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Weltbienentag: Heidelberger Start-up „Bee friendly“ startet Guerilla-Gardening-Aktion

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Von: Michael Watson

Heidelberg - Am 20. Mai ist Weltbienentag. Das regionale Start-up „Bee friendly“ setzt sich für die Bienchen und die Blümchen ein und will mit einer Wildblumen-Aktion für Aufsehen sorgen.

Die Bienchen und die Blümchen brauchen Hilfe. Das sagen nicht nur die Gründer des Heidelberger Start-ups „Bee friendly“ – das ist wissenschaftlicher Konsens. Das Bienen- und Insektensterben ist seit Jahren ein bekanntes Problem mit schwerwiegenden Folgen für Mensch und Natur. Um auf das Thema aufmerksam zu machen, wollen die Gründer von „Bee friendly“ am Weltbienentag (20. Mai) eine Guerilla-Gardening-Aktion in der Rhein-Neckar-Region starten.

Am Weltbienentag will „Bee friendly“ Wildblumensamen auf innerstädtischen Brachflächen aussähen. Von kahlen Verkehrsinseln bis hin zu trostlosen Seitenstreifen: „Bee friendly“ will Heidelberg, Mannheim und Umgebung diesen Sommer bunter und bienenfreundlicher machen.

Heidelberg: Wildblumen-Aktion am Weltbienentag

Im Gespräch mit HEIDELBERG24 erklärt Co-Gründer Sascha Sychov, worum es ihm bei der Aktion geht: „Früher, als ich noch ein Kind war und mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren bin, mussten wir alle paar Stunden die Windschutzscheibe putzen, weil so viele tote Insekten dranhingen. Heute kann man von Stuttgart nach Berlin fahren und die Scheibe ist blitzeblank!“ Dies sei, laut Sychov, symptomatisch für das Insektensterben und eine besorgniserregende Entwicklung. Ohne Insekten würden wir Menschen nämlich große Schwierigkeiten bekommen: „Wildbienen und andere Insekten bestäuben Pflanzen und sorgen dafür, dass wir genug zu essen bekommen. Wenn sie nicht mehr da sind, müssen wir Menschen diese Aufgabe übernehmen.“

Heidelberger Start-up: Wildblumen-Aktion am Weltbienentag
Heidelberger Start-up: Wildblumen-Aktion am Weltbienentag © HEIDELBERG24/Michael Watson

Einer der Hauptursachen für das Insektensterben ist die industrielle Landwirtschaft und die Verwendung von hochgiftigen Pestiziden. „Als Privatperson dagegen anzukämpfen ist schwierig“, so der 27-Jährige. Doch auch die Zersiedelung und die damit einhergehende Versiegelung von Flächen stelle ein großes Problem dar: „Oft werden schöne Wiesen zugepflastert, da überall gebaut wird. Vielen Wildbienenarten fehlt es schlichtweg an Nahrung.“

Und da will „Bee friendly“ am Weltbienentag ansetzen: Überall dort, wo noch nichts wächst, wollen die drei jungen Männer bienenfreundliche Wildblumensamen aussähen. „Uns ist klar, dass wir mit ein paar Wildblumenwiesen nicht das Insektensterben aufhalten werden. Aber wir hoffen einfach, Menschen in der Region für das Thema zu sensibilisieren – und natürlich wollen wir die Region auch bunter und bienenfreundlicher machen!“

„Bee friendly“: Heidelberger Start-up setzt sich für Wildbienen ein

Das Heidelberger Start-up „Bee friendly“ gibt es seit 2020. Den drei Gründern ‒ Sascha Sychov, Pascal Krotz und Dominik Hümmer ‒ geht es darum, Aufmerksamkeit auf das Thema Wildbienensterben zu lenken. „Bee friendly“ verkauft handliche Bienensaat-Tüten mit Wildblumensamen, auf denen Firmen, Vereine oder Privatpersonen ihr Logo drucken lassen können. Abgesehen vom Umweltschutz engagiert sich das junge Unternehmen auch sozial. So werden beispielsweise die Bienensaat-Tüten in der Kurpfalz-Werkstatt der Lebenshilfe Wiesloch verpackt.

Wer bei der Wildblumen-Aktion von „Bee friendly“ am Weltbienentag helfen will, kann sich über die Instagram-Seite oder über folgende E-Mail-Adresse an Sascha Sychov wenden: info@beefriendly-earth.de. (mw)

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