36-Jähriger vor Gericht

Tödliche Messer-Attacke vor Shisha-Bar: Killer verurteilt!

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Tatort: Rohrbach Straße in Leimen! (Archivfoto)

Heidelberg/Leimen - Er will dazugehören. Doch sein verletzter Stolz bewirkt das Gegenteil. Viel schlimmer: Das gekränkte Ehrgefühl des Albaners kostet einem Menschen das Leben.

Urteil gefallen!

Mit neun Stichen tötet der 36-jähriger Kosoare Arben T. im September 2017 sein Opfer Kuba S. (†45) vor der ‚MAXIM Lounge‘, einer Shisha-Bar in Leimen! 

Seit dem 20. Juni wird dem Mann deswegen vor dem Landgericht Heidelberg der Prozess gemacht.

Tatort: Rohrbach Straße in Leimen! (Archivfoto)

Am Mittwoch (4. Juli) fällt das Urteil: Der Angeklagte muss wegen Totschlags für zehn Jahre ins Gefängnis! Außerdem muss er den Hinterbliebenen des Opfers eine Summe in Höhe von 10.000 Euro zahlen.

Die Tat

Am 23. September 2017 geraten Arben T. und Kuba S. in der Shisha-Bar in der Rohrbach Straße aneinander. Als der Täter sein späteres Opfer begrüßen will, habe dieses ihn nicht kennen wollen.

Es ist nicht die erste Demütigung des Abends. Zuvor will der Täter zwei Frauen auf ein Getränk einladen. Nicht nur lehnen diese ab: Eine der Frauen beleidigt ihn zudem – es gibt Gelächter.

Er wollte dazugehören

Dabei „wollte er unbedingt dazugehören“, so der Vorsitzende Richter. Laut Gericht sprechen dafür einige Dinge: Arben T. engagierte sich in der evangelischen Gemeinde, wollte nach seinem ersten Aufenthalt in Deutschland unbedingt zurück nach Leimen und besuchte deren Etablissements auch, als er der Gemeinde Wiesloch zugeteilt wurde.

Und auch an dem Abend zeigt es sich. So drängt der Angeklagte sich auf Selfies, will Getränke ausgeben. Das vielleicht Kurioseste: Er hilft dabei, einen Mann zu überwältigen, der an diesem Abend ebenfalls mit einem Messer herumfuchtelt!

Täter wartet mit Messer vor Bar

Dennoch: Im Verlauf seines Aufenthaltes in der Shisha-Bar verhält er sich immer auffälliger. Fünf Mal gerät er mit seinem späteren Opfer in „verbale Scharmützel“, so das Gericht. Also verlässt er die Bar – und wartet davor mit einem Messer auf seinen Kontrahenten. Als dieser schließlich auftaucht, wollen Zeugen noch schlichten. Doch der Arben T. sticht zu – trifft Kuba S. zwei Mal in den Unterarmen. 

Ein Schlag – ein lauter Knall

Dem Angegriffenen gelingt es, dem Messerstecher ins Gesicht zu schlagen. Einen lauten Knall soll es gegeben haben, sagen Zeugen, so fest ist der Schlag. Doch auch danach geht das Gerangel weiter. Obwohl der Verstorbene viel betrunkener ist und aus den Unterarmen blutet, bleibt er der Stärkere. „Der Angeklagte wollte sich die Demütigung einer solchen Niederlage sparen“, erklärt der Vorsitzende Richter.

Erneut zückt Arben T. das Zwölf-Zentimeter-Messer. Er sticht nun nicht mehr nach den Armen, sondern nach Brust und Hals. Der Täter landet sieben Treffer – in sehr kurzer Zeit. Einer ist so heftig, dass er die vollen zwölf Zentimeter der Waffe in Kuba S. versenkt.

Das Opfer klopft vergebens

Dieses schleppt sich zum – mittlerweile verschlossenen – Eingang der Shisha-Bar. Vergebens klopft er an die Tür: Die Menschen im Innern haben abgeschlossen, zu groß ist die Angst vor dem Mann mit dem Messer.

Fotos: Mann (45) in Leimen niedergestochen

Der ergreift währenddessen die Flucht. Erst nach Mainz, dann nach Belgien. Wenige Tage später kann er schließlich in Nordfrankreich gefasst werden. Kuba S. erliegt trotz Not-Operation seinen Verletzungen und stirbt.

gs/jb

Quelle: Mannheim24

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