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Nach fieser Cyber-Attacke – „Heilbronner Stimme“ am Montag ohne Druckausgabe

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Von: Marten Kopf

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Heilbronn - Kriminelle Hacker legen weltweit täglich Computersysteme lahm. Oft, um Geld zu erpressen. Auch die „Stimme-Mediengruppe“ ist jetzt Opfer geworden. Für die Leser hat das massive Auswirkungen.

Update vom 16. Oktober: Wegen eines Cyberangriffs erscheint die „Heilbronner Stimme“ am Montag nicht als gedruckte Ausgabe. Es werde aber derzeit versucht, ein 24-seitiges E-Paper zu produzieren, das am Montag frei zugänglich sein soll, sagte Chefredakteur Uwe Ralf Heer heute der Deutschen Presse-Agentur. Gelinge das, könne am Montag voraussichtlich auch wieder eine gedruckte Ausgabe für den Dienstag vorbereitet werden.

Etliche Systeme der Stimme Mediengruppe waren bei einer Cyberattacke in der Nacht auf Freitag verschlüsselt worden. Laut Unternehmen liegt ein Bekennerschreiben vor, was auf einen Erpressungsversuch hindeute. Es handle sich mutmaßlich um eine bekannte Cyber-Tätergruppe. Die IT-Abteilung und externe Cyberexperten hätten binnen kürzester Zeit eine parallele Produktionslandschaft erstellen können, sagte Heer. „Es ist für mich ein Wunder“. Noch klappe aber die Übertragung zum Druck nicht.

Feige Cyber-Attacke: Hacker legen Medien in Heilbronn lahm – Polizei ermittelt

Erstmeldung vom 14. Oktober: Die „Stimme“-Mediengruppe in Heilbronn (Baden-Württemberg) ist nach eigenen Angaben Opfer einer Cyberattacke geworden. Die Systeme der Zeitung „Heilbronner Stimme“ sowie weiterer Unternehmen der Mediengruppe seien seit dem Freitagmorgen (14. Oktober) weitgehend lahmgelegt, teilt der Verlag mit. Computersysteme seien bei dem Angriff verschlüsselt worden, so „Heilbronner Stimme“-Chefredakteur Uwe Ralf Heer der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe auch eine Forderung der Hacker. 

Cyber-Attacke in Heilbronn: Bekennerschreiben eingegangen

Details dazu nannte Heer nicht. Auf „stimme.de“ hieß es, es liege ein Bekennerschreiben vor, in dem das Medienunternehmen erpresst werde. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) habe seine Unterstützung zugesichert. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn sagte, man habe Ermittlungen aufgenommen, wollte aber zunächst keine Details nennen.

„Heilbronner Stimme“-Chefredakteur Heer kündigte an, der Verlag plane für Samstag eine sechsseitige Notausgabe zu produzieren. Diese solle dann an alle Haushalte im Verbreitungsgebiet im Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie im Hohenlohekreis verteilt werden. Es gehe darum, alle Menschen in der Region über den Vorfall zu informieren.

Cyberattacke auf Stimme Mediengruppe
Die „Stimme“-Mediengruppe ist nach eigenen Angaben Opfer einer Cyberattacke geworden. © Christoph Schmidt/dpa

Cyber-Attacke auf Heilbronner Medien: Medien immer wieder Ziel von Hacker-Angriffen

Die Internetseite „stimme.de“ blieb zunächst erreichbar. Dort waren auch am Mittag aktuelle Nachrichten abrufbar. Normalerweise werden nach Unternehmensangaben die „Heilbronner Stimme“, die „Hohenloher Zeitung“ und die „Kraichgau Stimme“ mit einer Auflage von 75.000 Exemplaren produziert. Zur „Stimme“-Mediengruppe gehören aber auch die Unternehmen Pressedruck, Echo und RegioMail, die den Angaben zufolge ebenfalls von dem Cyberangriff betroffen sind.

Immer wieder waren deutsche Medienhäuser in den vergangenen Jahren Cyberangriffen ausgesetzt. Diese hatten teilweise wochenlang Auswirkungen unter anderem auf Zeitungsproduktionen. So beispielsweise im Dezember 2020 bei der Funke Mediengruppe. Zeitungen konnten zeitweise nur in Notausgaben erscheinen. Der Konzern hatte im Hause wochenlang die Folgen des Angriffs gespürt. Im April 2021 traf es die Madsack-Mediengruppe in Hannover. Die Attacke damals beeinträchtigte ebenfalls die Zeitungsproduktion. (mko/dpa)

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