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„Virusdetektiv“-Studie: Revolutioniert der Gurgeltest die Teststrategie?

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Von: Florian Römer

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Ein Mitarbeiter demonstriert einen Gurgeltest im Rahmen des Testverfahrens «LAMP», einem neu entwickelten Corona-Testverfahren der Wiener Forschungsinstitute und der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES).
Der Gurgeltest soll ähnlich zuverlässig sein wie ein PCR-Test. © picture alliance/dpa/APA | Georg Hochmuth

Heidelberg/Mannheim - Eine neue Studie der Uniklinik Heidelberg soll den Testradius bei der Kontaktnachverfolgung deutlich erweitern. Auch das Mannheimer Gesundheitsamt ist beteiligt:

Die Universitätsklinik Heidelberg führt in den kommenden Wochen eine Studie zu einer neuen Corona-Teststrategie durch. Bei „Virusdetektiv“ kommt statt PCR- oder Schnelltests ein Corona-Gurgeltest zum Einsatz. Mithilfe der Gurgeltests soll der Testradius bei der Kontaktnachverfolgung deutlich erweitert werden: Bislang müssen sich nach Corona-Verordnung nur enge Kontaktpersonen von positiven Personen und deren Haushaltsangehörige auf eine Corona-Infektion testen lassen. Forscher der Heidelberger Uniklinik wollen mit der Studie „Virusdetektiv“ jetzt herausfinden, ob Gurgeltests den Kreis der Testpersonen auf sämtliche Kontaktpersonen erweitern können.

NameUniversitätsklinikum Heidelberg
Mitarbeiter13.423 (2019)
Patienten106.068 (2019)
Leitender Ärztlicher DirektorProf. Dr. Ingo Autenrieth

„Virusdetektiv“-Studie: Corona-Gurgeltest ähnlich zuverlässig wie PCR-Tests

Für die „Virusdetektiv“-Studie kommt mit dem Gurgeltest ein einfaches und kostengünstiges Verfahren zum Nachweis des Sars-CoV-2-Erregers zum Einsatz. Statt eines Abstrichs wird der Test zu Hause mit Kochsalzlösung durchgeführt. Testpersonen gurgeln die ungefährliche Lösung und spucken sie in ein kleines Gefäß – „anschließend gründlich räuspern, und diese Sekrete nochmals in das gleiche Gefäß geben“, heißt es zur Beschreibung des Testablaufs. Die Probe wird dann am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) ausgewertet.

Im Vergleich zum gängigen Nachweis per PCR-Test ist der Gurgeltest einfacher zu handhaben und deutlich kostengünstiger. Dabei soll der Corona-Gurgeltest ähnlich zuverlässig sein wie ein PCR-Test. Entwickelt wurde die Nachweis-Methode am ZMBH unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Knop und Dr. Simon Anders in Zusammenarbeit mit dem Center for Integrative Infectious Diseases Research (CIID) des Universitätsklinikums Heidelberg und der virologischen Diagnostik.

Gerade bei der Kontaktpersonennachverfolgung ist das Testen mit hochwertigen Tests extrem wichtig, um Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. „Wenn möglichst viele vom Gesundheitsamt kontaktierte Personen und deren Haushalte mitmachen und sich testen, können sie dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-VoV-2 selbst bei weiteren Öffnungen und dem Auftreten von neuen Mutationen möglichst niedrig zu halten“, betont Studienleiter Dr. Andreas Deckert vom Institut für Global Health am Universitätsklinikum Heidelberg.

Mannheim: Gesundheitsamt beteiligt sich an Heidelberger Gurgeltest-Studie

An der Studie beteiligt sich auch das Gesundheitsamt der Stadt Mannheim. „Die Heidelberger Teststrategie der „Virusdetektiv-Studie“ gibt uns nun ein Werkzeug an die Hand, mit dem wir mit minimalem Aufwand jedem Kontakt sowie dessen kompletten Haushalt und nicht nur den engen Kontaktpersonen ein niederschwelliges Testangebot mit einem qualitativ sehr hochwertigen Test für zuhause machen können. Damit können wir die Testung bei der Kontaktverfolgung optimieren und Infektionsketten noch effektiver unterbinden“, sagt die verantwortliche Abteilungsleiterin im Gesundheitsamt Mannheim, Dr. Bettina Wrede. Medizinisches Personal und zusätzliche Ressourcen seien hierfür nicht notwendig.

Gurgeltest bei „Virusdetektiv“: So funktionierts

In den kommenden Wochen werden die Gesundheitsämter der Stadt Mannheim und des Rhein-Neckar-Kreises jeder bei der Kontaktnachverfolgung ermittelte Person telefonisch oder per E-Mail nahe legen, den Corona-Gurgeltest zu nutzen. Dazu erhalten auch „nicht-enge Kontaktpersonen“ einen Bestellcode, mit dem sie ihren Haushalt auf der Studienwebsite von „Virusdetektiv“ registrieren können.

Studien-Teilnehmer bekommen die Test-Kits per Post nach Hause geschickt. Nach dem Gurgeln mit der ungefährlichen Kochsalzlösung schicken Testpersonen ihre Gurgelprobe in einem frankierten Rückumschlag wieder an die Uniklinik Heidelberg zurück. Testergebnisse sind etwa zwei Tage später online abrufbar. Fragen beantwortet das Studienteam per Mail (info@virusdetektiv.de) oder über die Telefon-Hotline (06221-546851, Mo-Fr 8-12, 14-18 Uhr). (rmx/pm)

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