Ehemaliger Bürgermeister verklagt

Beckers Aussagen über „Hitler-Glocke“: juristisches Nachspiel?

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Groß: In diesem Kirchturm in Herxheim hängt die „Hitler-Glocke“; klein: ehem. Ortsbürgermeister Ronald Becker

Herxheim - Die Diskussionen um die „Hitler-Glocke“ gehen in die nächste Runde. Ein Bürger hat den ehemaligen Bürgermeister Becker verklagt. Das sagt das Landgericht dazu:

Der ehemalige Bürgermeister von Herxheim, Roland Becker, wird von einem Bürger angezeigt, nachdem Becker umstrittene Äußerungen über die „Hitler-Glocke“ von Herxheim und über den Nationalsozialismus in einem Beitrag des ARD-Magazins „Kontraste“ von sich gegeben hat.

Kurz nach diesen Aussagen hat der damalige Bürgermeister Becker seinen Rücktritt verkündet.

Diese sollen allerdings kein juristisches Nachspiel für Becker haben. Auch gegen den Pfarrer des Ortes und einen anderen Bürger werde wegen ihrer Äußerungen nicht ermittelt, teilt die Strafverfolgungsbehörde am Mittwoch mit. Gegen keinen der drei bestehe der Anfangsverdacht einer Straftat.

Hintergrund

Der ehemalige Bürgermeister, damals noch im Amt, hat in einem Beitrag des ARD-Magazins „Kontraste“ unter anderem gesagt, man sei stolz auf die Glocke, davon gebe es deutschlandweit nur drei Exemplare. Der von 1934 stammende Klangkörper trägt ein Hakenkreuz und die Aufschrift „Alles fuer's Vaterland Adolf Hitler“. 

Er hat außerdem kritisiert, dass mit Hitler „immer gleich die Judenverfolgung“ verbunden werde. Man solle auch die Dinge nennen, „die er in die Wege geleitet hat“ und die man heute noch benutze. Ein Bürger hat ihn daraufhin wegen Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angezeigt und dies später auf die anderen beiden ausgeweitet.

Mehr Infos zum Thema:

>>> Dreyer: „Hitler-Glocke“ muss weg!

>>> Gemeinderat bestellt externes Gutachten zu „Hitler-Glocke“.

jab/dpa

Quelle: Mannheim24

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