Seit 1852 verschollen

Was für ein R(h)einfall! Suche nach versunkener Lok gescheitert!

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Die Suche nach der versunken Lok ‚Rhein‘ ist gescheitert.

Germersheim – Es sollte ein Moment werden, der in die Geschichte eingeht – und endet im Desaster. Wieso die Bergung der sagenumwobenen Dampflok „Rhein“ nun grandios gescheitert ist:

An der Buhne 527 liegt keine Lok im Rhein“, muss der Geophysiker Professor Dr. Bernhard Forkmann am Montagabend (1. Oktober) eingestehen. Gemeint ist die Dampflok „Rhein“, die 1852 gebaut wurde. Auf dem Weg zu ihrem Einsatzort auf der Strecke Düsseldorf-Elberfeld fiel der Zug bei Germersheim in den Rhein – dort liegt sie seit 166 Jahren!

Nach mehreren Versuchen, die „Rhein“ zu finden, schien Horst Müller, ein ehemaliger Lokführer, den genauen Lagepunkt gefunden zu haben – eine naturgeschützte Rheininsel gegenüber der Gemeinde Philippsburg-Rheinsheim. Daraufhin wird die Bergung geplant und auf den 21. Oktober datiert. Doch bereits am 2. Oktober folgt die Hiobsbotschaft für das Projekt, das Eisenbahnfans in ganz Deutschland fasziniert. 

Seit Anfang September ist eine Plattform im Rhein verankert, auf der ein Spezialbagger stehen kann.

Keine Kessler-Lok gefunden

An der besagten Stelle wird keine Spur der „Rhein“ gefunden, obwohl man doppelt so tief gegraben hat, wie eigentlich geplant war. Zwei unabhängige Unternehmen führen neue Messungen durch und suchen weiter – ohne Erfolg. Das zuständige Flussbauunternehmen gibt auf, nachdem in den letzten Tagen eine Fläche von 450 Quadratmetern ausgegraben wurde. 

450 Quadratmeter Erde wird für die Suche umgegraben.

Ich bin bestürzt und ratlos. Ich kann mir nicht erklären, welche Anomalie wir bei unseren jahrelangen, wiederholten Messarbeiten an der Buhne 527 bei Germersheim ausgemacht haben“, erklärt Forkmann bei einem Treffen aller Projektbeteiligten. Die Meldung wird einen Tag darauf auch auf Facebook veröffentlicht.

Der Schock sitzt tief!

Der Geophysiker wird allerdings nicht aufgeben und weiter forschen, um herauszufinden, was die Anomalien bei den Messungen ausgelöst hat. Bis dahin wird die Baustelle im Rhein aber zurückgebaut und die Bergung abgesagt. Das Bergungsunternehmen OHF wird die abgetragene Menge in den nächsten Tagen wieder zurückschütten. 

Das Projektbüro „Jäger der versunkenen Lok“ hat zudem alle Hände voll zu tun, mit allen involvierten Parteien zu sprechen. Dabei handelt es sich um Fans, Medien, Spendern und Sponsoren. Bei allen sitze der Schock derzeit tief. 

So auch bei den ‚Schatzsuchern‘ Horst Müller, Uwe Breitmeier und Volker Jendery: „Heute ist unser Lebenstraum geplatzt. Wir haben teilweise 30, teilweise 25 Jahre nach der Lok ‚Rhein‘ gesucht und waren uns so sicher, sie gefunden zu haben. Dieses Gefühl, dass die Schatzsuche gescheitert ist, lässt sich noch nicht in Worte fassen. Wir müssen diese Information erst noch verarbeiten.“ Das Trio sei sich aber einig, in Zukunft nicht mehr  weiterzusuchen! 

Horst Müller, Pensionierter Lokführer, sucht seit 25 Jahren nach der versunkenen Dampflok

pm/dh

Quelle: Mannheim24

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