Wer war der Massenmörder?

Hanau-Terrorist Tobias R. (†43): Neue Details zum Leben des Attentäters

Hanau - Der Schock sitzt tief nach der Terror-Nacht von Hanau. Viele Fragen zum Todesschützen Tobias R. sind noch offen. Wer war der Massenmörder, der das Leben von 10 Menschen auslöschte?

  • 11 Tote bei Terror-Anschlag in Hanau.
  • Attentäter Tobias R. (†43) tötet neun Opfer mit Migrationshintergrund und eigene Mutter.
  • Tödliche Schüsse waren rassistisch motiviert.
  • Wie kam der Terror-Schütze an die Tatwaffe? Und was ist über ihn bekannt?

Die brutale Tat eines einzelnen Täters verändert am Mittwoch das Leben vieler Menschen auf grausame Art und Weise. Gegen 22 Uhr stürmt der 43-jährige Tobias R. die Shisha-Bar „Midnight“ in der Innenstadt von Hanau, eröffnet das Feuer auf mehrere junge Besucher. Fünf Menschen sterben. Der Terror-Schütze fährt weiter, tötet noch vier weitere Opfer im „Arena & Bar Café“ in Hanau, bevor er in seiner Wohnung im Stadtteil Kesselstadt erst seine Mutter und dann sich selbst richtet. 

Die Bilanz der schrecklichen Terror-Nacht von Hanau: 11 Tote, sechs Verletzte – die meisten der Opfer mit Migrationshintergrund. Unmittelbar nach der Tat wird bekannt, dass Tobias R. Video-Botschaften und ein Manifest im Internet veröffentlichte. Die Inhalte: zutiefst rassistisch und wirr. Auch bei seinen Horror-Taten in Hanau gehen die Ermittler von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Wer war der Massenmörder, der das Leben so vieler Menschen innerhalb von Minuten zerstörte?

Auch auf eine Shisha-Bar in Ludwigshafen hat am 29. Juni 2020 ein Brandanschlag ereignet. Die Hintergründe sind bislang unklar.

Hanau-Terrorist Tobias R. – er tötete eigene Mutter im Elternhaus

Tobias R. lebte mit seinen Eltern in einem beschaulichen Reihenhaus in der Hanauer Kesselstadt. An dem Ort, an dem er von seinem Vater, einem Betriebswirten und Ortsbeirats-Mitglied und seiner Mutter (†72), einer Hausfrau, großgezogen wurde, beendete er in der Terror-Nacht von Hanau sein eigenes Leben. 

Wie hanauer.de berichtet, hätte Tobias R. 1996 auf der Hohen Landesschule in Hanau Abitur gemacht und schließlich seinen Zivildienst absolviert. Danach hätte er eine Lehre zum Bankkaufmann abgeschlossen, in Bayreuth BWL studiert und anschließend Karriere gemacht. 

11 Tote bei Terror-Anschlag in Hanau: Klassenkameraden über den Todesschützen

Beruflich war der Attentäter von Hanau erfolgreich – doch was steckte hinter der scheinbar normalen Fassade? In einem Video, dass noch am Morgen nach dem Terror-Anschlag auf YouTube zu sehen war, spricht Tobias R. in fließendem Englisch von unterirdischen Militäreinrichtungen in den USA und äußerte sich negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei. Auf einer eigenen Internetseite veröffentlichte er außerdem ein irres Manifest voller Verschwörungstheorien und zutiefst rassistischer Ansichten

Ein Jugendfreund des Terror-Schützen von Hanau erzählt gegenüber der BILD (Plus-Inhalt), dass Tobias R. „ein innerlich zerrissener Typ“ gewesen sei. Frühere Klassenkameraden hätten ihn als „durchgeschossenen Jungen“ beschrieben, der „zwischen lieb und hyperaggresiv“ schwanken würde. Ob Tobias R. womöglich psychisch krank war und an Wahnvorstellungen litt, ist ebenso Gegenstand der Ermittlungen wie die Frage, ob er Unterstützer für seinen Anschlag hatte. 

Terror-Nacht in Hanau: Attentäter Tobias R. kaufte Waffe legal im Internet

Während die Ermittler nach der Terror-Nacht in Hanau die Kontakte von Tobias R. im In- und Ausland überprüfen, um mögliche Mitwisser zu finden, steht bereits fest, wie der Attentäter an die Tatwaffe kam, mit der er 10 Menschen tötete. 

Eine Stadt steht unter Schock – 11 Tote nach Schießerei in Hanau

Schießerei in Hanau: Spurensicherung untersucht Tatort und Straßen
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Der 43-Jährige war in einem Frankfurter Schützenverein aktiv, fiel dort nach Angaben des Vereins nie als ausländerfeindlich auf. Die Waffe, eine 9-Millimeter-Glock 17, kaufte er offenbar ganz legal in einem Online-Shop. Der Terror-Schütze von Hanau besaß seit 2013 eine Waffenbesitzkarte – erst 2019 wurde seine charakterliche Eignung zum Führen von Waffen überprüft.

Nur wenige Tage nach dem Terror-Anschlag in Hanau fallen wieder Schüsse an einer Shisha-Bar. Unbekannte Täter schießen in Stuttgart auf ein Gebäude – die Bar hat noch geöffnet. Die Schüsse treffen die Fensterscheiben, verletzt wird niemand. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Zwei Monate nach der schrecklichen Tat ereignet sich erneut ein Verbrechen in Hanau. Vier Personen werden von einer Männergruppe verletzt. Die Opfer werden teilweise mit Stichverletzungen in eine Klinik gebracht.

Am Rosenmontag rast ein Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge des Fastnachtumzugs. Dabei werden zahlreiche Personen verletzt. Der Fahrer soll mit Absicht gehandelt haben.

kab

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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