NINA und KATWARN

Warn-Apps: Wieso eine App vermeintlich früher warnt als die andere

+
Die Warn-Apps „NINA“ (l.) und „KATWARN“ (r.).

Heidelberg/Dossenheim - Vor der Verunreinigung des Trinkwassers in Heidelberg und Umgebung alarmierten die Warn-Apps. Viele bekamen die Meldung von der einen App früher als von der anderen.

Das verunreinigte Trinkwasser in Heidelberg und Dossenheim. 

Um kurz vor 10 Uhr am Donnerstagmorgen (7. Februar) meldet sich bei vielen Nutzern in Heidelberg und Umgebung das Smartphone: Die Warn-Apps „NINA“ und „KATWARN“ mahnen wegen einer Verunreinigung vor der Nutzung von Trinkwasser in Dossenheim. Die Warnung wird um 11 Uhr auch auf den Stadtkreis Heidelberg ausgeweitet, insbesondere auf die nördlichen Stadtteile Handschuhsheim und Neuenheim.

Warum warnt die eine App früher als die andere?

Einige Leser fragen sich, warum sie von der einen Warn-App früher gewarnt wurden als von der anderen. 

Wir recherchieren: Tatsächlich läuft die Erstwarnung fast zeitgleich bei den Warn-Apps „NINA“ vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und „KATWARN“ (Fraunhofer Institut) ein. 

„NINA“ warnt für den Bereich Dossenheim um 9:43 Uhr, der Rhein-Neckar-Kreis setzt die Meldung über „KATWARN“ um 9:49 Uhr ab.

Niklas Reinhardt von Fraunhofer FOKUS in Berlin bestätigt auf Anfrage, dass die Meldung um 9:49 Uhr ins „KATWARN“-System eingeflossen ist, ebenso wie Aktualisierungen um 9:57 Uhr und 10:18 Uhr. System-Fehler habe es keine gegeben. 

Wie kommt es, dass manche „KATWARN“-Nutzer dann gefühlt erst viel später gewarnt wurden? „Die Erstwarnung wurde für den Bereich Dossenheim ausgegeben“, erklärt Reinhardt. „Falls Sie den entsprechenden Ort nicht explizit unter ‚Orte‘ aktiviert haben, bekommen Sie erst eine Meldung wenn Sie in den betreffenden Bereich einfahren.“ 

Man versuche die Gebiete möglichst trennscharf auseinander zu halten, damit man auch wirklich „nur die warnt, die auch betroffen sind“, so Reinhardt. Da einige Nutzer die ‚Schutzengel‘-Funktion aktiviert haben, werden sie nur alarmiert, wenn für den aktuellen Smartphone-Standort gewarnt wird.

Ralph Adameit vom Rhein-Neckar-Kreis geht auch davon aus, dass die Nutzer wohl bestimmte Orte nicht eingestellt haben und deshalb nicht (oder erst später) gewarnt wurden. „NINA“ werde von der Stadt bestückt, „KATWARN“ vom Kreis, so Adameit. 

Anfang Juli meldet die Warnapp ,Katwarn' vor einem Chemieunfall in Lampertheim. Sofort rückt ein Großaufgebot aus, es kann aber schnell Entwarnung gegeben werden.

rmx

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare