David L. soll Tochter Senna getötet haben

Urteil im Babymord-Prozess gefallen: Der schockierende Fall aus Frankenthal im Rückblick 

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David L. (links) mit seinem Verteidiger Alexander Klein am Landgericht Frankenthal (Archivfoto)

Frankenthal - Ein Fall, der die ganze Region bewegt: Hat David L. seine kleine Tochter Senna von einem Balkon geworfen, oder war es ein Unfall? Heute ist das Urteil gefallen:

Drei Jahre nach dem Tod eines zweimonatigen Mädchens in Frankenthal fällt am Freitag (17. Mai) am Landgericht das Urteil gegen den angeklagten Vater David L. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der heute 35-Jährige seine kleine Tochter Senna am 13. Mai 2016 vom Balkon aus dem zweiten Stock eines Hauses geworfen und so getötet haben. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis – wegen Mordes, Geiselnahme und Körperverletzung. 

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Urteil im Baby-Prozess gefallen: David L. muss für 15 Jahre ins Gefängnis 

Schon kurz nach 9 Uhr fällt das Urteil: David L. wird wegen des Mordes und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Der Angeklagte soll seine kleine Tochter „aus übersteigerter Eifersucht“ vom Balkon geworfen haben. Außerdem habe er seine damalige Lebensgefährtin, seine andere Tochter aus erster Ehe und einen Bekannten mit einem Messer verletzt. Trotz Kokainkonsums sei David L. zur Tatzeit zwar vermindert schuldfähig, aber nicht voll schuldunfähig gewesen.

Laut Gericht hatten sich die Vorverurteilung durch die Presse, eine lange U-Haft und die lange Verfahrensdauer strafmildernd ausgewirkt. Bis zu seinem Haftantritt ist David L. allerdings zunächst auf freiem Fuß: Die Nebenklage hatte beantragt, L. direkt nach Urteilsverkündung festzunehmen. Die Kammer sieht indes keine Fluchtgefahr, schließlich sei L. zu allen Verhandlungsterminen erschienen. Deshalb wurde der Antrag der Nebenklage abgelehnt.

Das Landgericht Frankenthal leitet auch die Ermittlungen in einem weiteren schrecklichen Fall in Ludwigshafen: Wurde ein Kind in einer Kita missbraucht? 

Der Prozess gegen David L., der insgesamt nun schon fast drei Jahre andauert, hat oft für Schlagzeilen gesorgt. Wir fassen den Babymord-Fall von Frankenthal noch einmal zusammen:

14. Mai 2016: Baby Senna wird von Balkon in Frankenthal geworfen

In der Nacht zum 14. Mai soll David L. gegen 1:35 Uhr seiner schlafenden Freundin Jesmira S. zunächst mehrfach mit einem Messer in Rücken und Schulter gestochen haben. Laut Anklage habe er dann das gemeinsame Baby aus der Wiege genommen und sei mit den Worten „Jetzt mache ich den Rest“ auf den Balkon gegangen. Von dort aus soll der heute 35-Jährige seine Tochter aus 7,50 Metern Höhe in die Tiefe geworfen haben. Die erst zwei Monate alte Senna stirbt an einem mehrfachen Schädelbruch.

Vater (32) tötet Baby nach Familienstreit!

Im Kokainrausch soll sich David L. nach seiner grausamen Tat mit seinen zwei weiteren Töchtern aus erster Ehe in der Wohnung verschanzt haben. Bei seiner Festnahme kommt es dann zu dramatischen Szenen: Als sich die hinzugerufene Polizei Zutritt in die Wohnung in Frankenthal verschafft, soll er seiner sechsjährigen Tochter zwei Mal in den Bauch gestochen haben. Nur durch eine Not-OP kann das Mädchen gerettet werden. 

10. November 2016: Der Prozess gegen David L. beginnt in Frankenthal

An einem Donnerstagmorgen im November startet die Verhandlung gegen den Vater, der seine eigene Tochter getötet haben soll, vor dem Landgericht in Frankenthal. Ex-Freundin Jesmira S., Mutter des getöteten Babys, tritt als Nebenklägerin auf und sitzt dem Angeklagten genau gegenüber. Während der Verlesung der schockierenden Anklage schluchzt David L. immer wieder auf. Dann verliest Anwalt Alexander Klein, der auch den Angeklagten im BASF-Prozess vertritt, das Geständnis„Ich habe unsere süße kleine Tochter mit eigenen Händen umgebracht! Ich trage schwer an dieser Schuld und bedauere die Tat zutiefst. Ich bitte das Gericht um eine gerechte Strafe.“

Anklage Mord! David L. (32) hat Baby Senna getötet

Im Laufe der nächsten Verhandlungstage wird Jesmira S. auf dem Zeugenstuhl aussagen, was für eine Folter die Beziehung mit David L. gewesen sei. Er soll eifersüchtig und gewalttätig gewesen sein. Auch Verwandte von Senna Mutter berichten vor dem Landgericht in Frankenthal von der schwierigen Beziehung zu dem Angeklagten. Jesmira S.´s Schwester nennt ihn einen „Psychopaten“, der eifersüchtig auf die kleine Senna gewesen wäre.

29. September 2017: Der Babymord-Prozess platzt – und wird neu aufgerollt

Nach 23 Verhandlungstagen teilt das Landgericht Frankenthal im September 2017 mit, dass der Babymord-Prozess abgebrochen werden muss. Grund sei eine lange Erkrankung der Vorsitzenden Richterin. Ein schwerer Schlag für die Angehörigen von Baby Senna: Sämtliche bereits geplanten Termine werden aufgehoben und der Fall komplett neu aufgerollt. Der „neue“ Prozess im Fall Senna startet im Dezember 2017 – rund ein Jahr nach dem Start der ersten Verhandlung.

31. Januar 2019: David L. wird aus der U-Haft entlassen

Auch Anfang 2019 ist noch kein Urteil im Babymord-Prozess in Frankenthal gefallen. David L. sitzt zu diesem Zeitpunkt bereits 2,5 Jahre in U-Haft. Dann entscheidet das Oberlandesgericht in Zweibrücken: Der Angeklagte muss aus der U-Haft entlassen werden. Die Richter reagieren auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das die Inhaftierung wegen zu langer Verfahrensdauer als unzureichend begründet ansieht. 

Zuvor war es immer wieder zu Verzögerungen im Terminplan der Verhandlung gekommen. Die Verteidigung von David L. hatte noch im Januar 2019 mit Befangenheitsanträgen gegen den Vorsitzenden Richter protestiert. Die Juristen waren bei der Suche nach neuen Verhandlungsterminen aneinandergeraten. 

Frankenthal: Urteil im Babymord-Prozess – so könnte es ausfallen

Die Staatsanwaltschaft fordert im Babymord-Prozess gegen David L. unter anderem wegen Mordes, Geiselnahme und Körperverletzung eine Gesamtstrafe von 15 Jahren Gefängnis. Sie sieht durch einen Kokainkonsum zur Tatzeit eine eingeschränkte Schuldfähigkeit als gegeben. Anders die Nebenklage – sie fordert eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes. Die Verteidigung sieht hingegen Voraussetzungen für einen Freispruch gegeben. Der Angeklagte sei zum Tatzeitpunkt durch Drogen in einen Angstzustand und ein paranoides Verhalten geraten – er habe demnach angenommen, seinem Kind drohe Gefahr, und er sei deshalb auf den Balkon geflüchtet. 

Wegen Fluchtgefahr soll David L. könnte nach der Urteilsverkündung sofort festgenommen werden. 

Ähnlich schockierende Tatsachen kommen im Prozess der Horror-Eltern aus Ludwigshafen zutage: Sie sollen ihr Baby auf schreckliche Weise missbraucht haben.

Auch interessant:  Schon seit 2018 hat das BASF-Management ein neues Sparprogramm gestartet, mit dem das Unternehmen ab Ende 2021 zwei Milliarden Euro mehr Gewinn erzielen will.

Hauptsächlich werden mit dem Abbau der Verwaltung Kosten in Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung eingespart.

kab/dpa

Quelle: Mannheim24

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