Tragezeit begrenzt

FFP2-Maske: Experte warnt – Darum darfst Du den Mundschutz nicht dauerhaft tragen

Die FFP2-Maske sollte pro Tag nur eine gewisse Dauer getragen werden – doch das weiß nicht jeder. Ein Experte erklärt, wann der Mundschutz wieder abgezogen werden sollte:

  • FFP2-Masken schützen vor dem Coronavirus.
  • Der Mund-Nasen-Schutz kann jedoch nur für eine begrenzte Dauer vollen Schutz bieten.
  • Eine FFP2-Maske sollte an einem Arbeitstag nicht länger als 4 Stunden getragen werden.

FFP2-Masken sind zum Must-have in der Corona-Krise geworden. Die Mundschutz-Varianten gelten nach den FFP3-Masken zum sichersten Modell und werden deshalb von der Regierung als wichtige Waffe im Kampf gegen das Coronavirus angesehen. Zwar ersetzt keine Maske die wesentlichen Hygiene- und Abstandsregeln, dennoch trägt der Mundschutz dazu bei, dass sich weniger Menschen anstecken.

MaskeFFP2 (Filtering Face Piece)
KennzeichnungCE plus vierstellige Nummer sowie EN 149:2001+A1:2009
SchutzTräger und Dritte

Grund dafür ist die Beschaffenheit der FFP2-Maske: Sie filtert die Luft und hält Tröpfchen, die beim Reden, Husten oder Niesen entstehen, zurück. So werden nicht nur Dritte, sondern auch die Träger selbst vor einer möglichen Corona-Infektion geschützt. FFP2-Masken gibt es sowohl mit, als auch ohne Ventil. Empfohlen wird die ventillose Variante.

FFP2-Maske: Experte warnt vor falscher Anwendung

Wer derzeit einkaufen geht oder mit Bus und Bahn fährt, muss entweder eine FFP2- oder OP-Maske tragen. Die Entscheidung zu welcher man letztlich greift, ist jedem selbst überlassen. Im Vergleich zum OP-Mundschutz kann eine FFP2-Maske mehrfach verwendet werden, auch wenn sie als Einmalprodukt bezeichnet wird.

Trotz dieser vielen Vorteile steht die FFP2-Maske nun in der Kritik – aufgrund mehrerer Probleme. Zwar bietet die FFP2-Maske einen verlässlichen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, jedoch werden wesentliche Anwendungsmerkmale und Eigenschaften der Maske nicht ausführlich genug kommuniziert. So kritisiert der Epidemiologe André Karch, dass viele Menschen die FFP2-Maske nicht richtig aufziehen. Ohne die richtige Anwendung des Mundschutzes würde die Schutzfunktion verloren gehen. „Sodass man am Ende mit FFP2-Maske vielleicht schlechter dasteht wie mit einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske), der von sich aus leichter anlegbar ist und dann zumindest eine konstante Schutzsituation bietet“, so Karch.

FFP2-Maske: Arbeitsschutz-Experte warnt – nicht länger als 4 Stunden pro Arbeitstag

Einen weiteren Kritikpunkt äußert nun Marco Farnung, Sachverständiger für Arbeitsschutz aus Fulda, im Gespräch mit Osthessen-News. Er erklärt, dass FFP2-Masken bei der Arbeit an bestimmte Aufwendungen geknüpft sind, an die sich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer halten müssen. Dazu gehören unter anderem das Angebot einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung, eine Anwendungserklärung und eine Gefährdenbeurteilung für den Arbeitsplatz.

FFP2-Masken sollten maximal vier Stunden pro Arbeitstag getragen werden (Symbolfoto)

Aufgrund der geltenden Maskenpflicht würden nun aber viele Menschen eine FFP2-Maske tragen, ohne diese Aspekte zu beachten. „Was der Öffentlichkeit durch die Bundes- bzw. die Landesregierung nicht mitgeteilt wird: Das Tragen von Atemschutz unterliegt einer Tragzeitbegrenzung. So dürfen filtrierende Halbmasken ohne Ausatemventil maximal 75 Minuten am Stück getragen werden, dann müssen 30 Minuten Pause erfolgen. Dies darf pro Arbeitstag auch nur maximal 3-mal wiederholt werden“, erklärt der Arbeitsschutz-Experte. Das macht insgesamt eine Tragedauer von maximal vier Stunden pro Arbeitstag aus.

Auch das Robert-Koch-Institut warnt vor zu langem Tragen der FFP2-Maske: „Gemäß den Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt (siehe Herstellerinformationen, in der Regel 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause).“

Allerdings: Möchte man sich zu diesem Thema bei Landesregierungen informieren, wird man nur bedingt fündig. So rät die Regierung in Baden-Württemberg lediglich dazu, eine Maske dann zu wechseln, wenn sie feucht wird. Eine Zeitbegrenzug wird nicht angegeben.

FFP2-Maske: Nebenwirkungen drohen – „Atmung erschwert“

Der Grund für die begrenzte Tragedauer der FFP2-Maske liegt darin, dass man schlicht und ergreifend schlechter Luft bekommt. Der Atemwegswiderstand wird durch das Tragen des Mundschutzes erhöht und das kann zu Belastungen für den Körper führen. Untersuchungen im Gesundheitsbereich haben bereits gezeigt, dass Atembeschwerden und Gesichtsdermatitis (Bläschen im Gesicht) als Nebenwirkungen auftreten können. Studien außerhalb des Gesundheitsbereichs gibt es noch nicht, auch die Langzeitfolgen sind noch nicht erforscht.

Beim korrekten Einsatz von FFP2-Masken besteht ein erhöhter Atemwiderstand, der die Atmung erschwert. Deswegen sollte vor dem Tragen eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung angeboten werden, um Risiken für den Anwender individuell medizinisch zu bewerten“, heißt es beim RKI.

FFP2-Maske: Experte fordert Arbeitsschutz auch für den privaten Bereich

Farnung fordert, dass die Arbeitsregeln auch im Privaten greifen müssen. „Denn diese Regeln gibt es ja deswegen, weil das Tragen von Atemschutz vor gesundheitsschädlichen Gefahren schützen soll. Natürlich ist das Tragen eines Mundschutzes in der aktuellen Pandemiesituation absolut sinnvoll und es gilt, je besser die technische Qualität, desto höher der Schutz.“ Aktuell würden diese Vorschriften aber von über 40 Millionen Menschen nicht beachtet werden – und das nur, weil viele es gar nicht besser wüssten.

Der Arbeitsschutz-Experte appelliert außerdem an alle Bürger, dass sie die FFP2-Maske richtig tragen müssen. Ansonsten würde sie genauso wenig bringen wie eine normale Alltagsmakse.

Hier eine Anleitung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM):

  • Die Maske muss gut passen und über Mund, Nase und Wangen sitzen. Die Ränder der Maske sollten eng anliegen und keine Luftströme an der Maske vorbei erlauben. Eine FFP-Maske kann ihre volle Filterleistung nur dann erbringen, wenn sie dicht sitzt.
  • Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, um das normale Atmen möglichst wenig zu behindern.
  • Eine durchfeuchtete Maske sollte abgenommen und gewechselt werden.
  • Beim Abnehmen der Maske sollte diese möglichst immer an den Bändern der Maske angefasst werden.
    Nach dem Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen werden (mindestens 20 bis 30 Sekunden mit Seife). (jol)

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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