HEIDELBERG24 spricht mit Klinik

Meldung über mysteriösen Tod eines Kindes in Walldorf: Was ist dran?

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Die Geschichte eines „mysteriösen Virus“, der den Tod eines Kindes verursacht haben soll, verunsichert aktuell Eltern in der Region (Symbolfoto)

Walldorf/Heidelberg - Eine Meldung verunsichert aktuell viele Eltern: Ein Kind aus Walldorf soll an einer „unspezifischen Erkrankung“ gestorben sein. Wir haben mit der Uniklinik Heidelberg gesprochen:

+++ UPDATE 5. Februar: Die Laboruntersuchungen der Uniklinik sind abgeschlossen: An dieser Krankheit ist der kleine Junge gestorben. +++

Ein Schüler der Schillerschule in Walldorf soll an einer mysteriösen Krankheit gestorben sein. Viele HEIDELBERG24-Leser melden sich am Freitag besorgt bei der Redaktion, fragen sich, was an der Geschichte dran ist.

Eine Sprachnachricht, die aktuell über WhatsApp kursiert, sorgt für noch größere Verunsicherung: Eine Mutter redet unter Tränen über den Tod zweier Kinder, spricht von einem „mysteriösen Virus“. In der Klinik soll ein grippaler Infekt mit hohem Fieber diagnostiziert worden sein. Ein Fake?

Bei unserer Recherche stoßen wir zunächst auf zwei Meldungen auf den Internetseiten der Stadt Walldorf und dem Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises. Darin ist von einem Jungen aus Walldorf die Rede, der Anfang der Woche wegen einer „unspezifischen Erkrankung“ im Universitätsklinikum Heidelberg behandelt worden sei. Er sei überraschend am 30. Januar verstorben. Weiter heißt es, dass das Uniklinikum gemeinsam mit dem Gesundheitsamt „mit Hochdruck“ daran arbeite „die genauen medizinischen Gründe festzustellen“. Auf der Internetseite der Stadt Walldorf kann man außerdem lesen, dass es sich bei dem verstorbenen Kind tatsächlich um einen Schüler der Schillerschule gehandelt habe. 

Wir fragen bei der Uniklinik nach

„Wir können keine Viren unbekannter Art bestätigen“, erklärt die Pressesprecherin der Klinik gegenüber HEIDELBERG24. Auch das Gerücht, das Kind sei an einer Grippe gestorben, kann die Sprecherin zunächst nicht bestätigen. „Dieses Jahr verläuft die Grippe viel harmloser bei Kindern“, so die Pressesprecherin.

Der sechsjährige Junge sei am 30. Januar in Begleitung seiner Mutter zur Untersuchung in die Kinderklinik des Universitätsklinikums gebracht worden. „Es wurde eine schwere, aber gut behandelbare Krankheit diagnostiziert“, erklärt Professor Hoffmann, Leiter des Zentrums für Kinder und Jugendmedizin der Klinik. 

Wie die Sprecherin weiter erklärt, sei auch eine klare Behandlungsempfehlung ausgesprochen worden. Doch die Mutter habe jegliche Behandlung abgelehnt und das Kind gegen ärztlichen Rat wieder mit nach Hause genommen. 

In der Nacht zum 31. Januar sei ein Notarzt gerufen worden – der kleine Junge sei noch während des Transports ins Uniklinikum gestorben.  

Derzeit würde das Universitätsklinikum Heidelberg auf Wunsch des Gesundheitsamtes virologische und bakteriologische Untersuchungen durchführen, um die Diagnose der Krankheit zu bestätigen, so die Sprecherin.  

Welche Krankheit das genau war, darf die Klinik aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht nicht offenlegen. Aus Sicht des Klinikums hätte der Tod des Jungen verhindert werden können. „Wir wissen genau was es war und wollten diese gut therapierbare Krankheit auch sofort behandeln. Das Bett für den Patienten stand schon bereit“, so Hoffmann. 

jab/kab

Quelle: Mannheim24

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