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Heidelberg: Krawalle befürchtet – Polizei zieht Bilanz nach Party-Nacht auf Neckarwiese

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Von: Peter Kiefer

Randalierer demolieren das Testzentrum an der Neckarwiese in Heidelberg-Neuenheim.

Randalierer demolieren an Pfingsten das Testzentrum an der Heidelberger Neckarwiese. © Screenshot Twitter

Heidelberg - Nach den schlimmen Krawallen zuletzt auf der Neckarwiese war die Sorge vor der Nacht auf Fronleichnam (3. Juni) groß vor neuem Ärger. Die Polizei-Bilanz:

Da hat die Polizei nach den Ausschreitungen an Pfingsten wohl Schlimmeres befürchtet... Denn trotz herrlichen Wetters und „Wochenendstimmung“ vor Fronleichnam haben am Mittwoch (2. Juni) laut Polizeipräsidium Mannheim wesentlich weniger Menschen die beliebten Treffpunkte und Anziehungspunkte in Heidelberg (Neckarvorland, Bismarckplatz, Altstadt und Philosophenweg) und in Mannheim (Innenstadt, Wasserturmanlage mit Plankenkopf, Stephanien- und Neckarufer sowie Jungbuschpromenade) aufgesucht, als in den vergangenen Tagen.

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche108,84 km²
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Ab den späten Mittwochnachmittagsstunden hatte die Neckarwiese in Heidelberg deutlichen Zulauf, sodass sich dort gegen 19 Uhr in der Spitze rund 1.500 Personen, vornehmlich junge Menschen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren aufgehalten haben. Die Stimmung war entspannt, nur wenige „Stresser“, die im besonderen Fokus der Polizei stehen, wurden in Kleingruppen am Rande der Neckarwiese ausgemacht und mittels „Gefährderansprache“ über polizeiliche Maßnahmen informiert.

Wegen Beleidigung eines Polizeibeamten und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz - er hatte ein verbotenes Messer einstecken - wird gegen einen 22-Jährigen weiter ermittelt.

Heidelberg: So wurde das nächtliche Aufenthaltsverbot eingehalten

Das von der Stadt Heidelberg verhängte Aufenthaltsverbot ab 22 Uhr trug zu einer deutlichen Entspannung auch in den umliegenden Straßen des Neckarvorlandes bei. Bereits frühzeitig setzten Abwanderungsbewegungen ein und gegen 22:30 Uhr waren lediglich noch wenige Spaziergänger und ein geringer Fahrzeugverkehr zu beobachten.

Polizeikontrolle unter der Theodor-Heuss-Brücke an der Neckarwiese in Heidelberg-Neuenheim an Pfingsten.

Polizeikontrolle unter der Theodor-Heuss-Brücke an der Neckarwiese. (Archivfoto) © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

Bis gegen 2 Uhr am Donnerstagfrüh wurden dauerhaft beidseitige Durchfahrtskontrollen in Uferstraße ab der Posseltstraße und der Neuenheimer Landstraße eingerichtet. Dabei wurden über 100 Fahrzeug angehalten und nahezu 200 Personen kontrolliert. Ein überlautes und technisch manipuliertes Quad wurde aus mangelnder Verkehrssicherheit aus dem Verkehr gezogen. Nur wenige „Poser“, insbesondere nach 22 Uhr fanden dieses Mal den Weg in die Heidelberger Innenstadt und in die Uferstraße. Es wurden 15 Fahrzeuge angehalten und den Fahrern Platzverweise erteilt.

Heidelberg: Die Situation in Altstadt und am Bismarckplatz

Am Bismarckplatz war die Stimmung ebenfalls deutlich entspannt. Nur wenige Personen ließen sich auf der Grünfläche am Bismarckdenkmal nieder. Die Haltestellen wurden lediglich für den Pendelverkehr in Bussen und Straßenbahnen genutzt.

Die Unteren Straße ist ein Ausgeh-Hotspot in Heidelberg.

Die Unteren Straße ist ein Ausgeh-Hotspot in Heidelberg. (Archivfoto) © HEIDELBERG24/ Florian Römer

In der Altstadt registrierten die Polizeibeamten und Beamten des Kommunalen Ordnungsdienstes ein hohes Besucheraufkommen, aber auch hier, wie in allen anderen Bereich auch, war ein signifikanter Rückgang deutlich. Mit Schließung der Gastronomiebetriebe machte sich der Großteil der Besucher auf den Nachhauseweg. Einzelne betrunkene Nachtschwärmer, die noch nach 24 Uhr unterwegs waren und Anlass für einige Anrufe genervter Anwohner bei der Polizei waren, wurden mit deutlichen Worten nach Hause geschickt.

Mannheim: Kaum „Poser“ an neuralgischen Punkten unterwegs

In Mannheim waren am Mittwoch an den beliebten Treffpunkten ebenfalls weniger Menschen anwesend, als erwartet. Das Stephanienufer war hierbei mit rund 800 Menschen in der Spitze der Hauptanziehungspunkt ab den späten Nachmittagsstunden. Die Jungbuschpromenade säumten rund 250 Menschen. Bis auf eine der Polizei bislang bekannt gewordenen Straftat blieb es sehr ruhig. Im Anschluss eines Streits mussten zwei Männer, denen leichte Schnittwunden mit einer abgebrochenen Glasflasche beigebracht wurden, medizinisch versorgt werden. Der flüchtige Täter ist den Fahndern bekannt – gegen ihn wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche144,96 km²
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Wie auch in Heidelberg registrierte die Ermittlungsgruppe „Poser“ der Verkehrspolizei nur wenige Poser im Mannheimer Stadtgebiet. Rund 20 Fahrzeuge wurden über den Abend hinweg angehalten und Aufklärungsgespräche geführt – sieben Platzverweise wurden erteilt.

Polizei-Vizepräsident kündigt konsequentes Durchgreifen in Heidelberg und Mannheim an

Der polizeiliche Großeinsatz wird bis zum kommenden Montagmorgen (7. Juni) fortgesetzt – insbesondere an den neuralgischen Punkten in Heidelberg. Bleibt abzuwarten, ob es weiterhin so ruhig bleibt. „Wir sind immer auf der Seite der Bürgerinnen und Bürger, die unsere Neckarwiese als Naherholungsgebiet nutzen wollen. Da sind wir auch nicht zu kleinlich, arbeiten mit Fingerspitzengefühl und kommunizieren sehr viel. Momente, wie wir sie erlebt haben, mit Angriffen gegen Polizistinnen und Polizisten und Sachbeschädigungen, will aber niemand mehr erleben“, so Polizei-Vizepräsident Siegfried Kollmar.

Siegfried Kollmar, Leiter der Kriminalpolizei und Polizeivizepräsident des Polizeipräsidiums Mannheim.

Siegfried Kollmar, Leiter der Kriminalpolizei und Polizeivizepräsident des Polizeipräsidiums Mannheim. © Sebastian Gollnow/dpa/picture alliance

Der aktuelle Leiter des Polizeipräsidiums Mannheim weiter: „Daher werden wir weiter die Lage genau beobachten, weiter starke Kräfte hier im Einsatz haben und bei Bedarf konsequent einschreiten und auch ermitteln. Der Schulterschluss mit der Stadt Heidelberg und unsere Sicherheitspartnerschaft zwischen der Stadt und dem Land Baden-Württemberg helfen uns dabei sehr.“ (pol/pek)

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