Mitten in der Nacht

Mega-Shitstorm gegen Deutsche Bahn! Rollstuhlfahrerin (23) einfach am Gleis zurückgelassen

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Eine Rollstuhlfahrerin will in Heidelberg mit der Bahn fahren, wird aber am Gleis stehen gelassen. (Symbolbild)

Heidelberg - Shitstorm gegen die Deutsche Bahn! Eine jungeRollstuhlfahrerin wurde mitten in der Nacht einfach am Gleis zurückgelassen.  

  • Zug der Deutschen Bahn lässt Rollstuhlfahrerin (23) nachts am Gleis in Heidelberg stehen
  • Lokführer und Bahnmitarbeiter wimmeln Rollstuhlfahrerin ab
  • Die 23-jährige erzählt die unglaubliche Geschichte: 

Anemona Delija aus Ludwigshafen wartet in einer verregneten Dezembernacht am Gleis des Bahnhofs Heidelberg-Altstadt. Die 23-Jährige ist vorher bei Freunden auf einer Geburtstagsparty in der Heidelberger Altstadt und will die Regionalbahn um 0:33 Uhr in Richtung Ludwigshafen nehmen. Zwar erscheint die Bahn mehr oder weniger pünktlich, doch mitfahren kann Anemona nicht – denn sie sitzt im Rollstuhl und schafft es nicht ohne Hilfe in die Bahn. Selbst, nachdem sie den Lokführer und einen weiteren Bahnmitarbeiter anspricht, wird ihr nicht geholfen und sie wird von beiden abgewimmelt. An jenen Tag ist eine ältere Regionalbahn im Einsatz, die keinen ebenerdigen Zugang hat, sondern nur zwei hohe Stufen. Als Rollstuhlfahrerin sind diese Stufen nicht ohne Hilfe zu bewältigen.

Heidelberg: Deutsche Bahn lässt Rollstuhlfahrerin nachts am Gleis stehen

Wie Anemona in einem viralen Facebook-Post schreibt, spricht sie nach Ankunft des Zuges den Lokführer und einen Bahnmitarbeiter an und bittet sie um Hilfe: „Er stand draußen mit seiner E-Zigarette und meinte zu mir, er könne mir nicht reinhelfen da es ein Ersatzzug ist und ich hätte mich vorher erkundigen sollen. Sie waren zu Zweit wohlgemerkt und ich wiege knappe 50 Kilo mit dem Rollstuhl!!!!“ Stattdessen rät der Bahnmitarbeiter, den nächsten Zug in 30 Minuten zu nehmen: „Der Lokführer am Fenster war extrem genervt und wollte nur noch losfahren.“ Doch die versprochene Bahn erscheint nicht in Heidelberg!

Mittlerweile ist es schon nach 1 Uhr in der Nacht. Notgedrungen nimmt Anemona einen Bus in Richtung Heidelberg Hauptbahnhof, aber merkt dann, dass der Bus eine andere Route abfährt. Schließlich steigt sie in der Weststadt aus und muss von dort mit dem Rollstuhl an den Hauptbahnhof Heidelberg fahren.

Heidelberg: Lokführer wimmelt Rollstuhlfahrerin am Gleis ab

Am Heidelberger Hauptbahnhof angekommen erhält Anemona die nächste schlechte Nachricht: Die nächste Bahn von Heidelberg nach Ludwigshafen fährt um 4:13 Uhr! Statt über zwei Stunden zu warten, fährt Anemona für 55 Euro mit dem Taxi nach Ludwigshafen. Nach der Aktion postet sie einen emotionalen Text auf die Facebook Seite der Deutschen Bahn, der knapp 2.000 Mal geteilt wird. Abschließend wehrt sich die 23-jährige Rollstuhlfahrerin gegen das Verhalten der Bahnmitarbeiter: „Es ist eine Unverschämtheit so eine Aktion abzuziehen! Finden Sie das fair? Ich bin eingeschränkt und muss aufgrund meiner Behinderung noch sowas über mich ergehen lassen? Das ist wohl okay für euch, es ist ja nicht euer Problem, ihr müsst nicht die halbe Nacht durch ganz Heidelberg zu Fuß zurücklegen. Jeder hat das Recht zu frei zu leben und sein Leben zu gestalten - und wenn ich verdammt nochmal um 1 Uhr nachts heimfahren möchte, dann muss es möglich sein!

Heidelberg: Deutsche Bahn entschuldigt sich bei Rollstuhlfahrerin

Einen knappen Monat dauert es, bevor sich die Bahn gegenüber den Vorwürfen äußert. Am Freitag (10. Dezember) bestätigt sie den Vorfall in Heidelberg und entschuldigt sich bei Anemona und bezahlt die Taxikosten. Außerdem empfiehlt sie Rollstuhlfahrern „die vorherige Klärung der Reise durch ihre Mobilitätsservice-Zentrale“, um solche Unannehmlichkeiten zu vermeiden.

Am 3. Februar spielen sich in einer S-Bahn schreckliche Szenen ab: Eine schwangere Frau wird von zwei Männern im Zug geschubst und geschlagen. Die Bundespolizei übernimmt den Fall und schaut sich nun das Videomaterial an. Zeugen sollen sich bei den Beamten melden.

dpa/mw

Quelle: Mannheim24

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