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Gewalt gegen Frauen und Mädchen – so zeigt Mannheim ab jetzt Flagge

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Von: Peter Kiefer

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Mannheim - Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen hisst die Stadt am Rathaus die Flagge „Frei leben – ohne Gewalt“ und ergänzt sie um die Flagge der queeren Weiblichkeit.

Es sind alarmierende wie traurige Zahlen, die das Bundeskriminalamt (BKA) vermeldet – die häusliche Gewalt nimmt weiter zu. Um auf diese weltweit massive Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen, hisst auch die Stadt Mannheim am Rathaus wieder zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November die Fahnen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“ – eine Woche lang.

Am Rathaus Mannheim wird Flagge gegen Gewalt gehisst

Ein solches Zeichen ist umso dringlicher, als die Zahlen gerade im Bereich der häuslichen Gewalt zugenommen haben: Laut dem Bericht des BKA von 2020 sind beispielsweise die Fälle von Gewalt in Partnerschaften wieder um 4,9 Prozent gestiegen – 80,5 Prozent der Opfer sind weiblich.

Zählt man die Dunkelziffer hinzu, so ändern sich die Zahlen massiv, da sich Frauen nur allzu oft schämen, ihre Gewalterfahrungen öffentlich zu machen. Darüber hinaus wird Gewalt an Frauen oft heruntergespielt. Dieses Jahr steht die Fahnenaktion unter dem Thema der häuslichen Gewalt an Frauen, um darauf aufmerksam zu machen, dass jede vierte Frau in Deutschland von häuslicher Gewalt betroffen ist – eine Tendenz, die durch die Corona-Pandemie leider steigt.

Gewalt gegen Frauen
Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen. (Symbolbild) © Maurizio Gambarini/dpa/Illustration

Auch Flagge der queeren Weiblichkeit weht am Mannheimer Rathaus

Seit 2001 machen staatliche Institutionen und Frauenverbände mit dieser Flagge in kräftigen Farben auf das Unrecht an Frauen aufmerksam und mahnen damit jedes Jahr das verheerende Ausmaß von Gewalt an Frauen und Mädchen an. Diese eindringliche Botschaft ergänzt die Stadt Mannheim in diesem Jahr um die Flagge der queeren Weiblichkeit (trans Frauen, nichtbinäre Weiblichkeiten, Frauen liebende Frauen und alle anderen, die sich mit Weiblichkeit und Queerness identifizieren).

Mit dieser Flagge signalisiert die Stadt, dass mit der Bekämpfung der Gewalt an Frauen noch einmal ausdrücklich alle Personen adressiert sind, die sich mit Weiblichkeit identifizieren. Durch diese doppelte Hängung der Flaggen macht die Stadt ihre Haltung deutlich und verweist damit ausdrücklich auch auf das Ausmaß an Gewalt an queeren Frauen.

Unbürokratisches Hilfswerk für betroffene Frauen in Mannheim

Neben dieser symbolischen Aktion setzt die Stadt tagtäglich auf konkrete Maßnahmen, um auch auf struktureller Ebene Gewalt an Frauen und Mädchen zu bekämpfen. Hierbei geht es vor allem darum, die Ursachen zu bekämpfen und vorhandene Strukturen zu stärken. In verschiedenen Ansätzen versucht die Stadt, gegen das Ausmaß an Gewalt vorzugehen: Sei es mit der Einführung des FrauenNachtTaxis in Mannheim, das seit diesem Jahr durch einen digitalen Abruf leichter zugänglich ist.

Sei es mit dem Koordinierungskreis „Gewalt im sozialen Nahraum“, durch den unter Federführung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt in den letzten zwei Jahrzehnten ein stabiles Netzwerk geschaffen wurde: Behördenmitarbeiter und Akteure der Stadtgesellschaft arbeiten hier eng zusammen, um ein schnelles und unbürokratisches Hilfesystem für Frauen auszubauen, die von Gewalt im sozialen Nahraum betroffen sind.

Stadt Mannheim kämpft gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel

Mit der behördeninternen Steuerungsgruppe zum Thema Prostitution und durch die enge Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen und Netzwerken in Mannheim setzt sich die Stadt nach wie vor für die Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes und gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel ein. Durch die konzeptionellen Maßnahmen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention wird schließlich ein großer Beitrag zum Schutz der Frauen und Mädchen vor geschlechtsspezifischer Gewalt geleistet.

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Die Istanbul-Konvention ist ein Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. In diesem Jahr hat die Stadt für diese Aufgabe eine eigene Stelle geschaffen. Dies zeigt auch, dass angesichts der steigenden Zahl an Gewalttaten an Frauen immer noch mehr getan werden muss, um das Ziel zu erreichen, Mädchen und Frauen ein Leben in Würde und frei von Gewalt zu ermöglichen. Das Hissen der beiden Flaggen ist ein starkes Symbol des Weiblichen – ein Zeichen für alle Frauen, das unmissverständlich zur Solidarität aufruft. (PM/pek)

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