Polizei befragt Täter-Umfeld

Amokfahrer (35) in Gefängniskrankenhaus verlegt

+
Der Amokfahrer wurde in das Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg verlegt.

Heidelberg-Bergheim - Nach der Amokfahrt mit einem Toten (†73) wurde der 35-jährige Täter in ein Gefängniskrankenhaus verlegt. Wie Ermittler jetzt das Motiv des Studenten herausfinden wollen:

Wie ein Polizeisprecher gegenüber MANNHEIM24 bestätigt, wurde der 35-jährige Student am Montag ins Gefängniskrankenhaus Hohenasperg verlegt. 

Weil das Motiv der Tat weiterhin unklar ist, konzentrieren sich mehrere Ermittler derzeit auf das nähere Umfeld des Täters, befragen Freunde und Bekannte. 

Die Tat am Bismarckplatz

Der Mann fährt am Samstag (25. Februar) um kurz vor 16 Uhr auf dem belebten Bismarckplatz mit einem gemieteten Opel Astra vor einem Bäckerei-Verkaufsstand an der „Galeria Kaufhof“ in eine Menschenmenge.

Ehe seine Amokfahrt an einer Betonsäule abrupt endet, verletzt er drei Personen – einen 73-jährigen Heidelberger so schwer, dass er zwei Stunden später in der Klinik stirbt. Ein Mann (32) und seine Partnerin (29) kommen glücklicherweise mit Prellungen davon, eine vierte Person rettet sich durch einen Sprung beiseite.

Mann nach Amokfahrt niedergeschossen!

Der deutsche Täter - wie die Polizei immer wieder betont - steigt danach aus und läuft mit einem Küchenmesser bewaffnet die Bergheimer Straße entlang in Richtung Thibaut-Straße. An der Haltestelle „Altes Hallenbad“ läuft der Student schließlich gleich mehreren Streifenwagenbesatzungen in die Arme.

Statt sein Messer trotz mehrfacher Aufforderung niederzulegen, läuft er bedrohlich auf die Beamten zu! Nach dem erfolglosen Einsatz von Pfefferspray fällt schließlich ein Schuss aus einer Dienstwaffe, um den potenziellen Angriff zu stoppen. Mit einem lebensgefährlichen Bauchdurchschuss wird er schließlich in einer Heidelberger Klinik erfolgreich notoperiert.

OB Würzner und Bürger trauern um Opfer

Tatverdächtiger schweigt

Nach seiner Not-OP macht der 35-Jährige, der bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist, keine Angaben zur Sache. Weil er nach seinem Bauchdurchschuss nun wieder transportfähig ist, geht es für den Amokfahrer aufgrund seines Untersuchungshaftbefehls am Dienstag weiter in ein Gefängniskrankenhaus. 

Sicherheitsmaßnahmen während Fasnacht erhöht

Drei Tage nach der Schreckenstat zieht der Fasnachtsumzug - trotz Amokfahrt - durch Heidelberg. 

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen während des Umzugs

Zwar hätte sich laut Einschätzung der Polizei die Sicherheitslage nicht geändert, doch trotzdem entschließt das Rathaus nach einer Lagebesprechung am Montag, zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. So werden Sicherheitssperren errichtet und über 250 Polizisten, Helfer und Rettungskräfte sind im Einsatz, um die Sicherheit der närrischen Besucher zu gewährleisten.

Dennoch ist nach dem Schock in diesem Jahr vieles anders: Aus Pietätsgründen haben Stadt und Heidelberger Karneval Komitee nämlich Zurückhaltung im Bereich der Unglücksstelle angeordnet!

Heißt: Keine Musik von den Motivwagen, Musikkapellen, Garden und Fußgruppen vom Ende der Bergheimer Straße bis kurz nach der Einfahrt in die Hauptstraße! Bonbons, Konfetti & Co. dürfen jedoch geworfen werden.

>>> Hier geht‘s zu unserer großen Sonderseite zur Amokfahrt in Heidelberg

kab

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare