Schulen, Läden, Gastro & Co.

Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis: Inzidenz im Sinkflug – doch welche Lockerungen gelten wann?

Heidelberg - Die 7-Tage-Inzidenz in der Uni-Stadt und im Rhein-Neckar-Kreis sinkt immer weiter. HEIDELBERG24 erklärt, wann Lockungen für Handel, Schulen, Gastronomie etc. kommen:

Unsere Region atmet auf! Während im Rhein-Neckar-Kreis die 7-Tage-Inzidenz auf 65,5 gesunken ist (Stand: 17. Mai), ist dieser Wert in Heidelberg mit 38,4 sogar Spitze in ganz Baden-Württemberg. Doch welche Folgen hat das für mögliche Lockerungen der aufgrund des Coronavirus verhängten Maßnahmen? Und ab wann treten sie in Kraft? Wichtig auch: Wann müssen sie womöglich wieder einkassiert werden?

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche108,84 km²
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

In der neuen Corona-Verordnung des Landes vom 13. Mai steht alles drin, wie HEIDELBERG24 berichtet. Demnach gilt seit dem 14. Mai in Baden-Württemberg ein Stufenplan zur schrittweisen Öffnung bestimmter Einrichtungen und Aktivitäten. Die erste Stufe gilt, wenn die 7-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt. Sinkt die 7-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis in den darauffolgenden 14 Tagen weiter, gelten die Öffnungen der Stufe 2. Nach weiteren 14 Tagen mit einer sinkenden 7-Tage-Inzidenz gibt es mit der 3. Stufe weitere Öffnungen. 

Heidelberg: Die möglichen Lockerungen für die Uni-Stadt und den Rhein-Neckar-Kreis

Doch zunächst einmal zu den Lockdown-Lockerungen in Stadt- und Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 50, so wie dies in Heidelberg aktuell der Fall ist. Dies könnte bei einem weiterhin anhaltenden positiven Trend auch im Rhein-Neckar-Kreis in wenigen Tagen greifen. Die Lockerungen treten nach Bekanntgabe durch die örtlichen Behörden – in der Regel das Gesundheitsamt – in Kraft. 

Sinkt in einem Stadt- oder Landkreis die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen auf unter 50 gelten dort diese Lockerungen:

  • Bei den Kontaktbeschränkungen für Ansammlungen, private Zusammenkünfte und private Veranstaltungen gilt eine Höchstzahl von zehn Personen aus maximal drei Haushalten. Kinder der jeweiligen Haushalte bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres zählen nicht mit.
  • Der gesamte Einzelhandel darf öffnen. Auf den ersten 800 m² Verkaufsfläche ist ein Kunde pro 10 m² erlaubt. Über 800 m² ist ein Kunde pro 20 m² erlaubt. Für eine Verkaufsfläche von 600 m² ergäbe dies maximal 60 Kunden. Bei 1.200 m² wären es 100 Kunden: 80 Kunden für die ersten 800 m² und 20 Kunden für die weiteren 400 m². Besondere Verkaufsaktionen, die einen verstärkten Zustrom von Menschenmengen erwarten lassen, sind nicht erlaubt.
  • Bibliotheken und Büchereien, Archive, Museen, Galerien, zoologischen und botanischen Gärten sowie Gedenkstätten dürfen ohne weitere Auflagen öffnen.

Sobald jedoch in einem Stadt- oder Landkreis die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder auf über 50 steigt, werden diese Lockerungen zurückgenommen.

Ab dem 14. Mai tritt die neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft. (Symbolfoto)

Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis: Was eine Inzidenz unter 50 für den Schulbetrieb bedeutet

Die neue Corona-Verordnung des Landes sieht vor, dass Schüler*innen bei einer Inzidenz von unter 50 an fünf aufeinander folgenden Tagen in ihrem Stadt- oder Landkreis in allen Schularten wieder in den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen gehen. Fraglich ist jedoch, ob Heidelberg vor den anstehenden Pfingstferien (25. Mai bis 5. Juni) noch in den Regelbetrieb übergeht. Dann gelten folgende Regelungen:

  • das Abstandsgebot gilt nicht für weiterführende und berufliche Schulen – die Test- und Maskenpflicht bleibt bestehen..
  • im Klassenverbund ist die Sportausübung im Freien gestattet.
  • Tagesausflüge im Klassenverbund sind gestattet.
Manche Kreise in Baden-Württemberg könnten zum Regelbetrieb zurückkehren.

Umgekehrt heißt das: In Stadt- und Landkreisen mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100 kehren Grundschulen, Grundschulförderklassen sowie die Grundstufen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren und die Schulkindergärten zum Präsenzunterricht mit Auflagen zurück. Für alle anderen Schularten bleibt es beim Wechselunterricht ‒ mit der Aussicht auf mehr Präsenz nach den Pfingstferien. In Kommunen mit einem Inzidenzwert von über 100 findet weiterhin Wechselunterricht statt. Ab einem Wert von 165 ist selbst dieser untersagt und muss durch Fernunterricht ersetzt werden.

Rhein-Neckar-Kreis: Öffnungen und Lockerungen ab Mittwoch (19. Mai)

Aufgrund des inzwischen fünften (Werk-)Tages hintereinander unter dem Schwellenwert von 100 treten ab Mittwoch (19. Mai) erste Öffnungsschritte in Kraft – bis dahin gelten die bisherigen Regelungen. „Die Bundesnotbremse tritt damit außer Kraft und es gilt wieder die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg“, erklärt die Gesundheitsdezernentin Doreen Kuss.

GebietskörperschaftRhein-Neckar-Kreis
RegierungsbezirkKarlsruhe
Fläche1.061,7 km²
Einwohnerzahl548.355 (Stand: 31. Dezember 2019)
LandratStefan Dallinger (CDU)

Ab Mittwoch (0 Uhr) gilt somit im Rhein-Neckar-Kreis wieder die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Damit sind erste Öffnungsschritte für Hotels und Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Galerien, Museen und Gedenkstätten sowie zoologische und botanische Gärten möglich. Zudem entfallen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen.

Corona-Verordnung in Baden-Württemberg – die erste Öffnungsstufe

Nochmal zur Erinnerung hier die Lockerungen der ersten Öffnungsstufe bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 100 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen:

  • Im Freien können Kulturveranstaltungen wie Theater-, Opern- und Konzertaufführungen sowie Filmvorführungen, mit bis zu 100 Besucherinnen und Besuchern stattfinden.
  • Spitzen- oder Profisportveranstaltungen im Freien sind mit bis zu 100 Zuschauerinnen und Zuschauern gestattet.
  • Kurse in Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen können in geschlossenen Räumen mit maximal zehn Personen, im Freien mit maximal 20 Personen stattfinden. Tanz- und Sportkurse sind in geschlossenen Räumen nicht erlaubt.
  • Nachhilfeunterricht ist in Gruppen mit bis zu zehn Schülerinnen und Schülern möglich.
  • An Hochschulen und Akademien nach dem Akademiegesetz können Präsenz-Lehrveranstaltungen im Freien mit bis zu 100 Personen stattfinden. Mit vorheriger Anmeldung ist der Zugang zu Lernplätzen möglich.
  • Mensen und Cafeterien an Hochschulen und Akademien nach dem Akademiegesetz sowie Betriebskantinen dürfen wieder öffnen. Es gilt eine Personenbegrenzung.
  • Museen, Galerien, Gedenkstätten, Archive sowie Bibliotheken und Büchereien dürfen öffnen.
  • Veranstaltungen zur Religionsausübung sind ohne vorherige Anmeldung und Anzeige gestattet.
  • Musik-, Kunst-, Jugendkunstschulen dürfen Gruppen von bis zu zehn Schülerinnen und Schülern unterrichten. Gesangs-, Tanz-, und Blasinstrumentenunterricht sind weiterhin nicht erlaubt.
  • Botanische und zoologische Gärten dürfen öffnen.
  • Beherbergungsbetriebe dürfen wieder touristische Gäste empfangen. Dazu zählen unter anderem Hotels, Gasthäuser, Pensionen, Ferienwohnungen, (Dauer-)Campingplätze, (kostenfreie) Wohnwagenstellplätze und ähnliche Einrichtungen. Gäste ohne Genesenen- oder Impfnachweis müssen während des Aufenthalts alle drei Tage einen negativen Schnelltest vorlegen.
  • Die Gastronomie darf zwischen 6 und 21 Uhr öffnen. In Innenräumen ist ein Gast je 2,5 angefangene Quadratmeter Gastraumfläche erlaubt. Im Außenbereich gilt keine Personenbegrenzung. Im Innen- und Außenbereich sind die Plätze so anzuordnen, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Tischen gewährleistet ist. Liefer- und Abholdienste sind auch zwischen 21 und 6 Uhr erlaubt.
  • Der bisher geschlossene Einzelhandel darf im Rahmen der Click and Meet-Regelung öffnen. Dabei ist die Kundenzahl auf eine Kund*in pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche zu begrenzen. Statt einer Kundin oder einem Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche sind auch jeweils zwei Kundinnen und Kunden ohne vorherige Terminbuchung zulässig, sofern diese einen Test-, Impf- oder Genesenennachweis vorlegen.
  • Touristischer Reisebusverkehr ist erlaubt, wenn Start und Ziel in einem Stadt- bzw. Landkreis befinden in denen nicht die Regeln der Bundesnotbremse gelten – also die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft unter 100 liegt. Die Busse dürfen höchstens zur Hälfte besetzt sein. Maßstab ist die regulär zulässige Fahrgastzahl des Busses. Dies gilt entsprechend auch für die Ausflugsschifffahrt sowie für Museumsbahnen und touristische Seilbahnen.
  • Kontaktarmer Freizeit- und Amateursport auf Sportanlagen und Sportstätten im Freien ist in Gruppen von bis zu 20 Personen erlaubt.
  • Minigolfanlagen, Hochseilgärten, Bootsverleih und sonstige Freizeiteinrichtungen können im Freien von Gruppen bis 20 Personen genutzt werden.
  • Die Außenbereiche von Schwimm-, Thermal- und Spaßbädern und sonstigen Bädern sowie Badeseen mit kontrollierten Zugang dürfen öffnen.
  • Der Betrieb von Tiersalons, Tierfriseuren und vergleichbaren Einrichtungen der Tierpflege ist wieder möglich.

Corona-Verordnung in Baden-Württemberg – die zweite Öffnungsstufe

Wenn nach der ersten Öffnungsstufe die 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Stadt- oder Landkreis in den folgenden 14 Tagen weiter sinkt, gelten weitere Lockerungen. Die Kontaktdaten von Kunden und Besuchern müssen digital oder analog dokumentiert werden:

  • An Hochschulen und Akademien nach dem Akademiegesetz können Präsenz-Lehrveranstaltungen mit bis zu 100 Personen stattfinden. Mit vorheriger Anmeldung ist der Zugang zu Lernplätzen möglich.
  • Die Gastronomie darf zwischen 6 und 22 Uhr öffnen. In Innenräumen ist ein Gast je 2,5 angefangene Quadratmeter Gastraumfläche erlaubt. Im Außenbereich gilt keine Personenbegrenzung. Im Innen- und Außenbereich sind die Plätze so anzuordnen, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Tischen gewährleistet ist. Liefer- und Abholdienste sind auch zwischen 22 und 6 Uhr erlaubt.
  • Theater-, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos können in Innenräumen Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmenden abhalten. Im Freien sind bis zu 250 Teilnehmende erlaubt.
  • Musik-, Kunst-, Jugendkunst-, Tanz- und Ballettschulen sowie vergleichbare Einrichtungen dürfen Gruppen von bis zu 20 Schülerinnen und Schülern unterrichten.
  • Bei religiösen Veranstaltungen ist der Gemeindegesang zulässig.
  • Messen-, Ausstellungen und Kongresse können stattfinden.
  • Kontaktarmer Freizeit- und Amateursport auf Sportanlagen und Sportstätten im Freien und geschlossenen Räumen sowie Fitness- und Yogastudios sowie vergleichbarer Einrichtungen ist wieder erlaubt.
  • Bei Spitzen- und Profisportveranstaltungen im Freien und geschlossenen Räumen dürfen bis zu 250 Besucherinnen und Besucher anwesend sein.
  • In Beherbergungsbetrieben dürfen Saunen, Bäder und Wellnessbereiche für Übernachtungsgäste öffnen.
  • Saunen und ähnliche Einrichtungen dürfen für von Gruppen von bis zu zehn Personen wieder öffnen.
  • Der Innenbereich von Schwimm-, Thermal- und Spaßbädern und sonstigen Bädern darf wieder öffnen.

Corona-Verordnung in Baden-Württemberg – die zweite Öffnungsstufe

Wenn nach der zweiten Öffnungsstufe die 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Stadt- oder Landkreis in den folgenden 14 Tagen weiter sinkt, gelten weitere Lockerungen. Die Anzahl der zeitgleich anwesenden Besucher*innen, Teilnehmer*innen oder Kund*innen ist auf eine Person je zehn angefangene Quadratmeter Veranstaltungsfläche begrenzt.

  • Präsenzveranstaltungen an Hochschulen und Akademien nach dem Akademiegesetz sind mit bis zu 250 Teilnehmenden möglich. Dabei ist das Abstandsgebot zu beachten.
  • Theater-, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos können in Innenräumen Veranstaltungen mit bis zu 250 Teilnehmenden abhalten. Im Freien sind bis zu 500 Teilnehmende erlaubt.
  • Messen-, Ausstellungen und Kongresse können wieder mit einer Person pro zehn Quadratmeter Veranstaltungsfläche stattfinden.
  • Freizeitparks und sonstige Freizeiteinrichtungen können wieder für den Publikumsverkehr öffnen.
  • Der Betrieb von Badeanstalten ist wieder generell erlaubt. Dazu zählen auch Saunen und ähnliche Einrichtungen wie Dampfbäder oder Hamame.

(pek)

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa - Bildfunk

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