Diese Einsätze bleiben in Erinnerung

Helfen am Limit: Die unglaubliche Halbjahres-Bilanz der Tierrettung!

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Berufstierrettungs Gründer Michael Sehr bei einer Rettungsaktion

Heidelberg/Mannheim/Ludwigshafen - Immer wieder muss die Tierrettung zu Einsätzen ausrücken – allein in den letzten sechs Monaten weit über 500 Mal! Die Bilanz macht sprachlos:

Regelmäßig berichten wir über die Einsätze der Berufstierrettung Rhein-Neckar. Allerdings ist es nur ein geringer Bruchteil dessen, was die sechs Mitglieder der Gesellschaft täglich leisten! Wir haben am Montag (2. Juli) mit Gründer Michael Sehr gesprochen und gefragt, wie die Halbjahres-Bilanz der Tierrettung ausfällt. Seine Zahlen lassen uns kurz aufschrecken!

Impressionen: Ein Tag bei der Tierrettung Rhein-Neckar

Die Einsätze

Vom 1. Januar bis zum 2. Juli verbuchen die Tierretter exakt 721 Einsätze – das sind im Schnitt vier am Tag„Es gibt Tage, da haben wir auch mal zwölf Einsätze“, erklärt Michael. Allein im Juni sind die Helfer zu 252 Rettungsmissionen ausgerückt. Die Gründe dabei sind immer unterschiedlich: Ob eingeklemmte Igel, verletze Tauben, entlaufene Rinder, ein wildgewordenes Nandu oder herrenlose Hunde – es gibt wohl nichts, was die Tierrettung noch nicht gesehen und erlebt hat

Darum klingelt das Telefon am häufigsten

Als wir Michael fragen, welche Meldungen am häufigsten eingehen, kommt vom Gründer, wie aus der Pistole geschossen: Wildvögel. Egal ob Eltern- oder Jungtiere, am meisten werden den Tierrettern Vögel mit unklaren Verletzungen gemeldet. Die Tiere sind dabei oftmals flugunfähig, verletzt oder verwaist.  Gerade bei starker Hitze kommt es immer wieder zu solchen Einsätzen“, so der Initiator. 

Dieser Nandu ist auf freiem Fuß.

Als nächstes zählt Michael Fundtiere – wobei hier öfters Hunde als Katzen gemeldet werden – und Beschlagnahmungen auf. 

Übrigens: Bezieht man sich auf die Anzahl der Tiere, die gerettet werden, ist der Hund auf Nummer eins. „Zum Beispiel bei Beschlagnahmungen retten wir dann schon mal zwanzig Vierbeiner auf einmal.“

Bewegende Fälle

Es gibt zahlreiche Missionen, die den Tierrettern nicht mehr aus dem Kopf gehen: So sind erst vor wenigen Tagen zwei Hunde aus Fenstern gestürzt! Eine Fellnase wird dabei schwer verletzt, die zweite, die aus dem vierten Stock gefallen ist, kommt ums Leben.

Auch ein Einsatz in Weinheim macht den Tierschützer vier Monate später noch fassungslos: Damals muss er eine Hündin aus einem heißem Auto befreien, doch jede Hilfe kommt für sie zu spät. Das Tier stirbt an einem Hitzschlag

Aber auch Einsätze mit Vögeln bleiben in Erinnerung. Denn es ist jedes Mal ein Kampf, die Tiere zu holen und es dauert bis wir dafür die Genehmigung bekommen“, so Michael.

Hilfe am Limit

Im Verlauf des Gesprächs merken wir, wie erschöpfend und mühselig die Arbeit der Tierretter ist. Denn während sie von einer Rettungsaktion zur nächsten eilen, steigen die Kosten und viel Unterstützung ist nicht immer in Sicht. „Nun muss auch noch unser einziges Auto in die Werkstatt“, erklärt Michael. Er versucht einen zweiten Wagen anzuschaffen. „Aber das kostet 10.000 bis 15.000 Euro“ - und das ist viel Geld für eine Gesellschaft, die auf Spenden und freiwillige Helfer angewiesen ist. 

Auch wegen einem Eichhörnchen rücken die Tierretter aus.

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jol

Quelle: Mannheim24

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