Mehr Angriffe auf Sanitäter

DRK zieht Bilanz: „Rettungsdienst zunehmend hartes Pflaster“

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Mehr Angriffe auf Sanitäter - DRK Rhein-Neckar zieht Bilanz (Symbolfoto)

Heidelberg - Mehr Einsätze, mehr Angriffe auf Sanitäter – die Jahresbilanz des DRK-Kreisverbandes Rhein-Neckar ist besorgniserregend. Doch es gibt auch Ausnahmen...

Die Bilanz des DRK-Verbands für 2017 fällt gemischt aus... 

Das vergangene Jahr endet mit einer guten Nachricht für die Retter: Der Bereichsausschuss für den Rettungsdienst beschließt Mitte Dezember eine Erweiterung in der Rettungsmittelvorhaltung als Sofortmaßnahme. Das bedeutet zum Beispiel die Aufstockung auf zwei Rettungsfahrzeuge an den Wachen Wiesloch und Sinsheim oder die Einrichtung einer neuen Rettungswache in Schönau-Altneudorf.

Auch die Arbeitszeiten für Mitarbeiter in der Notfallrettung haben sich 2017 deutlich verbessert – in den Wachen Heidelberg, Wiesloch und Walldorf zum Beispiel von 45 Wochenstunden auf 42. 

Gestiegene Einsatzzahlen

Insgesamt 33.790 Rettungswagen-Einsätze und 9.642 Notarztfahrzeug-Einsätze fuhren die Mitarbeiter des DRK. Insgesamt sind das durchschnittlich knapp 119 Notfall-Einsätze pro Tag! 

Auch der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer vor Ort war beachtlich: 3.453 Alarmierungen gab es, bei denen Ehrenamtliche zur medizinischen Erstversorgung an einen Einsatzort gerufen wurden – oft mitten in der Nacht. 

In der Ausbildung zieht der DRK-Rettungsdienst ebenfalls ein positives Fazit. 26 Auszubildende für den Beruf des Notfallsanitäters beschäftigt der Kreisverband Rhein-Neckar/Heidelberg, fünf weitere Azubis beginnen ihre Ausbildung bereits im Frühjahr 2017. 

Übergriffe auf Sanitäter nehmen zu 

Eine besorgniserregende Entwicklung sieht Rettungsdienst-Leiter Ralf Dussinger in der zunehmenden Feindseligkeit gegenüber Rettungskräften in der Öffentlichkeit: „Die Probleme mit aggressivem Verhalten oder penetranten Schaulustigen erleben auch unsere Mitarbeiter immer öfter“, sagt er. 

Genau wie für Polizei- oder Feuerwehrkräfte, werden Notfalleinsätze auch für den Rettungsdienst des DRK zunehmend zu einem heißen Pflaster. Das beginnt schon bei der Rettungsgasse, die oft nur widerwillig gebildet wird – wenn überhaupt. 

Polizei macht Jagd auf Rettungsgassen-Blockierer

Auch Pöbeleien während der Einsätze nehmen zu „Unsere Mitarbeiter berichten regelmäßig von aggressiver Stimmung bei der Notfallversorgung oder in den Notaufnahmen“, sagt Dussinger. 

Trauriger Höhepunkt: In einem Fall wurde eine Rettungssanitäterin im Einsatz tätlich angegriffen, sie musste sogar zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus. 

„Diese Übergriffe auf unser Personal sind strikt zu verurteilen. Unsere Mitarbeiter leisten hervorragende, professionelle Arbeit im Dienste der Bürger. Pöbeleien und Angriffe auf Rettungskräfte müssen konsequent geahndet werden“, fordert der Leiter des Rettungsdiensts. Er betont jedoch auch: „Glücklicherweise wird unsere Arbeit aber vom Großteil der Bevölkerung anerkannt und unterstützt. Wir hoffen, dass die positiven Beispiele im neuen Jahr überwiegen werden“

Viel Anerkennung für Retter nach Schulbus-Unfall

Und so kam es dann auch gleich im ersten großen Einsatz des neuen Jahres: Bei dem schlimmen Schulbusunfall in Eberbach mit 43 Verletzten und mehreren schwerverletzten Kindern am 16. Januar, konnten die Rettungskräfte ungehindert arbeiten. Mehr noch: Der DRK-Verband berichtet, dass alle Rettungskräfte viel Unterstützung erfuhren – sowohl während des Einsatzes, als auch danach in Form von Dank und Anerkennung.

Schwerer Unfall mit Schulbus in Eberbach

pm/kab

Quelle: Mannheim24

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