Nach jahrelangem Streit

Kompromiss: Alternative für Rückbau der L600 beschlossen

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Beim Streit um die L600 haben die Beteiligten jetzt einen Kompromiss gefunden (Symbolfoto).

Heidelberg/ Sandhausen – Nach jahrelangem Streit um den Rückbau der L600 ist jetzt eine wichtige Entscheidung im Heidelberger Gemeinderat gefallen: 

Der Erhalt der L600 zwischen Bruchhausen und Leimen ist gesichert.   Vier ökologische Ausgleichsmaßnahmen sollen Naturschützern entgegenkommen und auch die Finanzierung wird berücksichtigt.

Dieser Kompromiss wurde bereits im März 2015 bei einem Treffen mit Vertretern des Petitionsausschusses des Landes, Naturschutzorganisationen, der Gemeinde Sandhausen und der Stadt Heidelberg abgestimmt.

Auf dieser Grundlage wurde jetzt ein öffentlich-rechtlicher Vertrag ausgearbeitet, den die Gemeinde Sandhausen und das Regierungspräsidium als Vertretung der Bundesrepublik unterzeichnen werden. 

Die Stadt Heidelberg ist zwar nicht Vertragspartnerin, als betroffene Kommune wurde aber dennoch ihre Zustimmung erwartet. Am Donnerstagabend stimmt der Heidelberger Gemeinderat dem Kompromiss zu.

Folgende ökologische Ausgleichsmaßnahmen zum Erhalt der L 600 sollen jetzt umgesetzt werden:

Ausgleichsmaßnahme „Am Brühlweg“: Der bewaldete Dünenzug östlich des Brühlwegs auf der Sandhäuser Gemarkung wird auf einer Fläche von 32 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auf rund 18 Hektar davon sollen Maßnahmen umgesetzt werden, die eine dünentypische biologische Vielfalt herstellen. Zur Dauerpflege sollen Schafe und Ziegen dort weiden.

Verbindung der Sandrasenflächen im Naturschutzgebiet „Pflege Schönau-Galgenbuckel“: Standortfremde Gehölze, Robinien, sollen entfernt werden. Bisher trennte der waldartige Bewuchs zwei Abschnitte der Düne. So könnte auf 21.000 Quadratmetern ein neuer Dünenlebensraum mit einem lichten Steppen-Kiefern-Wald entstehen. 

Herstellung von Sandrasenflächen im Naturschutzgebiet „Hirschacker und Dossenwald“: Eine aufgebrachte Lehmschicht soll abgetragen werden, um wieder sandige Standortverhältnisse zu schaffen. Zudem soll der Gehölzbestand gerodet werden. Die Fläche ist etwa 5.000 Quadratmeter groß. 

Maßnahmen der Landschaftspflege im Umfeld der L 600/B 535 im Gebiet Bruchhausen-Kirchheim: Im Rahmen der Flurbereinigung sind auf Heidelberger Gemarkung zum Zweck der Biotopvernetzung bereits Gras-Kraut-Streifen entlang der Alten Speyerer Straße entstanden. Die Vernetzungsflächen ergaben sich durch Umlegen städtischer Flurstücke. Außerdem wurden auf Kirchheimer Gemarkung zwei städtische Flächen mit Obstbäumen und Buschgruppen bepflanzt.

Die Kosten zur Herstellung und Pflege der Flächen auf Heidelberger Gemarkung für 25 Jahre in Höhe von insgesamt knapp 42.000 Euro werden aus Mitteln des Bundes finanziert.

+++ HINTERGRUND +++

Vor mehr als 25 Jahren war der Rückbau der L 600 zwischen Bruchhausen und dem Umspannwerk als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Bau der B 535 beschlossen worden. Das Alternativkonzept soll den Rückbau abwenden und beinhaltet alternative ökologische Ausgleichsmaßnahmen.

>>> Streit um Rückbau der L600: Joachim Llambi in Sandhausen

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