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Baden-Württemberg: Tigermücke breitet sich aus – Ihr Stich kann tödlich sein

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Von: Sina Koch

Landkreis Heilbronn - Die gefährliche Tigermücke breitet sich in Süddeutschland immer weiter aus. So helfen Experten, das hartnäckige Insekt zu bekämpfen:

Mit den ansteigenden Temperaturen beginnt in Baden-Württemberg die Saison der asiatischen Tigermücke. Das exotische Insekt breitet sich aktuell unaufhaltsam im Bundesland aus und gilt deshalb als so gefährlich, weil es potenziell tropische Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen kann.

Nach Ansiedlung der Mücke in Gebieten der Oberrheinregion werden seit dem Sommer 2019 regelmäßig Funde aus weiteren Regionen Baden-Württembergs gemeldet. Wie das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis erklärt, sei die Gefahr in Deutschland zwar momentan noch sehr gering, könne aber zunehmen. „Zudem ist die Tigermücke auch tagsüber sehr stechaktiv und verleidet Anwohnern und Gartenpächtern den Aufenthalt im Freien“ - Jetzt ist die Asiatische Tigermücke zu erstem Mal im Landkreis Heilbronn aufgetreten.

StechmückeAsiatische Tigermücke
GattungAedes
FamilieStechmücken (Culicidae)

Tigermücke in Baden-Württemberg: Darum ist sie so gefürchtet

Sie kommt ursprünglich, wie ihr Name schon vermuten lässt, aus Südostasien. Umso erschreckender ist es, dass das weiß gestreifte Insekt nun erstmals auch im Landkreis Heilbronn nachgewiesen wurde. Das hat das Landesgesundheitsamt (LGA) am Dienstag (27. Juli) gemeldet. Die asiatische Tigermücke kann Viren übertragen, die Krankheiten wie das Chikungunya-Fieber, das Zika-Fieber oder das Dengue-Fieber auslösen:

Tigermücke in Baden-Württemberg: Fiese Stechmücke derzeit im Süden festgestellt

Ein bestimmtes Vorgehen bei der Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke hat man sich im Südwesten Deutschlands wohl schon überlegt. Es soll ein Monitoring der Organisation KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) stattfinden, um bisher unbekannte Populationen zu entdecken. „Es werden Eiablage-Fallen an zufälligen Standorten aufgestellt. Bis September werden so Stechmücken-Eier abgesammelt und anschließend auf ihre Art bestimmt werden“, heißt es von der KABS in Speyer. 

Die asiatische Stechmücke soll ausgelöscht werden. (Symbolfoto)
Die asiatische Stechmücke soll ausgelöscht werden. (Symbolfoto) © picture alliance / US CfDCaP//U.

Tigermücke in Baden-Württemberg bekämpfen: Experten halten gestreiftes Insekt für nicht mehr ausrottbar

Die Tigermücke kann nur im Larvenstadium effektiv biologisch bekämpft werden. Die Insekten legen ihre Eier an Wasseransammlungen in Garten und Außenbereich ab. Sobald eines der Gefäße, das der Tigermücke als Brutstätte dient, Gieß- oder Regenwasser sammelt und die Eier benetzt, können sich die Larven im Wasser entwickeln. Dementsprechend sollen unnötige Behälter, in denen sich für mindestens eine Woche Wasser ansammeln kann, beseitigt werden.

Dazu zählen zum Beispiel ungenutzte Blumentöpfe und Vasen, Blumentopfuntersetzer, Pflanzenschalen, Plastikgefäße wie Kinderspielzeug sowie Eimer und Gießkannen. Vor der Beseitigung empfiehlt sich eine Reinigung der Gefäße mit einer Wurzelbürste, um die klebrigen Eier gründlich zu entfernen. Auch in Zaunpfosten, hohlen Stangen und Schirmständern kann sich Wasser sammeln. Aber ob man die Asiatische Tigermücke damit vollständig los wird? 

„Die Asiatische Tigermücke, die Asiatische Buschmücke und die Aedes koreicus, auch Koreanische Buschmücke genannt, werden wir in Deutschland wohl nicht mehr ausrotten können“, konstatiert Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) in Müncheberg. Auch in Heidelberg breitet sich die Tigermücke aus (sik).

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