Brandsätze in Walldorfer Halloween-Nacht

Über 40 Molotow-Cocktails geworfen: So ein Verfahren hat es noch nie gegeben!

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Am Landgericht Heidelberg müssen sich insgesamt 17 Jugendliche für die Brandanschläge an Halloween 2017 verantworten. (Archivfoto)

Heidelberg/Walldorf - Über 40 Molotow-Cocktails sollen Jugendliche in der Halloween-Nacht im Stadtgebiet geworfen haben! Ein Ziel: die Polizeiwache! Vor Gericht stehen am zweiten Prozesstag fünf von insgesamt 17 Angeklagten.

In der Halloween-Nacht 2017 dreht eine Gruppe von Teenies völlig durch: Sie bewerfen das Polizeirevier Walldorf mit mehreren Molotow-Cocktails, prügeln auf ein Paar ein und randalieren! Die Polizei schätzt, dass etwa 30 junge Menschen aus einer Clique für die Randale-Nacht verantwortlich sein sollen – 17 müssen sich am Heidelberger Landgericht für ihre Taten verantworten.

Es ist der zweite von insgesamt vier Prozesstagen. Am Donnerstag (13. September) sitzen fünf junge Männer auf der Anklagebank. Solch ein Verfahren habe es vor einer Jugendkammer in Baden-Württemberg noch nicht gegeben, so die vorsitzende Richterin Gisela Kuhn. Wie das Morgenweb berichtet, haben sich die Ermittlungen über vier Monate gezogen. Das habe vor allem an den wenig aussagefreudigen Verdächtigen gelegen. 

Beweismittel: Video an Tankstelle

In der Anfangsphase haben diese meisten gelogen, so ein Ermittler vor Gericht. Doch als erste Haftbefehle vollstreckt wurden, haben die Teenies wohl verstanden, dass ihre Taten nicht als ‚Dummejungenstreich‘ durchkommen werden. 

Wie viele Brandsätze es waren, kann man nicht mehr genau rekonstruieren. Ein Experte schätzt die Zahl auf über 40! Ein Beweismittel: Videoaufnahmen einer Tankstelle, auf denen zu sehen ist, wie ein Benzinkanister befüllt wird!

Bereits am ersten Prozesstag (6. September) gesteht ein 16-Jähriger die Tat. Er sagt aus, dass j eder seine Molotow-Cocktails selbst gebaut habe und auch geworfen. Die Ziele waren unter anderem das Rathaus, die Schillerschule und das Polizeirevier!

‚Anschlag‘ gegen Polizei?

Die Angeklagten sprechen von einem unüberlegtem und spontanen Entschluss. Doch 40 Molotow-Cocktails sprechen für sich! Jeder der fünf Angeklagten soll mindesten einen geworfen haben. Ein Jüngerer sagt sogar aus, dass er garnicht gewusst habe, was ein Molotow-Cocktail überhaupt ist. Im weiteren Verhandlungsverlauf benutzt er aber den in der Szene bekannten Begriff ‚Molly‘ dafür!

Laut der Staatsanwaltschaft soll das Motiv die Rache an der Polizei gewesen sein. Ein 18-Jähriger gibt schließlich zu, dass sich die Clique über die verstärkten Polizeikontrollen geärgert habe. Sie sollen teilweise bis zu drei Mal am Tag kontrolliert worden sein. Auch eine Beleidigung, die an die Wand des Reviers geschmiert wurde, spricht für die Vermutung, dass sich die Gewalt vor allem gegen die Polizei gerichtet hat.

Ein 20-Jähriger soll der Anstifter gewesen sein. Doch keiner seiner Freunde hat das bisher trotz mehrfachen Nachhakens bestätigt. Er behauptet, dass die Idee, die Brandsätze zu basteln, spontan entstanden sei – ohne eine konkrete Idee, was man damit machen könne.

jab

Quelle: Mannheim24

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