweiden wummern? Auf der Festivalseite läuft zumindest der Countdown: „Noch 183 Tage“ hieß es dort an einem Mittwoch Ende Januar. Angekündigt ist unter anderem Rammstein-Sänger Till Lindemann mit seiner ersten Solo-Festivalshow. 

Das Festivalgelände in Wacken am 3. August 2019 (oben) und am 14. Juli 2020.
Das Festivalgelände in Wacken am 3. August 2019 (oben) und am 14. Juli 2020. © Carsten Rehder/dpa

„In über 30 Jahren Wacken hat man schon so einiges erlebt, aber natürlich kann niemand eine genaue Prognose für die pandemische Lage im Sommer vorhersagen“, sagt Mitbegründer Thomas Jensen. „Die aktuellen Planungen sind trotz Kurzarbeit in vollem Gange, und wir hoffen, dass die staatlichen Maßnahmen greifen und eine Rückkehr zu Live-Events im Sommer möglich sein wird.“ Die Gesundheit und Sicherheit stünden dabei an erster Stelle, betont er. 

Festival-Sommer 2021: Entscheidung bis Mitte März? Branche erstellt mögliche Corona-Konzepte

„Es herrscht derzeit große Unsicherheit“, erklärt der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow. „So lange Abstandsregeln erforderlich sind, lassen sich allenfalls sehr kleine Veranstaltungen wirtschaftlich durchführen.“ Und: „Für die Sommerfestivals werden wir spätestens bis Mitte März Entscheidungen benötigen, in welcher Form sie stattfinden können, weil sie eine Mindestzeit zur Vorbereitung benötigen.“ 

Laut Michow hat die Branche den Herbst und Winter genutzt, um mögliche Konzepte zu erstellen. Seiner Einschätzung nach werden umfassende Infektionsschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel Schnelltests, erst einmal Voraussetzung sein für den Veranstaltungsbesuch. Er hofft hier auch auf Unterstützung seitens der Politik. Inwiefern bei großen Festivals Schnelltests bei „derart vielen Menschen durchgeführt werden können, wird noch zu prüfen sein“. Das nächste Problem sei das internationale Booking, so sei völlig unklar, ob etwa Bands und Künstler aus England oder den USA nach Deutschland kommen könnten. (dpa/kab)

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