Heidelberger Weitsprung-Star

Malaika Mihambo spricht über rassistische Erniedrigungen während ihrer Schulzeit  

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Die gebürtige Heidelbergerin Malaika Mihambo jubelt bei der Leichtathletik Weltmeisterschaft in Doha mit einer deutschen Fahne über ihren Sieg im Weitsprung.

Heidelberg/Hamburg – Malaika Mihambo steht auf der Sonnenseite des Lebens, doch das war nicht immer so. Während ihrer Schulzeit in Heidelberg macht sie belastende rassistische Erfahrungen.  

  • Malaika Mihambo ist amtierende Weltmeisterin im Weitsprung. 
  • Während ihrer Schulzeit in Heidelberg wird sie rassistisch angefeindet.
  • Beim Hallen-ISTAF will die Spitzenathletin ihren Titel verteidigen.   

Bei der Leichtathletik-WM in Doha hat Malaika Mihambo als erste Deutsche nach Heike Drechsler Gold im Weitsprung gewonnen. Die 25-Jährige gebürtige Heidelbergerin ist im Oktober mit persönlicher Bestleistung von 7,30 m auf den ersten Platz gesprungen. Nun spricht der Weitsprung-Star erstmals öffentlich über rassistische Erfahrungen während ihrer Schulzeit in Heidelberg. Es sind Erlebnisse, die der Spitzenathletin den Eindruck verliehen haben, weniger Wert zu sein als andere. 

Heidelberg: Malaika Mihambo erleidet während der Schulzeit rassistische Demütigungen  

Irgendwann gingen in der Schule die Läuse um, und da hieß es, die müssen ja von Malaika kommen“, sagt die Weltmeisterin in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt: „Als sich dann herausstellte, dass ich keine Läuse hatte, hieß es: Nicht einmal die Läuse wollen zu ihr. Das tat sehr weh.“

Eine andere Demütigung empfand Mihambo als noch schlimmer. „Ein Schüler, der ein politisch rechtsorientiertes Familienmitglied hatte, sagte der Lehrerin, er möchte im Stuhlkreis nicht neben mir sitzen", berichtet die Athletin vom TSV Oftersheim: „Daraufhin sagte die Lehrerin zu mir, dass ich mich wegsetzen soll. Das war besonders hart für mich.“  

Malaika Mihambo geht gestärkt aus ihren leidlichen Erfahrungen hervor 

Die traumatischen Erfahrungen belasten Malaika Mihambo für eine lange Zeit: „Das dann wieder zu erlernen, dass ich in Ordnung bin, egal wie mich andere sehen oder was sie über mich denken, war ein langer Prozess, mit dem ich heute zufrieden bin.“ Die negativen Erfahrungen hätten ihr geholfen „zu wachsen“. Es komme „darauf an, aus Leid etwas Positives zu entwickeln und dadurch als Mensch zu wachsen. Das ist mir gelungen, und darauf bin ich stolz.

Malaika Mihambo will beim Hallen-Turnier in Berlin die 7-Meter-Marke knacken   

Nach dem ersten Platz in Katar erhält Mihambo ein großes Lob von Weitsprung-Legende Heike Drechsler. Doch darauf will sich Gold-Malaika nicht ausruhen und visiert bereits den nächsten Erfolg an. 

Auf dem Sportplatz kann sich Malaika Mihambo erstmals nach dem errungenen Weltmeistertitel wieder am 14. Februar 2020 beim Hallen-ISTAF in Berlin beweisen. Die Absolventin der Uni Mannheim peilt am Valentinstag dann ihren ersten 7-Meter-Sprung in der Halle an. „Das ist das Ziel“, kündigt die Hallen-Siegerin von 2019 (6,99 m) selbstbewusst an. 

Alle Neuigkeiten und Wissenswertes zum Weitsprungstar findest Du auf unserer Malaika-Mihambo-Themenseite.  

SID/esk 

Quelle: Mannheim24

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