„Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

Über 2.000 Menschen gefoltert? Syrische Geheimdienst-Mitarbeiter in Rheinland-Pfalz festgenommen!

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Bundesgerichtshof ordnet Verhaftung von zwei Syrern an (Symbolfoto).

Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe teilt mit, dass zwei syrische Geheimdienst-Mitarbeiter in Rheinland-Pfalz und Berlin festgenommen wurden. Welche Taten ihnen vorgeworfen werden: 

Die beiden Syrer werden aufgrund von Haftbefehlen des Ermittlungsrichters am Bundesgerichtshof am Dienstag (12. Februar) durch Beamte des BKA verhaftet. 

Mitarbeiter des syrischen Geheimdienst festgenommen: Halfen zwei Syrer bei der Folter von 2.000 Menschen?

Laut Staatsanwaltschaft werden dem 56-jährigen Anwar R. Verbrechen gegen die Menschlichkeit und andere Straftaten vorgeworfen. Er soll zwischen Ende April 2011 und Anfang September 2012 als hochrangiger Mitarbeiter des syrischen Allgemeinen Geheimdienstes Mittäter an Folterungen und körperlichen Misshandlungen von mindestens 2.000 Menschen.

Der 42-jährige Eyad D. wird ebenfalls der Verbrechen gegen die Menschlichkeit verdächtigt. Er soll zwischen Anfang Juli 2011 und Mitte Januar 2012 als Mitarbeiter des syrischen Geheimdienstes zur Tötung von zwei Menschen sowie der Folter an ebenfalls mindestens 2.000 Menschen Hilfe geleistet haben.

Die beiden Festgenommenen hätten Syrien 2012 verlassen.

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Syrische Geheimdienst-Mitarbeiter in U-Haft

Ebenfalls am Dienstag wird ein Mitarbeiter der Geheimdienstabteilung, in der Anwar R. arbeitete, in Frankreich durch die Staatsanwaltschaft in Paris festgenommen. Die Festnahmen wurden aufeinander abgestimmt. Gegen den 56-Jährigen und den 42-Jährigen wurde Untersuchungshaft angeordnet.

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Syrische Geheimdienstler verhaftet: Schreckliche Vorwürfe gegen zwei Männer

Spätestens seit April 2011 ist das syrische Regime dazu übergegangen, sämtliche regierungskritische Aktivitäten der Opposition mit brutaler Gewalt zu unterdrücken. Der syrischer Geheimdienst spielt dabei eine große Rolle – vor allem bei dem Ziel, die Protestbewegung frühstmöglich zu unterbinden.

In den Haftbefehlen gegen die beiden Männer finden sich die schlimmen Taten, die sie begangen haben sollen: 

Anwar R. und Eyad A. arbeiteten beide für den syrischen Geheimdienst in einer für die Sicherheit im Raum Damaskus zuständigen Abteilung. R. leitete dort sogar die sogenannte Ermittlungsabteilung mit einem angeschlossenen Gefängnis. Hier wurden die Gefangenen bei ihrer Vernehmung brutal und massiv gefoltert. Anwar R. hatte als Leiter der Ermittlungsabteilung den Befehl über die Abläufe in dem Gefängnis und auch über die Folterungen.

Eyad A. war in einer Einheit beschäftigt, die der Abteilung zuarbeitete, in der R. arbeitete. Die Aufgabe des 42-Jährigen war es, ihm Rahmen von Personenkontrollen Deserteure, Demonstranten und sonstige verdächtige Personen zu verhaften. Er arbeitete im Sommer 2011 für einen Monat an einem Kontrollposten im Umland von Damaskus. Dort wurden täglich zwischen 200 und 300 Menschen überprüft – und rund 100 festgenommen. 

Eyad A. beteiligte sich außerdem an der Erstürmung von Häusern und Wohnungen. Im Herbst verfolgte er fliehende Demonstranten. Die Festgenommenen brachte man in das von Anwar R. geleitete Gefängnis, wo sie gefoltert wurden.

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pm/kab

Quelle: Mannheim24

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