Ab Dezember

Steckdosen, freies WLAN: Die Bahn stellt neue Regio-Züge vor

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Deutsche Bahn stellt neue Doppelstock-Triebwagen vor

Mannheim/Heidelberg - 250 Millionen Euro hat die Bahn für neue Züge ausgegeben. Ab Mitte Dezember rollen die ersten Fahrzeuge. Doch der „Status Quo ist nicht so weit, wie geplant“:

Mit neuen Zügen und mehr Verbindungen will die Deutsche Bahn die Ried- und Main-Neckar-Bahn attraktiver machen. 24 neue Triebzüge sollen ab Dezember nach und nach auf den Strecken eingeführt werden. Bei der Vorstellung der neuen Fahrzeuge am Samstag am Frankfurter Hauptbahnhof stellt sich heraus, dass Teile einer Verbindung erst im Dezember 2018 genutzt werden können, weil die ‚DB Netz AG‘ nicht rechtzeitig mit der nötigen Signaltechnik fertig wird. 

„Auch uns macht es keinen Spaß, wenn Züge zu spät kommen. Daher arbeiten wir Tag und Nacht daran, dass es besser wird“, sagt Frank Klingenhöfer, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Mitte, bei der Vorstellung der neuen Doppelstock-Fahrzeuge. Die DB Regio Mitte betreibt nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 weiterhin die Ried- und Main-Neckar-Bahn, der neue Vertrag läuft bis 2032. 

Komfortsitze, freies WLAN, Steckdosen

„Der Status Quo ist nicht so, wie wir es uns wünschen“, sagt der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Die neuen Fahrzeuge seien eine große Verbesserung. Die von Bombardier Transportation hergestellten Doppelstock-Fahrzeuge vom Typ Twindexx Vario verfügen nach Angaben der Deutschen Bahn über „Komfortsitze“, eine leistungsstarke Klimaanlage, moderne Informationsdisplays und barrierefreie Zugänge. Fahrgäste können Steckdosen und kostenloses WLAN nutzen. 

Empfänger auf den Dächern der Fahrzeuge greifen dafür auf das Mobilfunknetz von Vodafone und Telekom zu. 50 Megabyte stehen jedem Nutzer ungedrosselt zur Verfügung. Wenn sie überschritten sind, wird die Übertragungsrate verlangsamt. 

Die neuen Züge sollen zwischen Frankfurt/Main, Mannheim und Heidelberg fahren.

Die 24 Triebzüge werden ab 10. Dezember nach und nach bis zum Frühjahr 2018 eingeführt. 250 Millionen Euro kosten die neuen Fahrzeuge. Die Länder Hessen und Baden-Württemberg beteiligen sich anteilsmäßig nach den in ihrem Gebiet verlaufenden Bahnstrecken. Zwei Drittel der Gleise der Main-Neckar- und der Riedbahn liegen in Hessen, ein Drittel in Baden-Württemberg. 

Die Bahn schult 60 Triebfahrzeugführer für die neue Baureihe. Ab 10. Dezember gilt auf Ried- und Main-Neckar-Bahn außerdem ein Fahrplan mit dichterem Takt als bisher. 

Dicht getakteter Zeitplan

Die Riedbahn verbindet Frankfurt über Groß-Gerau mit Mannheim, die westlich parallel verlaufende Main-Neckar-Bahn Frankfurt über Darmstadt mit Heidelberg. Ab Dezember fahren Züge im Halbstundentakt zwischen Darmstadt und Frankfurt. Die Verbindungen Frankfurt-Mannheim und Frankfurt-Heidelberg werden stündlich bedient. Am Wochenende gibt es zwei zusätzliche Nachtzugpaare zwischen Frankfurt und Mannheim. 

Als„Wissenschaftsshuttle“ bezeichnet Christian Specht, Vorsitzender des Zweckverbandes Verkehrsbund Rhein-Neckar und erster Bürgermeister von Mannheim, die neuen Verbindungen. Die Wissenschaftsstandorte Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg und Mannheim würden so vernetzt.

„ÖPNV-Förderung ist auch Bildungsförderung“, sagt er. Mit den neuen Verbindungen würde der historische Fehler ausgeglichen, das die Rhein-Neckar-Bahn Mitte des 19. Jahrhunderts nicht über Mannheim verlegt worden ist, sondern weiter östlich „übers Feld“

Von neuen Verbindungen profitieren soll der Raum Mannheim auch über ein „Flügelzugkonzept“: Mit den neuen Zügen ist es möglich, Zugteile schnell voneinander zu trennen oder miteinander zu verbinden. Geplant ist, Züge im Bahnhof Neu-Edingen/Friedrichsfeld in Zugteile nach Heidelberg beziehungsweise Mannheim aufzuteilen. 

Nicht alles verläuft nach Plan

Hier gab es im Vorfeld aber Probleme: Nach Angaben von Knut Ringat, dem Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, ist die DB Netz AG nicht rechtzeitig mit der nötigen Signaltechnik fertig geworden. Das „Flügelzugkonzept“ wird auf Dezember 2018 verschoben.

Laut Ringat habe man trotz jahrelanger Planungsphase erst vor wenigen Wochen von der DB Netz AG erfahren, dass sich der Start verzögere. „Das ist unheimlich ärgerlich“, sagt er. Nach Angaben der DB Netz AG sind Baumaßnahmen am Großknoten Mannheim der Grund für die Verzögerungen.  

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jab/dpa

Quelle: Mannheim24

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