Ab 11. Mai

Friseure geöffnet: Was ab sofort wieder erlaubt ist

Friseure haben wieder geöffnet – allerdings unter Auflagen. Mit der neuen Verordnung dürfen Friseure jetzt auch wieder diese langersehnte Dienstleistung anbieten.

  • Das Coronavirus legt öffentliches Leben in Deutschland weitgehend lahm.
  • Um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen, sollen soziale Kontakte vermieden werden.
  • Neue Verordnung wegen Coronavirus: Friseure dürfen ab dem 4. Mai wieder öffnen.
  • Ab dem 11. Mai darf der Friseur wieder „gesichtsnahe Dienstleitungen“ erbringen. 

Update vom 10. Mai: Die baden-württembergische Landesregierung hat ihre Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus erneut geändert. Diejenigen, die schon ganz wilde Augenbrauen und Bärte haben, dürfte das freuen: Denn ab Montag sind sogenannte „gesichtsnahe Dienstleistungen“ wie Bartpflege, Wimpern färben und Augenbrauen zupfen wieder gestattet. 

Ab Montag, 11. Mai dürfen auch Barbiere wieder öffnen. 

Ab Montag, 11. Mai dürfen außerdem auch Barbiere, Massagestudios, Kosmetikstudios, Nagelstudios, Tattoo-Studios und Piercingstudios in Baden-Württemberg wieder öffnen. 

Friseure wieder offen: Warum Haarewaschen jetzt ein MUSS ist

Update vom 4. Mai: Der Andrang der Kunden bei den wiedereröffneten Friseuren ist nach sechs Wochen Corona-Zwangspause groß. „Alle Kollegen melden volles Haus“, berichtet zum Beispiel der Vorsitzende Landesinnungsmeister beim Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland. Viele Betriebe seien bereits für zwei Wochen komplett ausgebucht, sagt Guido Wirtz. Wer sich jetzt also noch spontan für einen Haarschnitt entscheidet, der dürfte in Sachen Termin leer ausgehen. Die Kunden seien „sehr froh“, dass sie wieder kommen könnten. Der Betrieb unter strengen Hygieneauflagen sei allerdings „eine große Herausforderung.“ Bei jedem Handgriff zwischen Waschen, Schneiden und Föhnen müsse man an das Desinfizieren denken. Zudem müssten Arbeitsplätze ständig gereinigt und der Laden regelmäßig gelüftet werden.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller, rechnet mit einem „Run“ auf die Friseure in den nächsten Tagen. Wegen der Auflagen können aber weniger Menschen gleichzeitig bedient werden. So müssen laut Müller etwa viele Salons wegen des vorgeschriebenen Mindestabstands mit weniger Stühlen auskommen – und können so auch weniger Kunden zur gleichen Zeit betreuen. Auch weil das Haarewaschen für alle Kunden jetzt Pflicht ist, müssen sich Friseure nun auf mehr Zeit pro Haarschnitt einstellen. 

Coronavirus - Friseursalons wieder geöffnet

Trotz des Ansturms auf die Salons werden Friseure nach Ansicht des Verbands die Auswirkungen der Auflagen auf ihren Umsatz spüren – denn die vorgeschriebenen Einmalhandschuhe und der Mundschutz sei aufgrund der hohen Nachfrage zurzeit teuer. Das belaste die Betreiber, sagt Jörg Müller. Angesichts großer Einnahmeausfälle während der Corona-Zwangspause prognostiziert der Fachverband Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg eine sogenannte Marktbereinigung in der Branche. „Von Insolvenz sind insbesondere Betriebe ohne Rücklagen bedroht“, sagte Landesgeschäftsführer Matthias Moser.

Friseure dürfen wieder öffnen: Das musst Du vor dem Termin wissen

Update vom 30. April: Ab Montag (4. Mai) dürfen Friseure wieder aufmachen. Die Vorfreude bei den Haarmeistern und den Kunden ist groß. Allein im Südwesten Deutschlands machen rund 11.500 Salons wieder auf. Ein Ansturm von Terminanfragen bleibt deshalb nicht aus. Immerhin müssen nach sieben Wochen Stillstand bei vielen Kunden die Frisur nachgeschnitten und der Haaransatz nachgefärbt werden. „Viele Kundinnen freuen sich auf den Friseurbesuch wie auf Weihnachten", erzählt Roberto Laraia, der zwei Salons in Tübingen und Reutlingen hat. Sowohl bei Männern als auch Frauen sei die Nachfrage riesig

Die Schließungen haben viele Friseure in finanzielle Nöte gebracht. Laraia gibt an, dass der wochenlange Stillstand 80.000 Euro gekostet hat. Der Freiburger Friseur Ingmar Schettler sagt zur der baldigen Wiederöffnung: „Ich sehe endlich Licht am Ende des Tunnels“. Die Zwangspause hat ihn finanziell zurückgeworfen, aber dank Soforthilfe sei er nicht in die roten Zahlen gerutscht. Das Kurzarbeitergeld hat ihm geholfen seine zwölf Mitarbeiter zu halten. Auch die Stundung der Mieten für seine zwei Salons habe geholfen. Angesichts immenser Einnahmenausfälle sieht der Fachverband Friseur und Kosmetik eine Marktbereinigung voraus. Landesgeschäftsführer Matthias Moser: „Von Insolvenz sind insbesondere Betrieb ohne Rücklagen bedroht." Vor fünf Jahren waren es noch 10 800 Friseurläden.

Aber die Wiedereröffnung hat auch ihren Preis: Schutzkleidung, Masken, Desinfektionsmittel, Einmalumhänge – all diese Dinge, die wegen der Corona-Verordnung gekauft werden müssen, kosten natürlich Geld. Durch den Mindestabstand könne in manchen Salons auch nicht die volle Kapazität gewährleistet werden. Der Preis für einen neuen Haarschnitt kann sich dann etwas erhöhen. „Die Preise werden etwas nach oben angepasst werden“, so Laraia. 

Viele fragen sich derzeit, warum Friseure wieder öffnen dürfen, während andere Geschäfte zu bleiben müssen. Laut Gesundheitsministerium gehören Friseurbesuche in gewisser Weise zur Grundverosrgung und seien für manche Menschen Teil der persönlichen Hygiene. Eine Weile auf das professionelle Haareschneiden zu verzichten, sei sicherlich möglich, aber nicht über Monate hinweg. Selbstverständlich müssten die Friseure strenge Hygienemaßnahmen einhalten.

Strenge Corona-Regeln: Friseure öffnen bald – Was Dich künftig dort erwartet

Update vom 29. April: Anmeldung vor jedem Besuch, kein Föhnen mehr und Maskenpflicht: Wenn die Friseure am nächsten Montag (4. Mai) wieder öffnen dürfen, müssen sowohl Kunden als auch Mitarbeiter vieles beachten. Das Wirtschafts- und das Gesundheitsministerium haben am Mittwoch eine Richtlinie mit zahlreichen Vorgaben für den Südwesten veröffentlicht. 

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha betont am Mittwoch in Stuttgart: „Friseurbesuche gehören für viele Menschen zur persönlichen Hygiene.“ Im Vordergrund stehe aber weiterhin der Schutz der Gesundheit, der mit strengen Hygienestandards gewährleistet werde. Betroffen sind nach Angaben des Fachverbandes Friseur und Kosmetik etwa 11.500 Betriebe im Südwesten.

Friseure öffnen am 4. Mai: Die neuen Corona-Regeln im Salon

Zu den neuen Regeln gehört, dass sich Kunden telefonisch oder per Computer anmelden und in der Regel alleine kommen müssen. Kundenwünsche sind bei der Termin-Vergabe abzuklären, um unnötige Kommunikation zu vermeiden. Mitarbeiter wie Kunden sind verpflichtet, Masken tragen. Damit ein Mund-Nasen-Schutz seinen Zweck erfüllt, muss er richtig verwendet werden. Dazu gehört die richtige Tragweise, aber auch die Abnahme der Maske nach dem Benutzen. Die Arbeitsplätze müssen mindestens 1,5 Meter voneinander entfernt sein. Dieser Sicherheitsabstand soll mit Ausnahme während der Dienstleistung zwischen den Beschäftigten und den Kunden sowie jeweils untereinander eingehalten werden. Die Richtlinie sieht weiter vor, dass Kunden bei Betreten des Salons die Hände desinfizieren müssen. Nach jedem Kunden sind die Friseure gehalten, Frisierstuhl und Werkzeuge zu reinigen. Auf das Föhnen sollte verzichtet werden. Die Dienstleistung soll womöglich per Karte bezahlt werden.

Friseure öffnen wieder: Wie der mit Corona abläuft 

Update vom 27. April: Ab dem 4. Mai dürfen Friseure wieder ihre Salons öffnen – doch wie wird der Alltag dann aussehen? Beim Friseur gilt auch die Maskenpflicht, sowohl für Kunden als auch für die Friseure. Man kann einen eigenen Mundschutz mitbringen, die Salons werden aber wohl auch einen bereitstellen. Probleme beim Schneiden soll es da nicht geben, sagt Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks.

Man geht außerdem davon aus, dass das Haareschneiden künftig teurer wird. Grund: Friseure haben einen zeitlichen Mehraufwand durch den neuen Schutzstandard. Außerdem müssen die Haarmeister mehr Geld für Masken, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe ausgeben. All das führt nach Angaben des Zentralverbrands zu einem Preisanstieg. Der Verband Deutscher Friseurunternehmen rechnet mit einer durschnittlichen Preiserhöhun g von zwei Euro. Letztlich entscheidet aber jeder Salon für sich, wie er seine Preise verändert. 

Kunden müssen sich außerdem darauf einstellen, dass einige Dienstleistungen nicht mehr möglich sind – beispielsweise das Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und die Bartpflege. Diese Maßnahme aus dem Schutzstandard für Friseure trifft vor allem Barber sehr schwer. 

Wer eine neue Frisur will, der wird sich damit abfinden müssen, dass immer die Haare gewaschen werden. Damit will man die Viren abtöten. Es wird nicht ausreichen, die Haare vor dem Friseur selbst zu waschen. Ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffe wird es beim Friseur auch nicht geben. Das Lesen einer Zeitschrift ist auch verboten. 

Auch das Thema Terime wird die nächsten Wochen eine große Rolle spielen. Theoretisch sind sogenannte Walk-in-Friseure, also solche ohne Terminvergabe, weiterhin erlaubt. Der Zentralverband empfiehlt dennoch, Termine auszumachen. Wegen der erwartbar hohen Nachfrage nach der Wiedereröffnung dürfte es schwer werden, ohne Ankündigung einen Haarschnitt zu bekommen. Der Schutzstandard verbietet zudem Wartebereiche in den Salons. Im Zweifel müssten Kunden also vor dem Salon auf einen freien Platz warten.

Sollte ein Friseur positiv auf das Coronavirus getestet werden, werden auch alle seine Kunden benachrichtigt. Deshalb ist es obligatorisch, dass alle Kunden ihre Adresse, Handynummer und E-Mail-Adresse hinterlassen. „Kunden können nur bedient werden, wenn sie mit der Dokumentation einverstanden sind", steht in dem Arbeitsschutzstandard.

Friseure in der Corona-Krise: Warum oft noch kein Termin möglich ist

Update vom 23. April, 12 Uhr: Obwohl die Lockerung der Corona-Maßnahmen auch für Friseure angekündigt wurde, warten viele Salons erst einmal mit der Termin-Vergabe„Viele Betriebe vergeben erst ab nächster Woche Termine“, sagt Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, der Deutschen Presse-Agentur. Noch gebe es kein Hygienekonzept für die Branche. Vorgaben etwa dazu, wie viele Kunden sich in einem Geschäft aufhalten dürfen, beeinflussten aber auch die Terminvergabe. Erst wenn das geklärt sei, könnten Salons ab dem Start am 4. Mai vernünftig planen. Müller rechnete für Mitte dieser Woche mit einem entsprechenden Konzept. 

Bund und Länder hatten vergangene Woche unter anderem beschlossen, dass Friseurbetriebe trotz der Corona-Krise ab dem 4. Mai wieder öffnen können - „unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen sowie unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung“, wie es in dem Beschluss heißt.

Coronavirus: Friseur-Öffnung steht fest – wann wir wieder in den Salon können + neue Hgyieneregeln

Update vom 15. April, 18 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel teilt am Mittwochabend in einer Pressekonferenz mit, dass Friseure am 4. Mai unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen wieder öffnen dürfen. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann bestätigt diese Regelung für Baden-Württemberg. Die Hygienemaßnahmen verlangen unter anderem, dass die Friseure eine persönliche Schutzausrüstung tragen (unter anderem medizinische Masken) und dass es keine Warteschlangen gibt. Alle Informationen zu den Lockerungen der Corona-Maßnahmen gibt es bei uns im Live-Ticker

Update 15. April, 17:30 Uhr: Laut Informationen der Deutschen Presse Agentur sollen Geschäfte unter 800 Quadratmeter unter bestimmten Hygieneauflagen schon am Montag (20. April) wieder öffnen dürfen. Friseure fallen jedoch nicht darunter.

Coronavirus: Friseure geschlossen – steht nun ein Datum für die Wiedereröffnung fest?

Update vom 15. April: Seit Ende März haben die Friseure geschlossen. Bislang stand ein Termin für die Wiedereröffnung nicht fest. Doch wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat nun der Bund ein Datum genannt. Bis zum 3. Mai soll das Kontaktverbot verlängert werden, danach sollen Friseure und andere Geschäfte wieder aufmachen dürfen. 

Allerdings nur unter strengen Hygiene-Bedienungen und Personen-Obergrenzen. Bislang ist dies nur ein Vorschlag des Bundes, am Mittwoch soll dieser aber gemeinsam mit den Ministerpräsidenten besprochen werden. 

Coronavirus: Friseure geschlossen – diesen Fehler sollte man jetzt nicht machen! 

Update vom 27. März: Es ist Mitternacht am Samstag, den 21. März 2020. „Stunde Null“ für alle Beauty&Style-Enthusiasten in der Baden-Württemberg: Friseure müssen auf unbestimmte Zeit dicht machen. Und nun? Erleben wir den Beginn einer Retrowelle? Frei nach dem Motto: „Back to the 70ths“ – lasst die Mähne wachsen? Oder doch lieber Schnipp-Schnapp selbstgemacht und bitte nicht zu knapp gedacht? Letzteres sorgt bei erfahrenen Haarstylisten für Entsetzen. Was wiederum selbsternannte Influencer-Experten nicht davon abhält, Anleitungen für den selbstgemachten Haarschnitt ins Netz zu stellen. Do-it-Yourself-Videos haben in Zeiten der Corona-Krise erwartungsgemäß Hochkonjunktur. Ist ja auch alles ganz einfach – oder etwa nicht?   

Corona-Krise: Alle Friseure geschlossen – Do-it-yourself Haarschnitt?

Die US-amerikanische Pop-Rock-Sängerin P!nk macht es vor. Folgt man ihrer Anleitung, bedarf es lediglich ein bisschen Alkohol – natürlich um sich Mut anzutrinken. Davon kann man nur abraten. Berauscht solltest Du nicht mit scharfen Gegenständen hantieren! 

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Sogar Profis würden in den seltensten Fällen bei sich selbst Hand anlegen. Der Grund: Man sieht den eigenen Kopf nicht gut genug. Die Folge: Das kann einfach nur schief gehen ! 

Corona-Krise: Alle Friseure geschlossen – Experten-Tipps zur Haarpflege

Vielmehr kannst du die Zeit nutzen und Deinen Haaren eine Verschnaufpause gönnen. Ausgangsbeschränkung und Homeoffice eignen sich ideal, um auf die regelmäßige Haarwäsche zu verzichten. Genau das soll laut dem Mannheimer Star-Hairstylisten Joel Platzer wahre Wunder bewirken. 

Für lange und feine Haare ist das regelmäßige Waschen „richtig stressig“, so der Friseur auf seinem Youtube-Kanal und warnt zudem eindringlich: „Zu häufiges Haarewaschen mit Shampoo ist grundsätzlich tödlich für die Haare!“ 

Willst Du Deinen Haaren etwas Gutes tun, solltest Du das Waschen je nach Haartyp einschränken: Zweimal die Woche ist entsprechend der Meinung des Experten, optimal für langes Haar.  

Corona-Krise: Alle Friseure geschlossen – aber warum erst jetzt?

Update vom 21. März: Jetzt also doch (endlich) die Schließung aller Friseur-Salons in Baden-Württemberg! Am Freitag (20. März) hat die Landesregierung die bis dahin geltende Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nochmals verschärft – die Regelungen gelten seit Samstag (21. März) um 0 Uhr. 

Neben der Schließung aller Restaurants und Gaststätten (mit Ausnahme von Take-Away-Angeboten), dem Verbot von Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen von über drei Personen (mit Ausnahme von Familien oder Menschen, die zusammenleben), dem Verbot von Einreisen und Durchreisen von Personen aus internationalen Corona-Risikogebieten (mit der Ausnahme von Fahrten zum Arbeitsplatz, zum Wohnort, zum Transport von wichtigen Gütern und einem Todesfall in der Familie), müssenab sofort laut Verordnung auch alle Friseure geschlossen bleiben. Aber warum erst jetzt?

Ein Friseur mit Mundschutz schneidet einem Kunden die Haare.

Friseure in der Corona-Krise: „So lange wir noch offen haben, nimmt keiner die Lage ernst“

Erstmeldung vom 19. März: Das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff. Die Zahl der an Covid-19 infizierten Menschen steigt stündlich. „Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst“, warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch (18. März) in einer Fernsehansprache an die Nation. Schulen und Kitas, Kneipen, Discos, Kinos, Theater, Geschäfte, Fitnessstudios - alles, was nicht „systemrelevant“ ist, wurde geschlossen. Um die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit zu verlangsamen, sollen die Menschen ihre Sozialkontakte auf ein notwendiges Minimum reduzieren. Lediglich für den Alltag der Bürger wichtige Einrichtungen bleiben geöffnet: Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg umfasst das neben Supermärkten, Apotheken, Ärzten, Drogerien oder Banken auch Baumärkte – und Friseure

Coronavirus: Warum sind Friseure weiter geöffnet?

Warum bleiben Friseure - ein Berufsfeld, in dem direkter Körperkontakt unabdingbar ist - geöffnet? Und das in Zeiten, in denen Kinderspielplätze geschlossen werden und „Social Distancing“ sich für den engeren Kandidaten-Kreis für das „Wort des Jahres“ bewirbt? In Zeiten, in denen eine Ausgangssperre für viele Menschen in Deutschland nicht mehr undenkbar ist?

Trotz aller Einschränkungen soll das tägliche Leben weitestgehend aufrechterhalten werden, sagt das Sozialministerium Baden-Württemberg: „Der Besuch eines Friseurs gehört zur persönlichen Hygiene jedes Einzelnen. Die Hygiene-Standards in Friseur-Salons sind ohnehin sehr hoch, die Mitarbeiter entsprechend sensibilisiert.“ Insbesondere den Kunden aus der Risikogruppe stehe es ja frei, alle nicht unbedingt notwendigen Termine abzusagen, erklärt ein Ministeriumssprecher. „Hier appellieren wir auch an die Vernunft und Eigenverantwortung der Bürger.“ 

Viele Friseure kommen leicht auf mehrere Dutzend Kundenkontakte am Tag. Wie soll da eine Verbreitung des Coronavirus verhindert werden? Die Friseure sind lediglich gehalten, einen Mindestabstand zwischen den Kunden von 1,50 Metern zu gewährleisten. Effektiver Infektionsschutz ist das nicht, wenn man bedenkt, dass Friseure direkten Kontakt mit dem Kopf des Kunden haben. 

Selbstverständlich ist es für uns Friseure nicht nachvollziehbar, warum wir dieser Gefahr ausgesetzt werden“, ärgert sich Jörg Fahn von der Kreishandwerkerschaft Rhein-Neckar. Wie bei Ärzten könnten auch Frisöre keinen Sicherheitsabstand einhalten. „Eine neue Frisur, ein neuer Style, können sicherlich auch der Psyche eines Menschen helfen, aber als lebensnotwendig erachten wir dies nicht“, so Fahn. Die Friseur-Verbände seien an dem Thema dran, bis dato gebe es aber nichts Neues. Weitere Betriebsöffnungen seien für viele Menschen nicht nachvollziehbar, weiß Fahn: „Nach dem Motto: ‚Na, wenn der Friseur noch offen hat, kann es ja nicht so schlimm sein.

Coronavirus: Salons weiter offen - das sagen Friseure

Solange wir noch geöffnet haben, nimmt keiner die Lage ernst“, meint auch Ben* aus Worms. Sein Friseursalon sei voll ausgebucht. Nur Augenbrauenzupfen dürfe man wegen Corona jetzt nicht mehr. „Es ist sehr ironisch, dass ich mit meinen Kunden darüber rede, dass wir uns gegenseitig schützen müssen, während ich direkten Körperkontakt mit ihnen habe.“ 

Wir haben so nah Kontakt mit den Kunden, da hilft Händewaschen oder Desinfizieren auch nichts mehr“, findet Sandra aus Worms, die bei einer Friseurkette arbeitet, die auch ohne vorherige Terminvergabe Kunden annimmt. „Aber wir sind gezwungen zu arbeiten. Bei unserem Gehalt können wir uns Kurzarbeit nicht leisten, geschweige denn unbezahlten Urlaub nehmen. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Gesundheit und die der Kunden aufs Spiel zu setzen.

Coronavirus: Friseure geöffnet - eine Frage der Finanzen

Tara Amin betriebt seit viereinhalb Jahren ihren Salon „Hairdesign Tara“ in Mannheim-Lindenhof. Sie sieht sich von der Politik im Stich gelassen. Das Geschäft sei wegen des Coronavirus in Mannheim stark rückläufig. Viele Kunden haben Termine abgesagt, ihre beiden Azubis hat sie schon nach Hause geschickt. „Ich überlege mir, das Geschäft zu schließen - auch, um mich und meine Kunden nicht zu gefährden“, erzählt Amin. „Ohne Rücklagen muss ich aber weiter arbeiten, solange es geht.“ Die Friseur-Innung habe ihr lediglich auf die KfW verwiesen, wo sie notfalls einen Kredit beantragen könne. Offen ist derzeit aber noch, zu welchen Konditionen. Die Friseur-Innung Mannheim lässt uns wissen, dass sie „derzeit vollständig im Dienste unserer Mitgliedsbetriebe ausgelastet“ sei und deshalb keine Statements abgeben könne. 

Keine Bedenken und keine Angst“ hat indes Florin Treja, dessen Friseursalon unweit in der Heidelberger Altstadt liegt. Obwohl die Hauptstraße in Heidelberg wegen Corona inzwischen gespenstisch ruhig wirkt, habe sein Kundenstrom in den vergangenen Tagen nur unmerklich nachgelassen, so Treja. Am Montag sei es noch „rappelvoll“ gewesen, am Dienstag merklich weniger, am Mittwoch hingegen seien wieder viele Kunden zu ihm gekommen. Von der Corona-Krise lasse er sich „nicht verrückt“ machen. Den Laden zu schließen kommt auch für Treja aus finanziellen Gründen nicht in Frage. Ein Umstand treibt Treja dennoch um: Seine acht und zwölf Jahre alten Kinder seien jetzt allein zuhause, da seine Frau von ihrem Arbeitgeber aufgefordert wurde, ins Büro zu kommen.

Die Coronavirus-Pandemie stellt viele Menschen vor nicht-alltägliche Situationen und Probleme. Da Atemschutzmasken schon seit Beginn der Corona-Krise Mangelware sind und sich nicht jeder eine eigene Maske nähen kann, fragen sich jetzt viele Menschen, wie sie die Anforderungen der Maskenpflicht nachkommen sollen. Glücklicherweise gibt es in Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen und Region einige Orte, wo man sich kostengünstig Masken schneidern lassen kann. Vor einem anderen Problem stehen Brautpaare, denn sie müssen sich jetzt entscheiden, ob sie sich trauen (lassen) oder erst mal auf die Post-Corona-Zeit warten wollen.

rmx

*Name von der Redaktion geändert

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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